Hinter dem Horizont gibts Haue!

Das Leben ist gerade besonders schön. Ich schaue auf den Atlantik, dessen Farben von blau zu türkis in dunkles tiefblau übergehen. Weite. Sand. Sonne. Himmel. Ein Farbenspiel wie auf karibischen Ansichtskarten. Nur in echt. Dazu ein herrlicher Wind, der sanft kühlend über meine Haut streicht. Unentwegt schaue ich aufs Meer, Gedanken kommen und gehen, manche mit der seltenen Chance, an diesem schönen Ort in Ruhe zuende gedacht zu werden. Tranquilo. Eine friedliche Atmosphäre.
Wellen rollen rauschend heran und brechen sich mit wuchtigem Getöse am flachen Sandstrand. Dieses immerwährende Spiel, das es schon lange vor uns gab…

Ein besonderer, friedlicher Moment zum Festhaltenwollen, den ich mir aber für später als schöne Erinnerung bewahren werde.
Ich schaue zum Horizont, dorthin, wo sich das Meer in seinem tiefstem Dunkelblau zeigt und eine klare horizontale Kante bildet, über der sich der Himmel wie mit einem Lineal gezogen hellblau und wolkenlos abgrenzt.

Mir kommt in den Sinn, dass die Menschen früher dachten, dass sie dort, da ganz weit hinten von der Erde herunterfallen würden, wenn sie sich zu weit aufs Meer hinaus wagen.

Wie weit ist der Horizont eigentlich entfernt?, frage ich mich.

Klocker, klocker, klocker, wumm!!!

Der Karte nach müsste in meiner Blickrichtung die Küste Marokkos etwa 110 km von hier entfernt liegen. Aber zu sehen ist nichts.

Klocker, klocker, klocker, wumm!!!

Äh, was wollte ich nochmal? Ach ja: herausfinden, wie weit es bis zum Horizont dahinten ist. *

Am Meer kommen einem oft die besten Gedanken.

Klocker, klocker, klocker, klock-wumm!!!

Äh, ja… muss ich mir merken, das mit dem Horizont. Dass ich noch nie auf diese Frage..

Klocker, klocker, klocker, klock-wumm!!

…äh, gekommen bin.

Klock! Klock! klocker, klock….   wumm!!!

Was ist wohl das Geheimnis der Faszination, die das Meer auf uns Menschen…

Klock! Klock! Klocker, klock!

Nanu? Kein Wumm?
Wo war ich? Ach ja: bei der Frage nach dem Grund für die beruhigendende Wirkung des Meeres auf uns Menschen, wenn wir am Strand versonnen in die Weite….

WUMM ! ! !

…gucken.
Komisch, was mir hier so alles an Fragen in den Sinn kommt.

Gerade frage ich mich, wie viele Morde 🔪 schon von friedliebenden Menschen an kniffelnden Zeitgenossen verübt worden sind, und ob diese Taten vor Gericht strafmildernd als wahre Notwehrfälle unter besonders schweren Umständen anerkannt mit Freispruch endeten.

Verflixt noch mal! Ich klopp denen gleich ihren Würfelbecher in die Fresse! Viererpasch am Arsch! Is doch wahr…!

Also, bis die Tage – und bleibt friedlich.. 😎


 

*Tante Gugel weiß die Antwort auf die Frage, wo der sichtbare Horizont endet:

Für einen Menschen direkt am Strand mit Augenhöhe 1,80 m ist der Horizont knapp 5 Kilometer entfernt. Steht dieser Mensch auf einer 20 Meter hohen Klippe, kann er schon 17 Kilometer weit blicken. Auf einem 100 Meter hohen Turm wäre der Horizont 36 Kilometer entfernt.

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Zwei Lesungen in Herne und Bochum im September

Etwas vorgelesen zu bekommen, mögen nicht nur Kinder gern. Auch wir „Großen“ lieben das Leselauschen. Ich mag ganz besonders die Atmosphäre bei Autorenlesungen, wenn sie in Buchläden oder an anderen heimelig anmutenden Orten stattfinden. Oftmals ergeben sich im Anschluss nette Seitengespräche untereinander oder man entdeckt neuen Lesestoff. Und die Autoren und Autorinnen brauchen den Kontakt zu ihren Lesern. Leider hat Vieles davon in der vergangenen Zeit aus bekannten Gründen nicht stattfinden können. Das ist traurig für alle, die schreiben und die, für die Bücher ein begehrtes „Lebensmittel“ sind.

