Iss ja nicht zu fasten!

 

Herrscht Leere in des Darmes Gänge,
ertönen keine Lobgesänge!
Nur Flatulenz und Magengrollen.
Dat kann so´n Herrgott doch nicht wollen.

Et is doch so – und bleibt gewiss wahr:
wer nicht genießt, wird ungenießbar.

Drum fast´ ich so – und will´s berichten:
ich werd´ auf Opfer gern verzichten.
Doch nicht auf Pommes, Trunk und Schmaus,
sonst hielt dat Fasten ich nicht aus!

Mit futtern, trinken, Ihr sollt´s sehn:
werd ich dat Fasten überstehn!


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Die WAZ ist geschmacklos. Ein Selbstversuch.

Ich bin für morgens eigentlich gar nicht geeignet: schaue ich nach dem Aufstehen in den Spiegel, frage ich mich, wer nachts heimlich, wenn ich mich im Tiefschlaf befinde, so viel Mühe darauf verwendet, meine Haut so zu gestalten, dass sie aussieht wie ein 17-jähriger Pfirsich.  Wie soll der Mensch da motiviert auf Betriebstemperatur kommen, um den neuen Tag zu bewältigen?

Gut, wenn dann Kaffeeduft zum Frühstück und die frische Zeitung lockt:
die vielen wirklichen Katastrophen in der Welt trösten schnell über das eigene Leid mit dem Kissenmuster im Gesicht hinweg – und manchmal findet sich ja auch Erstaunliches in dem Blatt, so wie heute:

WAZ IM MUND KOHLENSPOTT

Morgenstund hat Zeitung im Mund?
Zuerst dachte ich, mich verlesen zu haben, das passiert ja schon mal.
Aber nein, das steht dort wirklich genau so da.
Hmmmh…. Zeitung im Mund? Dazu fällt mir spontan ein Hund ein, der („brav!“) eine Zeitung im Maul zu seinen Zweibeinern trägt und auf den Namen „Morgenstund“ hört.
Das kann nicht gemeint sein, denke ich – und erwische mich dabei, dass ich mir über eine solche Zeile am frühen Morgen(!) Gedanken mache! Und bin hellwach!

Weil ich ja ganz fest daran glaube, dass Menschen in einem solch großen Unternehmen wie der WAZ *) ganz doll gebildet sind, es immer mit ihren Leser/innen gut meinen, und nicht einfach nur einen Satz ohne Sinn in ihre Zeitung setzen, habe ich meinen Körper einem Selbstversuch ausgesetzt.

Es war ja noch morgens (wegen der Morgenstund!): Also Mund auf, Zeitung rein!
Gezz nicht die ganze Zeitung – immerhin hatte ich ja schon Kaffee, Brot, Butter, Käse, Ei und Kirschmarmelade.
Zugegeben, nun kann es ja daran liegen, dass ich schon vorgesättigt war, aber selbst auf leerem Magen wäre das nix für mich:

Lo WAZ IM MUND 01

Das Blatt war mir einfach nur zu trocken, flach, saft- und kraftlos, flau, fad, ungewürzt, kurzum geschmacklos. Vermisst habe ich ganz besonders lokale Noten, aber seit die WAZ so viele Lokalredaktionen im Ruhrgebiet dichtmachte, fehlt deren besondere Würze: was bleibt, ist Einheitsbrei aus der Großküche.

Ich hab´s auch nicht runterwürgen können,
der Funke sprang einfach nicht über
und gezz happich auch den Kaffee auf.
Bissi Tage!
Lo


*) Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Funke-Mediengruppe)

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Geschichtenkino ab 6 in Oberhausen: „Post für den Tiger.“ Eintritt frei.

 

2020-02-19 Post für Tiger Lothar Lange

Quelle Veranstaltungshinweis: https://www.regioactive.de/


Ich freu´ mich auf ganz viele Zuhörer/schauer/innen!

🙂

 

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Oh, de Toilette!

Als ich neulich im knuffigen Oberhausener HOSTEL VERITAS einkehrte, weil es dort eine aussergewöhnlich leckere Currywurst gibt, fiel mir dieser kleine Bilderrahmen, der auf der Theke stand, mit seinem pfiffigen Spruch auf:

Veritas Toilettenschild

und dann erinnerte ich mich daran, dass ich einmal vor sehr vielen Jahren eine anrüchige Postkarte kaufte, die dann über ebenso viele Jahre den kleinen „Palast der Winde“ unserer ersten Wohnung zierte.

