Sehen wir uns? Spaziergänge in die alte Zeit des Ruhrgebietes am Mittwoch 15.11.2023 in Oberhausen

Das Revier erscheint – oberflächlich gesehen und touristisch beworben – als Region der stählernen Industriedenkmale. Auf den zweiten Blick aber ist eine Vielzahl von steinernen Zeugnissen der vorvergangenen Zeiten zu entdecken.
So finden sich zwischen Ruhr und Lippe gut einhundert Burgen, Schlösser, Herrenhäuser, darüber hinaus Klöster, Mühlen und Ähnliches mehr. Weiterhin hat eine annähernd dreistellige Zahl von alten Kirchen die Zeiten überdauert. Man braucht also nicht zu suchen, um die Spuren der Altvorderen zu finden, sondern es ist vielmehr die Qual der Wahl, vor der man steht.

Werfen wir also gemeinsam durch unsere Spaziergänge einen Blick auf die, die vor Kohle und Stahl gelebt haben.

Werner Bergmann
24 Spaziergänge in die alte Zeit des Ruhrgebiets
Begegnung mit unseren Altvorderen
208 Seiten | geb. | Leseband Schutzumschlag | viele Fotos
ISBN 978-3-948566-17-3
Verlag Henselowsky & Boschmann, Bottrop

Der Autor und Historiker Prof. Dr. Werner Bergmann
nimmt alle Interessierten
am Mittwoch, 15. November, um 18 Uhr
im Oberhausener Bert-Brecht-Haus, Langemarkstraße 19-21,
mit auf Spaziergänge zu den Geschichten und Geschichtchen erzählenden Überresten der Adeligen, Reichen und Schönenund macht auch einen Abstecher zu den ,kleinen Leuten“ aus der Zeit.

Anmeldung zum kostenlosen Vortrag
unter 02088252385 oder per Mail an
vhs@oberhausen.de

 


Das ist mir wichtig: wenn ich hier hin und wieder ein Buch beschreibe, das mir gefällt, so geschieht dieses stes ohne wirtschaftliches Interesse meinerseits, frei jeglicher Beeinflussung meiner Meinung und grundsätzlich ohne Gegenleistung, ausser vielleicht, dass die Freude der Autoren/ der Autorin/nen darüber mein ach so altes Herz erfreut.
Dat isso!
Lothar Lange

Veröffentlicht unter Bücher, Damals, Erinnerungen, Kultur, Literatur, Unbezahlte Werbung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Bitte nicht mitsingen.

In den letzten Tagen wurde es schon ein bissken usselig draußen. Das Laub klebt regennass am Boden, und der Wind ist frischer.

Als ich heute durch die Stadt ging, begegneten mir verkniffen dreinblickende Menschen, den Kragen hoch, die Schultern nach oben gezogen und die Hände tief in den Jackentaschen vergraben, und der Eine, den ich zufällig traf, begann sofort damit, sein Klagelied über das Wetter anzustimmen.

Zugegeben: für Juli wäre es mir jetzt durchaus etwas zu frisch…, aber jetzt?

Nö. Da singe ich nicht mit.
Dieses ewig gleiche Klagelied…
Es ist November, wie eben ein November sein muss, oder?

Ich freue mich auf Frost und lecker Glühwein. Kann sein, dass ich dann auch singe. Aber fröhlich mit innerer Wärme.

Bis die Tage!
Lo.


„Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“

Karl Valentin


Veröffentlicht unter Allgemein, Lächeln, Momente | Verschlagwortet mit , , , , , , | 5 Kommentare

Radio & Kinderfunk. Die 50er. Das erste Radio.

Radio & Kinderfunk. Die 50er. Das erste Radio.

Den ganzen Morgen bin ich in der Schule nicht so richtig bei der Sache,
denn gestern abend sprach meine Mutter in ihrem ostpreussischen Dialekt:

„Jungchen, ich hab mir was ieberlegt. Ich werde morjen mal bei Heitjohann fragen jehen nach einem Radio.“ Heitjohann ist das Radiogeschäft in Gelsenkirchen-Erle auf der Cranger Straße, gleich neben dem Postamt. Und ein Radio besitzen wir nicht. Noch nicht.