Wie schön, dass es hin und wieder solche Leseabende gibt, wie diese beiden in Herne und Bochum.

Kommt reichlich und freut Euch.


Äpfel haben Sonnenbrand, Verse schmelzen bei 41 Grad dahin, und auf Wolke sieben wartet der Glimakipfel: „Wortwetterleuchten“.
Jens Dirksen und Hubertus Janssen mit ihrem neuen Programm im Literaturhaus Herne.
Mittwoch, 21. September 2022, ab 19.30 Uhr.
Eintritt 15 Euro.
Zum Literaturhaus Herne geht es HIER:

Halloherne.de schreibt:
„Das neue Bühnenprogramm von Hubertus Janssen und Jens Dirksen begegnet den dunklen Wolken der Gegenwart mit Heiterkeit und ironischem Witz. Da blitzt es Mal um Mal satirisch, zugleich glüht der Horizont vor Liebe zu Feld, Wald und Wiesen. Äpfel haben Sonnenbrand, Verse schmelzen bei 41 Grad dahin, ein Zimtstern des Gartenwesens steht am Firmament und auf Wolke Sieben wartet der Glimakipfel. Einmal mehr sind tiefere Bedeutung und hochgradiger Unsinn im Landwirtschaftlichen Feuilleton von Janssen & Dirksen so innig vereint wie ihre Gartenkolumnen und Gedichte. Sie lesen zusammen, was zusammengehört: Wortwetterleuchten.“


Premierenlesung: Freitag, 23. September 2022, ab 19.30 Uhr.
Lothar Gräfingholts „Die Colliers der Kanzlerin“
in der Buchhandlung Janssen, Brüderstraße 3, Bochum-Mitte.
Der Eintritt kostet sechs Euro.
Reservierungen unter Telefon 0234-13001.

Angelika Hermes ließ sich auf den Rücksitz fallen und zog die Tür hinter sich zu. Dieses Kapitel ihres Lebens war beendet. Sie blickte auf das hell erleuchtete, imposante Gebäude, ihr Amt. Blitzlichtgewitter begleitete ihre Abfahrt. Sie winkte, sie lächelte. Die Limousine nahm Fahrt auf.
Museler saß am Steuer, wie selbstverständlich, wie jeden Tag in den letzten Jahren. „Wo soll es hingehen, Frau Bundeskanzlerin?“
„Nach Hause, einfach nach Hause. Und sagen Sie bitte nicht mehr Frau Bundeskanzlerin.“
Danach wurde es still in dem gepanzerten Mercedes.

Infos zum Buch

Viel Spaß allen Beteiligten!

Lo.


Fotos entnommen bei www.vonneruhr.de


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Münster untenrum. Mit Höhepunkt.

„Entweder es regnet – oder es läuten die Glocken.“, so wird Münster gern beschrieben.
Gut, den Westfalen wird ja gern nachgesagt, dass sie nicht unbedingt die Erfinder der ausgelassenen Lebensfreude sind, doch was die als katholisch-konservativ angesehene westfälische Hauptstadt anbetrifft, mischen sich dank der zahlreichen Studenten *) der Westfälischen Wilhelms-Universität durchaus quirlig-lebendige Lebensgeräusche ins dunkel dröhnende Glockengeläut. Und Fahrradgeklingel. Und das aber reichlich. Was die Fahrraddichte anbelangt, liegt Münster nämlich zahlenmäßig sogar noch vor Amsterdam.

Obwohl mir Münster durch familiäre Bande vertraut ist, kannte ich bis dato das als szenig beschrieben Hafenviertel mit seinen Bars, Cafés und Kneipen noch nicht. Ein Grund, sich auf den Weg dorthin zu machen. Am Samstag. Mit dem Neun-Euro-Ticket. Die Bahn verdächtig voll mit blauweiss gekleideten Fußballfans, die in Gelsenkirchen ausstiegen. Mir schwant Übles, was die Rückfahrt anbetrifft.
Doof, wenn man fußballdoof ist, und nicht auf dem Schirm hat, dass fürs Bahnfahren andere Tage besser geeignet sind.

Vermutlich lag es an der frühen Mittagsszeit, denn es herrschte im Münsterschen Hafenviertel nichts von alledem, was ein Szeneviertel ausmacht. Abends ist es dort sicher anders.