Ein schöner Anlass, die unbefleckt und geruchsfrei gebliebene Karte herauszukramen, um sie der Welt ohne den Besuch eines Örtchens zu zeigen:

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Voila! Amusez vous! 😉


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Flaschengeist.

Flaschengeist.

Selbst der, der hohl ist in der Birne,
mit wenig Geist hinter der Stirne:
verfügt er über Gin und Rum,
besitzt er geist´ges Eigentum.

Lothar Lange


 

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Lebenstöne.

Lebenstöne 01 Lo

Lebenstöne.

Mal Dur, mal Moll, und manchmal Fis,
ganz ähnlich es im Leben ist.
Mal geht es rauf, mal runter, weiter,
genau, wie auf der Töne Leiter.
Doch, was im Leben Du auch treibst,
gib acht, dass Du im Takte bleibst.

Lothar Lange

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Der Reimzwang.

Füller Lo

Der Reimzwang

Der Reimzwang zwingt
oft auch für Stunden,
ob man es mag – oder es hasst,
so lange, bis er das gefunden,
was gut und recht ins Versmaß passt.

©Lothar Lange

Es scheint vielleicht eine Macke zu sein, aber wenn ich mit meinem inneren Dialog beschäftigt bin und so vor mich hin denke oder auf andere Weise einen Satz oder Wort aufschnappe, fällt mir oftmals spontan etwas Passendes dazu ein, das sich darauf gut zum Reimen eignet. Das kann reiner Nonsens sein oder mit Glück auch (aus meiner subjektiven Sicht) etwas Pfiffiges.

Pfiffiger Nonsens als spontaner Einfall wäre natürlich das Beste. Doch manchmal ist es auch so, dass ich zwar das reimende Wort schon habe, es aber nicht so unterbringen kann, dass am Ende auch das Versmaß stimmt. Dann kann es auch schon einmal länger dauern, bis der Schlusssatz steht.

Und so sind im Laufe vieler Jahre eine Menge kleiner, meist verrückter Reime und Gedichte (ich kenne den Unterschied nicht) entstanden, die ich hin und wieder hier einzeln (als Füllsel – falls mir nix anderes einfällt) einstreuen möchte, in der Hoffnung, dass mancher etwas Spaß daran findet.

Lo
Gestern dicht.
Heute Dichter.


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Trennung im Supermarkt

ALDI Warentrenner Lo

Es ist immer wieder spannend zu erleben, wie sich Menschen beim Einkauf im Supermarkt verhalten: während sie sich für das Stöbern, besonders bei den wechselnden Angeboten im NonFood-Bereich, genügend Zeit nehmen, die angebotenen Dinge zu betrachten, zu befühlen, bei kosmetischen Produkten auch schon einmal eine Tube oder einen Tiegel öffnen, um daran zu schnüffeln, beim Obst und Gemüse mit den Fingern „eindrucksvoll“ die Festigkeit zu prüfen, um dann aber nur die Ware ohne den Dötsch, den sie daran verursacht haben, in ihren Wagen packen.

Dann aber, vor der Kasse, kann es ihnen nicht schnell genug gehen.

Haben sich dann zwei Schlangen vor den Kassen gebildet, macht sich spürbar kollektiver Missmut breit, wo der Markt doch über vier Kassen verfügt, von denen – „so eine Frechheit!“ – nur zwei besetzt sind. Oftmals bildet sich sofort durch Mimik und augenverdrehendem Blickkontakt oder leisem Dahinmoppern ein sich rasch verbrüdernder Jammerzirkel, aus dem sich einer mit dem Ruf: „Kann denn mal einer noch ´ne Kasse aufmachen?“ als der Mutigste von allen hervorhebt.

Wenn daraufhin ein Gong und die Ansage: „Liebe Kunden, wir öffnen Kasse Drei für Sie…“ ertönt, kommt Bewegung in die Truppe – und vorbei ist es mit der noch ganz frischen Verbrüderung von soeben. Streitwagen-Rennen ist angesagt, als gehe es um Leben oder Tod.

Ich beobachte das immer wieder amüsiert und lächle in mich hinein. Mag sein, dass ich so gelassen sein kann, weil ich keine Eile habe, seit ich nicht mehr ins Büro muss.

