Männerlast.

Männerlast.

Lo Hand

Schwer ist die Last
die er mühsam hinter sich herzieht.
Schweiss rinnt ihm über die Stirn.
Durchnässt sein Hemd.
Sein Blut pulsiert, lässt seine Adern schwellen.

Schwer ist die Last.
Jeder Schritt fällt ihm schwer.
Sein Blick scheint verschleiert.
Schwindel. Taumeln.
Unwirklich, die Welt.
Als ob der Boden unter ihm schwankt.

Schwer ist die Last.
Immer noch.
Und es ist warm.
Ihn dürstet.
Und sein Weg ist noch lange nicht zuende.
Ein müder prüfender Blick nach hinten
zeigt ihm, dass nichts von seiner Fracht verloren ist.
Es wäre auch zu schade
um das Bier in seinem Vatertags-Bollerwagen.


Lothar Lange



Dieses ist ein recycelter Beitrag aus den Vorjahren,
der des hohen Feiertags für echte Männer wegen
noch einmal hervorgeholt wurde.

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Volkszählung? Geht auch billiger. Der Beweis. Das Ergebnis.

Ich habe gelesen, dass die aktuelle Volkszählung etwa 1,5 Milliarden €uro kosten wird.
Verdelli, ein ganz schöner Brocken. Das muss doch auch billiger gehen.
Und es geht auch billiger.
Ich habe es einfach mithilfe der alten Tante Gugel selbst ausprobiert.
Und es klappt.
Das Ergebnis ist wahrscheinlich nicht ganz vollständig, aber ein Trend ist deutlich erkennbar:
ich komme auf 45.

Affenvolk
Ameisenvolk
Artistenvolk
Bauernvolk
Bergvolk
Bettelvolk
Bienenvolk
Bloggervolk
Brudervolk
Bundesvolk
Bürgervolk
Eingeborenenvolk
Fernsehvolk
Fußvolk
Gebirgsvolk
Gottesvolk
Heidenvolk
Heldenvolk
Herrenvolk
Hirtenvolk
Hühnervolk
Indianervolk
Inselvolk
Jungvolk
Katzenvolk
Kirchenvolk
Kulturvolk
Landvolk
Lumpenvolk
Männervolk
Nachbarvolk
Naturvolk
Nomadenvolk
Opfervolk
Parteivolk
Schweizervolk
Stammesvolk
Stammvolk
Steinzeitvolk
Steppenvolk
Stimmvolk
Szenevolk
Urvolk
Wahlvolk
Weibsvolk
Zwergvolk

Tja, uns Laien gelingt oft auf einfache Weise vieles besser und günstiger,
als manchem teuren Schwachverständigen.

Bissi Tage!

 

Huldigungstermine gern nach Vereinbarung.


Bild von Reimund Bertrams auf Pixabay
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Katastrophe!

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Kasuppkes Mailbox.

Da! Es klimpert wieder im Hausflur.
Jeder im Haus kennt dieses Klimpern, das zuerst von schlurfenden Schritten, dann vom Knarzen der alten Holzstufen im Treppenhaus begleitet wird.
Kasuppke macht sich mit seinem klimpernden Schlüsselbund wieder auf den Weg zu seinem Briefkasten, um nachzuschauen, ob ihm jemand geschrieben hat.
Dieser Vorgang wiederholt sich gefühlte dreissig Mal am Tag. Mindestens.
Bis zum späten Abend. Klimpern. Schlurfen, Knarzen – und das Ganze dann auch wieder in umgekehrter Reihenfolge.

Die jungen Leute im Haus belächeln die Macke des Alten, pausenlos nach Post zu schauen und tauschen sich – fingerfertig in ihre Smartphones tippend – im gesamten Freundeskreis darüber aus.
Wenn es ganz still im Hausflur ist, hört man ihre Benachrichtigungstöne.
Gefühlte fünfzig Mal am Tag. Mindestens.