Wir bekommen ein eigenes Radio!
Das Neueste aus dem Rundfunk erzählt uns immer die alte Frau Urban von nebenan. Sie hat so einen kleinen schwarzen Kasten auf einer Kommode neben dem Lichtschalter stehen. Mit einem gehäkelten Deckchen darunter.
Bei „Tante Urban“ darf ich auch sonntags um zwei Uhr immer den Kinderfunk vom NWDR hören. Das ist zwar schön und spannend und ich freue mich auch immer drauf. Aber bei Tante Urban riecht es immer nach „alter Omma“. Und bei ihr ist alles irgendwie fromm und ordentlich, dass ich mich nur traue, mucksmäuschenstill und stocksteif auf dem Stuhl vor ihrem Radio zu sitzen, um mir die neuesten Abenteuer von „Pingo, Pongo und dem starken Heinrich“ anzuzuhören. Und wenn der Kinderfunk vorbei ist, sag ich immer brav: „Danke, Tante Urban.“ Klar, gehört sich so.

Endlich ist die Schule aus. Ich muss immerzu an das neue Radio denken und wünsche mir ganz feste, dass es schon da ist, wenn ich gleich nach Hause komme. Ich renne die Treppenstufen zu unserer kleinen Dachgeschosswohnung hoch und höre schon im Hausflur leise Musikgeräusche aus unserer Küche kommen. Ich öffne die Wohnungstüre und sehe es schon:

Unser neues Radio! Links neben der Türe zum Schlafzimmer steht es auf einem kleinen Tischchen. Und es „spielt“.

Kinderfunk Kohlenspott

Es ist nicht so groß wie das von Onkel Otto und Tante Martha vom Hedwigplatz, die schon länger einen Radioapparat, sogar mit Schallplattenspieler, haben.
„Nu jeh mir da bloß nich dran, du Lorbaß. Nur gucken!“ Ich betrachte das neue Radio von allen Seiten. Es riecht. Nach neu. Nach Radio. Obendrauf ist es warm. Es hat unten links und rechts jeweils einen runden Drehknopf aus elfenbeinfarbigem Horn mit einem Goldrand drum. In der Mitte, zwischen den Knöpfen eine Reihe mit Tasten, die man runterdrücken muss: Aus-TA-MW-UKW-LW.
Der linke Drehknopf ist zweigeteilt: der kleinere vordere Ring ist zum laut– und leiser stellen und der etwas größere Ring dahinter zum Toneinstellen: dumpf oder klar..

„Nu verstell mir da nüscht! Hast Du nicht welche Schularbäiten auf?“
Für die blöden Hausaufgaben habe ich jetzt keine Zeit: „Nö. Nur wenig, mache ich später, darf ich dat mal ausprobieren? Ich mach schon nix kaputt.“
Meine Mutter verbietet mir selten etwas so richtig.

Mit dem rechten Knopf stellt man also die Sender ein. Aha. Das ist spannend, denn über den Knöpfen und Tasten gibt es eine schwarze Glasscheibe, auf der neben- und untereinander Städte- und Sendernamen in Goldschrift zu lesen sind: BAYR.RFK – Vatikan –Bremen – Budapest – NWDR – Kalundborg – Beromünster – England – RIAS…. Neben jedem Namen hat das schwarze Glas dann einen kleinen hellen Streifen, der von hinten beleuchtet ist.
Dreht man an dem rechten Knopf, bewegt sich ein Zeiger hinter dem Glas und zeigt auf den eingestellten Sender. Das ist aber nicht das eigentlich Spannende, sondern das grüne „magische Auge“ ganz links in der Glasscheibe! Das ist die Wucht. Verstellt man den Sender, verändert sich das grün beleuchtete Auge. Der Sender ist erst dann richtig eingestellt, wenn das Auge an allen Seiten richtig hellgrün ist und die Lichter in der Mitte des Auges nicht übereinander liegen. Das muss im Dunklen ganz toll aussehen….
Die Töne kommen aus der Stoffbespannung darüber. Dahinter ist nämlich der Lautsprecher.