Dafür aber quoll die Innenstadt beinahe über: Markt, Geschäfte und Cafés waren gut besucht, und vor der Ludgerikirche standen viele Menschen, den Blick auf die Turmspitze gerichtet. Hier wurde gerade von vermutlich schwindelfreien, mutigen Menschen in luftiger Höhe an Seilen hängend ein spektakuläres Kunstwerk angebracht: eine 36 Meter hohe neongelb leuchtende „Himmelsleiter“, die zuvor den Turm des Stephansdom in Wien zierte. Die „Erfinderin“ ist die österreichische Künstlerin Billi Thanner.
Sieht toll aus und kann noch bis zum März 2023 bestaunt werden.

Gestaunt habe ich auch, als ich an einer Baustelle vorbeikam, an der zwei Bauwagen einer Münsteraner Tiefbaufirma mit einem wortwörtlich „tiefschürfendem“ Slogan abgestellt sind. Wouw! Verdelli! Genau mein Humor.

Fußballdoof bedeutet ja nicht, dass man nicht in der Lage ist, herauszubekommen, wann so ein Spiel zuende ist, um den rechtzeitigen Zeitpunkt für eine ruhigere Rückfahrt mit der Bahn zu wählen. Und das war wohl bei dem für die blauweissen Fans niederschmetternden Endstand wohl auch gut so.

Münster. Entweder es regnet – oder es läuten die Glocken.
Ich würde noch: „„… oder Du wirst vom Fahrrad überfahren“ dranhängen.

„Guet goan!“
wie der Münsterländer sagt.

Oder
Bis die Tage!


Danke an Mallybeau Mauswohn für den Begriff „tiefschürfend“…😉👍


*) Männchen, Weibchen und Dazwischene

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Das Geheimnis der Wespe


Das Geheimnis der Wespe.

Das gelb und schwarz gestreifte Tier,
es frisst und frisst und frisst für Vier!
Doch wie bewahrt sich – die Kanaille
trotz Futterns ihre Wespentaille?

Lothar Lange

Fotos bei Pixabay entliehen und bearbeitet.
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Kunstkiosk Buer. Bunte Kunst und Leselauschen am Trinkhallentag

War das ein schöner Tag!
Allein schon wettermässig war der diesjährige Trinkhallentag im Ruhrgebiet ein Tag zum „Hemdhochheben“. Der olle Petrus ist bestimmt ein Trinkhallenfan, der sich immer wieder mal heimlich zu uns ins Ruhrgebiet begibt, um sich anner Bude ´ne Tüte gemischte Klümkes* und Salmiakpastillen zu gönnen.

Ich bin schon sehr lange nicht mehr in Gelsenkirchen-Buer – meiner alten Heimat – gewesen, und da ich immer schon einmal den dortigen Kunstkiosk von Brigitte Böcker-Miller kennenlernen, aber auch Inge Meyer-Dietrich, die so viele wunderbare Bücher geschrieben hat, beim Vorlesen zulauschen wollte, war der Trinkhallentag natürlich die Gelegenheit, mich auf die kleine Weltreise von Oberhausen nach Buer zu begeben.

Und es hat sich gelohnt.
Zum einen, weil dieser Kunstkiosk ein richtig toller Ort ist, eine bunte Wundertüte – voll mit kleinen und größeren Kunstschätzen, gemalt, getöpfert, geschnitzt, geformt, zum Bestaunen, aber auch zum Erwerben, ohne dabei den Geldbeutel zu strapazieren.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieser Kunstkiosk von Brigitte Böcker-Miller auch ein idealer Ort nachbarschaftlicher Begegnung ist.

Leider war es mir erst etwas spät möglich, dort zu sein, so dass ich die vorherigen musikalischen, sowie die literarischen Darbietungen von Rudi Schulte, Bettina Ittermann und Ulrich Breitbach nicht genießen konnte.

Dafür aber Inge Meyer-Dietrich.
Als sie gefühlvoll eine rührende Kindergeschichte um Salmiakpastillen und Freundschaft oder einige ihre pfiffigen Nashorngedichte vortrug, bescheinigte ihr das Publikum, Spaß und Gänsehaut zugleich bekommen zu haben.
Für mich ein Hochgenuss der Vorlesekunst.