„Im Durchschnitt 88 Mal am Tag schauen wir aufs Smartphone. Davon entsperren wir es ganze 53 Mal. Meistens öffnen wir dann Whatsapp, Facebook und andere Messenger, denn über die digitale Kommunikation mit unseren Freunden und Kollegen erhalten wir die Aufmerksamkeit, nach der wir uns sehnen.“
Quelle: www.healthyhabits.de

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Kohlenpott. Wo ist der Köttelbeckenduft?

Verdelli, hier bei uns anner Ruhr stimmt doch wat nich!
Allet weg! Die Zechen, unser schöner grauer Smog, der uns Ruhris beim Kanalbaden vor Sonnenbrand schützte, der edelschwattglänzende Ruß auffe Fensterbänke, auffe Wäsche, auffe Autos, die wunderbaren laut pressenden, zischenden Geräusche vonne Kokereien, nix mehr davon zu hören – auch nich dat beruhigende ewige Rollen und Rangieren vonne Kohlenzüge. Und der abendlich romantische abstich-rote Himmel über unsere Stahlwerke? Allet weg!
Und die aromatisch dampfende schwatte Emscher hat sich mit ihren unter Tage verdünnisiert.

Wir blamieren uns.
Wat sollen die Touristen aus aller Welt nur von uns denken?
Die kommen her, um sich dat allet, wat das Ruhrgebiet ausmacht, anzugucken, und müssen sich doch betuppt fühlen!
Wat se vorfinden, is allet andere als graue Kohlenpottromantik: nur noch allet grün – und die Landschaft? Die is auch nur noch lieblich, mit Wäldern, Wiesen und wat für´t Auge.
Ganz ehrlich? Für sowatt kann man auch nach Bayern fahren oder innen Schwatzwald.
Gut, da betuppen se die Touristen auch – mit halbvolle Biergläser oder „echte“ Kuckucksuhren aus Japan. Und da wird auch komisch gesprochen.

Aber dat Schlimmste: hier stinkt et immer mehr nach frischer Luft! Aber sowat von!
Der leckerwürzige Köttelbeckenduft, der uns unsere heißen Sommertage und -nächte versüßte, is auch weg. Ein herber olfaktorischer Verlust für unsere verwöhnten Pottnasen.
Gut, ein paar Schrebergärten, Trinkhallen und wenige Taubenschläge gibt et noch.
Und Halden, wat bei uns die Berge sind.
Und wat die Pütts (Zechen) angeht, die gibt et für zum Gucken als Kunst- und Kulturstätten oder als Denkmäler, datt se nich ganz vergessen werden.

Kohlenstaub? Fette Rußwolken? Fehlanzeige. Da muss der Touri sich gezz leider mit blauem Himmel begnügen.
So gerne uns dat von Herzen Leid tut.

Ich war gestern wieder unterwegs im Kohlenpott. Bissken oberhalb vom Baldeneysee. Auffem Baldeneysteig: Hespertal, Fischlaken, wo früher die Zeche Pörtingsiepen stand: allet grün. Bis auffen Himmel, der war blau. Und et stank fürchterlich. Nach frischer Luft.

Hier ein paar Bilderkes:

Bissi Tage!


Buchtipp: Das Lexikon der Ruhrgebietssprache

Anrüchiges aus der Literaturwerkstatt.Ruhr: der Köttelbecken-Traum.

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Rätselhaftes im Bad.

Et gibt Rätsel, an denen ich richtig zu knacken habe.
Dat fängt schon morgens im Bad an.
Dort stehen zwei Tübkes für zum Eincremen.
Eine Tagescreme – die 24 Stunden rund umme Uhr die Haut mit Feuchtigkeit versorgt.
So steht et auffer Packung.
Und eine Nachtcreme, ebenfalls Vollschicht 24-Stunden rund umme Uhr.
Beide von der Firma mit der schneeweissen Schrift auf blauem Hintergrund, mit der sich schon seit Urzeiten Generationen von Germanen ihre Pelle einfetten.