In einem braunen Papier-Umschlag, der am löchrigen hinteren Deckel klebt, finde ich die Beschreibung für unser neues Radio und einen aufklappbaren Plan mit Zeichnungen, die ich nicht verstehe. Dazu ein Papier von „Radio Heitjohann“, auf dem ich lesen kann, dass meine Mutter das Radio für 330 Mark gekauft hat. 50 Mark hat sie angezahlt. Der Rest ist in Monatsraten pünktlich und bar…

Wir haben ein eigenes Radio! Das muss ich meinen Freunden Hermann und Bernd erzählen. Die werden Augen machen, denn jetzt können wir bei uns zu Hause auch mittwochabends den englischen Schallplattenjockei Chris Howland hören, der immer so lustig spricht: „Hallo meinar Freundar! Booooing! Sitzen Sie bäquäm. Hier ist ähr alte Freund Heinrich Pumpernickel!“ Und dann spielt er die neueste englische Musik, von der ich aber kein Wort verstehe. Aber Hermann und Bernd sagen, das wäre ganz neumodern.

Vielleicht darf ich dann endlich auch einmal eins dieser Kriminalhörspiele mit Kommissar Paul Temple hören, von denen alle immer sagen, wie spannend die sind…

Ich werde Mutti schon rumkriegen…


Das Radio wird 100.

Persönliche Kindheitserinnerungen an die Zeit um 1959 in Gelsenkirchen, die Zeit der Pettycoats und des Wirtschaftswunders mit den für damals typischen Erstmaligkeits-Erlebnissen, wie das erste Radio, den ersten Fernseh-„Apparat“… Lothar Lange
Veröffentlicht unter Allgemein, Die Läden meiner Kindheit, Erinnerungen, Kindheit im Pott, Lebens.Stücke, Momente, Ruhrgebiet | 5 Kommentare

Lesungen über Kappes, das alte Ruhrgebiet und die Colliers der Kanzlerin


Verdelli! So langsam wird dat Wetter wieder „schubbich und usselich“,
wie man hier bei uns im Ruhrgebiet sagt: der Nebel hängt in den Straßen, die Uhren werden von Sommer- auf Winterzeit,-  der Wein von Weiss- auf Rotwein umgestellt, die kuschelige Muckeldecke und der dicke Lieblingspullover sind wieder im Einsatz. Kerzkes an – Schmökerzeit.
Oder auch die Zeit, sich etwas vorlesen zu lassen, denn die Freude darüber, etwas vorgelesen zu bekommen, haben wir uns aus der Kindheit herübergerettet.

Hier nun drei gute Gelegenheiten dazu:

Sonntag, 5. November 2023, 11.00 Uhr
Lothar Gräfingholt liest aus seinem Roman
„Die Colliers der Kanzlerin“

und Zepp Oberpichler spielt knackige Musik dazu.
BürgerTreff Ruhrhalbinsel e. V.
Nockwinkel 64 · 45277 Essen
Der Eintritt ist frei


Sonntag, 12. November 2023, 11.00 Uhr
Kulturbauer Jens Dirksen
und Notfalldichter Hubertus A. Janssen

bringen wortwitzige Geschichten und Gedichte
aus dem Garten- und Landleben zum Klingen.


BürgerTreff Ruhrhalbinsel e. V.
Nockwinkel 64 · 45277 Essen
Der Eintritt ist frei


Mittwoch, 15. November 2023, 18.00 Uhr
Werner Bergmann liest aus und plaudert über
„Spaziergänge in die alte Zeit des Ruhrgebiets“

VHS Oberhausen
Bert-Brecht-Haus · Langemarkstraße 19-21 ·
46045 Oberhausen
3. Etage, Raum 330


Also: bis die Tage!

Veröffentlicht unter Allgemein, Bücher, Kultur, Poesie, Ruhrgebiet, Unbezahlte Werbung, Vorlesen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Krieg…

„Krieg ist ein Zustand,
bei dem Menschen aufeinander schießen,
die sich nicht kennen,
auf Befehl von Menschen,
die sich wohl kennen,
aber nicht aufeinander schießen.“

 – George Bernard Shaw –


.

.

.

In Ermangelung eigener Worte.
Lo.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Nur mal so.

Um uns herum brennt die Welt.
Als ich mich mit diesen furchtbaren Bildern und Nachrichten im Kopf ins Bett legte,
hatte ich vor dem Einschlafen noch den Gedanken, wie reich ich doch bin,
weil ich ein Bett und ein Dach über dem Kopf,
ein sicheres und stabiles Zuhause habe,
und dass der größte Teil der Weltbevölkerung das nicht hat.