Hier ein paar Fotos vom Trinkhallentag im Buerschen Kunstkiosk:

Und diese beiden Bücher von Inge Meyer-Dietrich haben es mir besonders angetan:

Hier sind sie beschrieben: Inge Meyer-Dietrich bei Bücher vonne Ruhr

Alles in Allem: eine richtig tolle Idee, dieser Trinkhallentag – und der Kunstkiosk sowieso. Absolut besuchenswert. Die Adresse lautet: 45894 Gelsenkirchen-Buer, Nordring 33

Also: bis die Tage!


*Trinkhallen sind die Ikonen der regionalen Identität im Ruhrgebiet. Am Tag der Trinkhallen wird die Trinkhallenkultur einen Tag lang im gesamten Ruhrgebiet gefeiert. Dieses Mal fand er am Samstag, 6. August 2022 statt.

*Klümkes = Ruhrdeutsch für Bonbons
Das Lexikon der Ruhrgebietssprache

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Augenblick mal!

Verdelli! Was einem manchmal so in den Kopf kommt!
Neulich erinnerte ich mich an einen Witz, den wir uns als Kinder erzählten, in dem es darum ging, dass der Teufel demjenigen die Hölle ersparte, der ihm einen Wunsch nannte, den der Teufel unmöglich erfüllen könnte. Der Bayer sagte: „Streich mir ganz München silber an!“ Zack! Ganz München glänzte silber. Der Ostfriese wüschte sich ganz Ostfriesland in Gold gestrichen. Zack! Ostfriesland strahlte golden. Blieb noch Willi aussem Kohlenpott. Der ließ einen lauten Darmwind fahren, und sagte: „Hömma, Teufel: gezz streich mir den mal schön Grün an!“
Tja, dat hat der Teufel auf Deubel-komm-raus nicht hinbekommen, und unser Willi war gerettet.

So´n Darmwind ist eben schwer zu greifen, der ist flüchtig wie die Zeit, der Augenblick. Schon dem ollen Goethe sein Faust hatte damit sein Knacken:
„Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön!“

Kein Augenblick verweilt. Er ist da, und sogleich schon vergangen.
Das Jetzt ist flüchtig wie der *räusper* Wind.
Wir sind heutzutage ja glücklich dran: wir können Momente fotografisch oder schriftlich festhalten.
Das Aufschreiben hat oftmals eine ganz besondere Wirkung: während des Schreibens wird das Erlebte oft noch einmal spürbar.
Schmerzhaft erlebte Augenblicke im Zahnarztstuhl sind daher weniger geeignet…

Verdelli, ich schreibe hier gerade wieder ein Zeug zusammen….
Gut, datt der Augenblick vorbei ist.

Bissi Tage!
Lo

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Butterbrot und Hitzetod

Verdelli,  war dat wieder warm, wat?

Um zu testen, ob es bei der Sommerhitze noch Leben unter der Hirnschale gibt,
habe ich spontan einen einfachen Reimversuch gestartet:
es scheint noch Hoffnung zu geben.
Hier das Resultat: Kniften-Lyrik.

Bissi Tage! Gestern noch dicht.
Heute Dichter.


 

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Deutschland kocht über.

Das ist ja kaum unglaublich: es ist Sommer – und es ist auch noch heiß dazu!

Ganz Deutschland schwitzt so doll, daß man schon mit Hochwasser durch anschwellende Schweissbäche rechnen muss.

Die Regierung arbeitet mit Volldampf an einem Notfallplan, der auch die Verteilung von kostenlosen Gummistiefeln und Nasenklammern vorsieht.
In den Zoos stellt man den Pinguinen Rasensprenger auf, und den Affen wird gefrorenes Obst spendiert.
In den Fußgängerzonen ist viel triefendes, wurstpellenartig in Leggins gepresstes Wellfleisch unterwegs. Die klassisch-deutsche „Socken-in-Sandalen-Mode“ bleibt uns auch in diesem Sommer unausrottbar und hitzeresistent erhalten.
Andere Menschen wiederum verzichten bei diesen Temperaturen auf diese Sockenmode und verlassen sich lieber auf Mutter Natur, die ihnen über das Frühjahr bis zum Sommer hin eine naturbelassene dicke graue Hornhautschicht an ihren Fersen als Hitzeschutzschild wachsen ließ.
Dr. Scholls Fußpflegeprodukte gammeln in den Regalen der Drogeriemärkte unverkauft dahin und warten auf den Tag der Überschreitung ihres Mindesthaltbarkeitsdatums.