Und gezz dat Rätsel, dat mich jeden Morgen beschäftigt.

Wenn ich die Tagescreme früh am Morgen benutze, die ja 24 Stunden wirkt, dann isset doch schon wieder morgens.
Und wieso heisst die Tagescreme Tagescreme, wenn sie doch 24 Stunden – also auch nachts – wirkt?
Vielleicht, weil man sie sich am Tach auf´t Antlitz pappt?

Wat mache ich dann mit der Nachtcreme? Die wirkt doch auch 24 Stunden?
Wenn ich mich damit noch zusätzlich am Abend einbalsamiere, hab ich doch eigentlich noch 12 Stunden von der Tagescreme „gut“. Dann wäre dat ja mit der Nachtcreme zusammen noch 36 Stunden Feuchtigkeit im Voraus.
Also bis zum übernächsten Abend.
Und gezz? Gezz is die Tagescreme ja überflüssig, weil: et is ja Abend!
Verdelli, is dat knifflich!
Dat bringt doch komplett meinen ganzen Schmierplan durcheinander!

Mittem Schampoo (wir sagten früher immer „Schampong“) isset genauso:
nehme ich dat Schampoo für trockenet – oder lieber dat für strapaziertet Haar?
Eigentlich is mein Haar meist trocken.
Nass isset nur, wenn et regnet, oder wenn ich et wasche.
Ich weiss auch nich, ob ich strapaziertet Haar habe.
Na ja, zugegeben: ich liege die ganze Nacht drauf – vielleicht ist dat ja strapaziös für´t Haar.
Ich könnte ja im Sitzen schlafen, um dat zu vermeiden, aber dann wäre et für mich strapaziös.
Wenn et ein Schampoo für wenig Haar gäbe – dann wäre dat dat Richtige.
Gibt et aber wohl nich.

Allet rätselhaft – aber nich sooo schlimm, datt et mich gezz irgendwie belastet.
Davor schützt mich mein friedlichet Gemüt.
Et muss wohl wat dran sein an dem Gerücht, datt Glatzköpfe friedliche Menschen sind.
Zumindest gibt et dafür eine Erklärung:
weil se sich nicht in die Haare kriegen können.

Bissi Tage!

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Eierkocher & Zufallskunst

So, fettich mit Eierbemalen!
Jedet Jahr glüht bei uns zu Karlfreitag der Eierkocher.
Und jedet Jahr versuchen wir, mit diesen bunten Glibberstäbchen
ein schönet Muster auffe kochend heissen Eier zu kriegen.
Dat klappt eigentlich nie.
Wat klappt, dat is dat unkontrollierbare Verlaufen vonne aufgelöste Glibberfarbe
auf Stellen, wo se nich hin soll.
Auch ausserhalb vonne Eier.
Und wenne beim Beschmieren Bemalen dat Ei auffe andere Seite drehen willz,
bleibsse mitte Finger dran kleben.
Und das Ei? Dat hat dann Dein Fingerabdruck als Muster.
Sozusagen Eiermalkunst mit persönliche Signatur vom Künstler.
Und die Eierfarbe krisse sogar mit Seife und Schrubben nich vonne Finger.
Ich hab seit gestern ´nen grünen Daumen.
Sowatt hat nich jeder.

Aber dat Schönste dabei:
auch wenn die Eier nich so perfekt bemalt sind,
und mir auch noch ein Ei vom Tisch gefallen und zerdötscht is:
dat Schönste is, datt se Ostern richtich lecker schmecken werden.

Und dat Zweitschönste, dat is dat Küchentuch nach der ganzen Schmierage.

Gezz mal ährlich:
dat is doch wirklich ´n schönet österlichet Zufalls-Kunstwerk, oder?

Schöne rohe Eiertage!
Lo

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Frohe Ostern?

„Frohe Ostern?“


(Bild von ELG21 auf Pixabay)
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Weit gucken…

Weit gucken am Meer hilft den Gedanken, ungestört zuende gedacht zu werden.