Zufriedenheit darf kein Auslaufmodell werden.
Lo.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Wat schön!

Schön isset am Rhein-Herne-Kanal! In der Ferne ein alter Kohlekahn. Wohin er wohl mit seiner schweren Fracht fährt? Oder hat er Schrott geladen?

Man kann et vom Kanalufer nich genau erkennen.

Bis die Tage!Lo

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , | 4 Kommentare

Eine Spur des Blutes in Mülheim an der Ruhr?

 Verdächtig.

In der hübschen Altstadt von Mülheim an der Ruhr entdeckte ich diesen bedauernswerten Koch vor einem Restaurant. Wie man erkennen kann, ist er körperlich nicht mehr ganz vollständig.
Er hätte auch vor einem Versicherungsbüro stehen können, um Kunden auf drastische Weise zu zeigen, wie schnell der Mensch einen Unfall haben erleiden und berufsunfähig werden kann. Oder vor dem Laden eines Messer- und Scherenschleifers, um bildhaft die ausgezeichnete handwerkliche Qualität des Scharfmachers zu demonstrieren.

Nein, dieser Koch mit der appen Hand steht (zufällig?) vor einem Restaurant, das sich nur wenige Steinwürfe entfernt oberhalb des Mülheimer Krankenhauses befindet, dessen Chrirurgieabteilung einen guten Ruf besitzt.
Bin ich da einer Spur des Blutes zu beiderseitigem Vorteil auf die Schliche gekommen?
Sollte ich meinen Verdacht besser für mich behalten? Man weiß ja nie…

Ich gelobe, zu schweigen.
Non dico niente. Prometto.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 7 Kommentare

„RUHRGEBIET. Über uns.“ Buchvorstellung in Gelsenkirchen am 19.09.2023

Als ich von der Idee zu diesem Buch erfuhr, war ich auf das Ergebnis sehr gespannt: hier wurden Menschen, die Erfahrungen mit dem Ruhrgebiet gemacht haben, ganz egal, ob eingeboren, zugezogen oder als Gast, gebeten, einmal aufzuschreiben, wie wir uns im Ruhrgebiet selbst einschätzen und wie Menschen von außerhalb es wohl tun.

Zitat: „Ein kunterbuntes Spektrum von Sichtweisen zu präsentieren; zu informieren, zu amüsieren und zu provozieren…“

Und das ist es auch, denn an dieser Idee haben sich so viele kreative Menschen beteiligt, wie man an der Rückseite des Buches erkennen kann. Da wurde geschrieben, gedichtet, gezeichnet, illustriert, und wenn ich mich nicht verzählt habe, finden sich in dem 208 Seiten dicken Werk 34 Beiträge unterschiedlichester Art zum Thema Ruhrgebiet – mit Ecken und Kanten…

RUHRGEBIET über uns
208 Seiten | gebunden
Schutzumschlag | Leseband
Mit Zeichnungen
ISBN 978-3-948566-19-7
19,80 €
Verlag Henselowsky und Boschmann, Bottrop

Hier einmal kurz durchgeblättert:

Die Buchpremiere findet am Dienstag, 19. September 2023, um 19.30 Uhr
in der Buchhandlung Junius, Sparkassenstr. 4, in 45879 Gelsenkirchen statt.
Der Eintritt ist frei.
Man bittet der Planung wegen um Anmeldung in der Buchhandlung
oder telefonisch unter 0209-23774.

Ich habe mich auch angemeldet und freue mich auf den Abend.
Vielleicht sehen wir uns?


Das ist mir wichtig: wenn ich hier hin und wieder ein Buch beschreibe, das mir gefällt, so geschieht dieses stes ohne wirtschaftliches Interesse meinerseits, frei jeglicher Beeinflussung meiner Meinung und grundsätzlich ohne Gegenleistung, ausser vielleicht, dass die Freude der Autoren/ der Autorin/nen darüber mein ach so altes Herz erfreut.
Dat isso! 🙂
Lothar Lange

Veröffentlicht unter Allgemein, Bücher, Kultur, Literatur, Unbezahlte Werbung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Ein Kommentar

Berauscht.

 

 

Manchmal fällt mir nix ein.
Ausser Blödsinn.

Veröffentlicht unter Gedichtekiste, Gedichtet, Humor, Lächeln, Poesie | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 12 Kommentare