Doch eines beschäftigt mich an der Supermarktkasse schon sehr lange – und es führt auch bei mir zum innerlichen Augenverdrehen: nämlich die Wirkung des kleinen Stabes an der Kasse, auch Warentrenner genannt, der ja dazu gedacht ist, dem Kassenpersonal die Arbeit zu erleichtern, indem er die auf dem Kassenband liegenden Einkäufe nach Kunden trennt.

Ich habe unterschwellig das Gefühl, dass dieser kleine Plastikstab nicht nur die Einkäufe, sondern auch, je nach Umgang mit diesem Teil, auch die Menschen an der Kasse trennt.

Doof und unwichtig, ich weiss – und doch verspüre ich einen gewissen Groll gegen Personen, die vor mir an der Kasse den Warentrenner nicht hinter ihren Einkauf aufs Band legen. Ich schreibe ihnen aus ihrem Nichverhalten, obwohl ich diesen Menschen ja gar nicht kenne, nichts Schmeichelndes zu, nehme dann den Warentrenner, und stecke demonstrativ, falls er/sie schaut, unsere Reviere ab und komme mir dabei selber irgendwie merkwürdig vor.

Kennt Ihr das?

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Hast Du `nen toten Vogel in der Tasche?

Die Welt ist bekloppt, aber es ist wohl wahr:
der 5. Februar 2020 wird irgendwo als Hast-Du-gepupst-Tag  begangen.

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„Kerl inne Kiste! Hömma, wat müffelt dat hier so?
  Sach ma ährlich: warst Du dat?“
„Wat?“
„Ja, hasse ein faahn lassen?“
„Nöööööö, happich nich! Ährlich nich!“
„Komm, hör doch auf. Du stinkst ja,
  als oppe nen toten Vogel inne Tasche hast!!!“

Liebe Duftexperten,
so – oder so ähnlich klang es einst im Ruhrgebiet, wenn man den Nachbarn, Freund oder Bettgenossen verdächtigte, gefurzt zu haben, dass bei ihm ein Darmwind entfleucht sein könnte..
Man öffnete das Fenster oder machte bis zur Verflüchtigung der Duftmarke einen Bogen um den Stinker, und damit hatte es sich.
Wie unschuldig und harmlos waren doch bis dato derlei Vorgänge.

Wer jedoch heute in den Verdacht gerät, „einen toten Vogel in der Tasche zu haben“, muss damit rechnen, ratz-fatz mit „Lalülalü“ überfallkomandoartig zwangsweise in eine für Vogelgrippefälle geeignete Einrichtung verschleppt und dort von der Allgemeinheit abgesondert untergebracht zu werden, weil er eine Ansteckungsquelle für die Allgemeinheit darstellen könnte..
Durch das Bundesseuchengesetz wird das grundgesetzlich verbriefte Recht auf Freiheit seiner Person aufgehoben.

–> Was lernen wir daraus?
Wir erkennen, dass die Zeiten sich geändert haben, dass der sprachliche Umgang mit Personen, denen ein Darmwind entfleucht ist, neu überdacht werden muss.
Der einst scherzhafte gemeinte Ausruf: „Puhhh, sag mal, hast Du ´nen toten Vogel in der Tasche?“ kann für den so Angesprochenen zur oben beschriebenen Katastrophe führen.

–> Was ist zu raten?
Vielleicht spricht man den verdächtigen Darmwindlasser harmlos an: „Oh, es riecht plötzlich so nach Äpfeln und Nüssen. Warst Du das?“ oder: „Hast Du hier einen Schirm stehen lassen?“.
Der Phantasie bei der Ansprache sei da nur eine (!) Grenze gesetzt: der Begriff „toter Vogel“ ist unbedingt zu vermeiden!

Ist der entwichene Flatus obendrein mit ordentlichem Geräusch verbunden, kann man auch, je nach geblasener Lautstärke ein anerkennendes: „Hömma, da bisse aber auf ein richtig dicken Frosch getreten!“ anhängen.

Oder gibt es schon erste Fälle von Froschgrippe?