Ein Sommer zum Staunen und zum Hemdhochheben.
Und alle glauben an das Märchen vom wachsenden Ozonloch, das schuld an der Erderwärmung sein soll.
Ozonloch? Nö.

Die Wahrheit: schuld an der ganzen Klimakatstrophe sind all´ die Lafers, Lichters, Leckers, Nelsons, Hensslers und die vielen anderen Kochshow-Brutschel-Profis, die tagtäglich unter Volldampf ihre Grills, Backöfen, Fritteusen und Kochplatten anheizen, und die ganze Nation zum schweißtreibenden Mit-Mälzern, Mit-Lafern und Mit-Bruzzeln animieren!

Und die Folge? Noch mehr Backöfen, Weber-Grills, Fritteusen, Microwellenherde im Land. Dazu die Wärme  der Millionen Plasmabildschirme im Dauerbetrieb. Eine Heizspirale ohne Ende.
Deutschland kocht über.

Fazit.
Wärme macht schlapp und denkfaul. Das große Fressen auch.
Wer kennt nicht den abgeschlafften Zustand nach dem Mittagessen?
Richtig: „Suppenkoma“ nennt man das!
Wir werden träge, leiden unter Müdigkeit und Schlappheit und bekommen nix mehr mit.
So am Denken gehindert, glauben wir auch weiterhin brav und kartoffeldeutsch an das böse Ozonloch und vergessen dabei:
Wissenshunger kann durch Kochsendungen nicht gestillt werden.

Ooops! Gerade macht sich bei mir ein kleines Hüngerchen bemerkbar.
Mal nachsehen: vielleicht finde ich ja noch´n lecker Stück Braten im Fernseher?

Also! Bissi kühleren Tage dann!


Hinweis: Dieses ist ein auf kleinster Flamme leicht veränderter, und nochmals aufgewärmter Beitrag aus der Vergangenheit. Man soll ja nix umkommen lassen…, oder?


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Man muss dem Kopp´ne Beschäftigung geben

„Man muss dem Kopp´ne Beschäftigung geben,
damit der Körper keinen Blödsinn macht.“

Diesen Spruch hätte seine Omma immer gesacht, erzählte mir ein Freund einmal.

Verdelli, und da is wat Wahret dran: früher – is noch gar nicht so lange her – als ich noch „anne Schüppe“ musste, da hab ich ´n ärztlichet Wartezimmer nur sehr selten von innen gesehen. Mein Leben lang hatte ich dat große, und mit Nix bezahlbare Glück, immer gesund geblieben zu sein, und ich weiss et auch, datt sowat ein großet, und vielleicht auch manchmal unverdientet Geschenk is.

Als ich meinen Laden vor ein paar Jahren zumachte, um „in den wohlverdienten UnRuhestand“ zu treten“, gab et von allen Seiten Glückwünsche für die Zukunft , und bei keinem davon fehlte dat Wort  „gesund“:
„Bleiben Se gesund!“ –  „Und vor allem: Gesundheit!“ – „Gesundheit und Wohlbefinden!“

Jau. Und gezz?

Gezz happich Zeit, bin vogelfrei und am Staunen, wie schnell sonne Woche um is, obwohl ich donnix Richtiget gemacht habe. Und – wat ich mir nie hätte träumen lassen: datt et mir passiert, datt ich manchmal sogar kurz raten muss, wat für´n Tach is!

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja beie Gesundheit.
Die hat gerade ´nen Knacks im Maschinenraum. Neue Ersatzteile sind schon eingebaut.
Und für gegen dat, wat ich hab, hab ich gezz – so´n Behälter, für bunte Tabletten einzuteilen, und – ich kenn mich gezz mit verschiedene Einrichtungsstile von Wartezimmern aus.

Früher hätt ich für sowatt keine Zeit gehabt.

Wie kam ich gezz da drauf?
Ach ja: dem Freund seine Omma ihren Spruch.
Recht hat se, de Omma, oder?

Bissi Tage!

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„Ich sehe häufig Dinge, die es nicht gibt.“ Winkelmann & das Dortmunder U.