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Jesse Krauß zeichnet. Die Wimmelbücher der Ruhr-Kultur und anderes.

Eigentlich wollte ich nur etwas über die tollen Wimmelbücher der Ruhr-Kultur schreiben, denn ich besitze eines davon, und ich bestaune immer es immer wieder gern mit kindlicher Begeisterung. Oftmals entdecke ich dabei Szenen oder Figuren, die mir zuvor noch nicht aufgefallen sind, denn jede Seite steckt – von Jesse Krauß besonders kreativ und witzig bis ins Klitzekleinste herrlich gezeichnet – so richtig voller Leben: hier „wimmelt“ es bunt und quirlig mit großen und kleinen Menschen, mit allem, was läuft, fährt, fliegt, schwimmt, tanzt, spielt, bellt, quakt, fröhlich ist, und das genau an den bekannten Orten, die die Einzigartigkeit unserer Kulturmetropole Ruhr ausmachen, denn – Buchzitat: so wie im Ruhrgebiet sieht die Welt sonst nirgendwo aus…“

Mich lockt auch immer wieder einmal die Idee, nachzuzählen, viele Personen Jesse wohl in dem Buch zeichnerisch untergebracht hat. Und das alles von Hand gezeichnet. Ich könnte ihn ja auch fragen – wir kennen uns schon viele Jahre – aber das wäre ja zu einfach. Aber ein wenig vorstellen will ich ihn – so gut ich es kann…


Jesse Krauß zeichnet.

 

 

Every child is an artist. The problem is how to remain an artist once we grow up.“
Pablo Picasso

Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist, wie wir ein Künstler bleiben können, wenn wir erwachsen werden.


Pablo Picassos Zitat trifft bei Jesse absolut „ins Schwarze„.

„Mein Name ist Jesse Krauß. Gestalter war ich von Anfang an.
Außerdem Geschichtenerzähler. Am liebsten in Schwarz-Weiß.
Schwarze Tusche ist graphische Energie. Nulla dies sine linea.“

So stellt Jesse sich auf seiner Website vor, und ja – ihm ist es nicht nur gelungen, seine künstlerische Begabung ins Erwachsensein herüberzuretten, sondern diese auch zu vergrößern.

Vier von ungezählten Tuschezeichnungen Jesse Krauß`

„Schwarze Tusche ist graphische Energie.“

Dass Jesse Krauß auch farbig kann, beweist er mit der kunterbunten Gestaltung der Wimmelbücher der Ruhr-Kultur. Als ich ihn neulich bat, mir für meinen Blog hier so einen kleinen wimmeligen Bergmann zu zeichnen, machte er spontan noch in der Nacht dieses Video für uns:

Wir kennen uns seit vielen Jahren durch gemeinsame Aktionen mit den Gelsenkirchener Geschichten, und ich bin immer wieder erstaunt, in wie vielen Rollen man ihn erleben kann:
Jesse ist Zeichner, Illustrator, Grafiker, Karikaturist, Filmemacher, Trickfilmer, Geschichtenerzähler, Schauspieler, Texter, Schreiber, Dichter, Gänsehautverursacher als Jesus-Darsteller beim ersten Passionsspiel im Revier, Wimmelbuchgestalter, Plakat-Magazine-Broschüren-Kinderbücher-Gestalter und Isso-Magazin-Redakteur.
Hab ich etwas vergessen? Bestimmt.
Ach ja: uns verbindet u.a. der Spaß beim Limerick-Reimen.
Dieser von ihm ist mein Favorit:

Ich fragte nen Oppa in Schalke,
warum er sein Haus so weiß kalke.
„Wenn der Titel tut winken,
tu ich mir ein trinken.
Stell‘ mich blau vor datt Weiß.“ so der Alte.

Er lebt schließlich in Gelsenkirchen…


So, gezz is mir ganz wimmelig.

Bissi Tage!

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