So, ich verdufte jetzt erst einmal. Bissi Tage!
Lo

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Mit dem Charme eines Eisschranks…

Heute stand wieder mal „Brummschnute“ hinter der Theke der Bäckerei, in der ich ab und zu meine Brötchen kaufe: Gesichtsausdruck gewohnt abweisend, das Haar zottelig und nicht ganz fettfrei, ihr „Bitteschön?“ zischt genervt und ohne Melodie der Kundin vor mir entgegen.

Ich würde ihr am liebsten mit einem Edding den Satz: „KUNDE, DU STÖRST!“ auf ihre Stirn schreiben.

Ich bin an der Reihe.
Ich lächle sie nun extra an und lasse sie betont freundlich wissen, dass ich „gern drei normale Brötchen und zwei Rosinenstütchen“ hätte. Meine Brücke für die Gelegenheit, zu beweisen, dass Sie doch Talent zu etwas Freundlichkeit besitzt, betritt sie leider nicht. Sie packt mir das Gewünschte mit spürbarer Unlust in die Tüte und leiert die Summe, die ich zu zahlen habe, herunter.

Ich zahle – und ärgere mich. Komme mir mit meiner – wenn auch gespielten – Freundlichkeit, die ich an sie verschleuderte habe, blöd vor, weil ich die gleiche Situation mit dieser Warenabgeberin nun zum wiederholten Male erlebe. Und ich frage mich, warum sie nicht mit dem Hintern zu Hause bleibt, oder sich etwas anderes sucht, wenn ihr der Job keinen Spaß macht.

Ich bin, und dafür kann ich nichts, etwas empathisch oder nachsichtig veranlagt und gestehe meinen Mitmenschen auch gern einmal einen vielleicht schlechten Tag mit der entsprechenden Laune zu.

Doch Brummschnute hat nun bei mir verschissen. Sie hatte ihre Chance. Mit ihrem wiederholten Paradebeispiel perfekter Kundenverachtung hat sie sogar verschissen bis in die Steinzeit. Meine Brötchen kaufe ich künftig woanders.

Ich mag es, wenn jemand freundlich lächelt.
Wer mich anlächelt, hat es leichter, mir etwas zu verkaufen. Freundlichkeit und kundenorientiertes Denken sind die kleinsten Schlüssel zur Kundenzufriedenheit und letztendlich auch für den geschäftlichen Erfolg.

„Wer kein freundliches Gesicht hat, sollte keinen Laden aufmachen“, lautet ein chinesisches Sprichwort.

Und trotzdem scheint es Branchen zu geben, die mit brummigen Gesichtern gute Umsätze machen: Modefirmen zum Beispiel.

Wenn ich mit offenen Augen durch Shopping-Malls, Ladenpassagen und Kaufhäuser gehe, bemerke ich, dass ich von ganzen Brummschnuten-Armeen umgeben bin, deren Gesichter mit dem Charme eines Eisschrankes Arroganz, Langeweile oder Überdruss ausstrahlen, obwohl sie doch so chic und teuer gekleidet sind: Models auf Plakaten oder Schaufensterpuppen. Wie entthrohnte Königinnen, denen man ein unmoralisches Angebot gemacht hat, oder „richtige“ Kerle, ernst bis grimmig dreinblickende Typen, die Coolness ausstrahlen sollen.
Vermutlich gucken sie deshalb so unzufrieden, WEIL sie diese Klamotten tragen müssen – und warnen so die Kundschaft: „Kauf das hier bloß nicht, schau her: das macht Dich nicht glücklich!“

Ich möchte, wenn ich Spaß an einem Hemd oder eine Buxe habe, und diese dann kaufe, mich auch darüber freuen – ich möchte, dass man mir ansieht, dass ich mich mit meiner Kleidung wohlfühle.
Die Models und Schaufensterpuppen strahlen das mit ihren Brummschnuten jedenfalls nicht aus. Vermutlich gucken sie nur deshalb so unzufrieden, WEIL sie diese Klamotten tragen müssen – und warnen so die Kundschaft: „Kauf das hier bloß nicht, schau her: das macht Dich nicht glücklich!“

Klamotten, die mich unglücklich machen? Nö. Kaufe ich nicht.

Oder auf einen ganz anderen Bereich des Lebens übertragen:

Wäre diese Frau wiederholt zur Bundeskanzlerin gewählt worden, wenn sie auf Wahlplakaten so eine Brummschnute gemacht hätte?

Foto: Lo.... Gesehen in Wiebaden

Sach ich doch!

Bissi Tage!
Lo


 

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