In letzter Zeit führt mich der Weg von Oberhausen häufiger als früher nach Dortmund, genauer gesagt, zum Südfriedhof, der gleich beim quirlig schönen „szenigen“ Kreuzviertel mit seinen alten Häusern und den vielen Cafés und Kneipen liegt. Und bei jedem meiner Besuche dort erkunde ich nebenbei – für mich – neue Teile dieser Stadt.

Wenn ich mit dem Zug anreise, fallen mir bei der Einfahrt zum Hbf selbstverständlich immer die laufenden Bilder von Adolf Winkelmann hoch oben auf dem Turm der alten Union-Brauerei ins Auge. Ich muss gestehen: bisher war ich noch nie im „Dortmunder U“ – hab es mir aber fest vorgenommen. Dabei habe ich doch schon mit Vergnügen die spannende Geschichte der Entstehung der laufenden Bilder gelesen, die Adolf Winkelmann sehr unterhaltsam aufgeschrieben hat: Die Bilder, der Boschmann und ich

Und passend dazu gibt es auch ein richtiges „Bilderbuch“ zum Thema Dortmunder U. mit dem Titel: „Adolf Winkelmann – Ich sehe häufig Dinge, die es nicht gibt“
Auf wertigem Papier im Querformat findet man hier schön bunt und im Comic-Stil gestaltet die Geschichte der fliegenden Bilder von der Idee, des bremsenden Amtsschimmels, der vielen Bedenkenträger und der unbeirrten Beharrlichkeit Adolf Winkelmanns, die letztendlich zur geglückten und vielbestaunten Realisierung führte, mit der sich nun auch die Unmöglichkeitsdenker schmücken.
Ein toller Band, nicht nur für Dortmunder.

Auf der Verlagsseite zu lesen:
Spätestens zur Jahrtausendwende war den fünf Millionen Bewohnern des Kohlenpotts der Rohstoff und die Arbeit ausgegangen. Zwar gab es noch Kohle, aber keiner hatte mehr Lust, sie aus dem Berg zu holen. Die Stahlwerke waren auseinandergenommen und nach China verschifft. Biertrinker gab es nicht mehr, die Limonade setzte sich durch und die einst so stolzen Malocher vergifteten ihre Brieftauben.

Nur der Bildermensch Winkelmann hat einen Plan:
Er will hoch oben auf dem Turm der Dortmunder Union-Brauerei sieben Meter große Tauben ansiedeln.

Das Vorwort von Anne-Kathrin Schulz:
Er brachte die Bilder zum Fliegen, weil er der Einzige war, der wusste, dass sie es können.
Er wusste auch, dass sieben Meter große Tauben in einem Turm bleiben, ohne wegzufliegen.
Und dass dieser Turm sprechen kann. Dass im Mai 2010 in Dortmund 1,7 Millionen Leuchtdioden hoch über der Stadt auf Sendung gehen konnten, war nichts weniger als ein Wunder – nicht nur aus technischer Sicht. Der Weg dorthin führte Adolf Winkelmann durch ein seltsames Land aus Bauverordnungen, Denkmalschützern, Krankenkassen, Schreibtischen und den daran sitzenden partiell Eingeweihten.
Die dem Künstler und seinem Team fleißig Steine in den Weg rollten, sodass die Expedition aufs Dach der ehemaligen Union-Brauerei permanent kurz vorm Scheitern stand. Aber die Steineroller blockierten sich auch gegenseitig. Was vielleicht einer der Gründe war, warum Winkelmann dann doch aus seiner Vision strahlende Wirklichkeit machen konnte: Ein Kühlturm wurde zum Leuchtturm.
Winkelmann, der einst Bildende Kunst studierte, bevor ihn erst die Fotografie klaute und dann der Film, entführt in seiner ersten Graphic Novel in ein aberwitziges urbanes Abenteuer ohne Ende. Er wirft einen liebevoll-scharfen Blick durch Zeit und Raum, auf Passanten und Panoramen, öffnet Fenster zu einer erstaunlichen Heimat: eine phantastische Welt, die echt ist.
Echt bezaubernd – und ohne Frage wirklich wahr.
„Ich sehe häufig Dinge, die es nicht gibt“?
Von wegen.


Adolf Winkelmann
Ich sehe häufig Dinge, die es nicht gibt
Graphic Novel
112 Seiten · gebunden · 14,90 €
ISBN 978-3-942094-14-6
Zum Buch


Das ist mir wichtig: wenn ich hier hin und wieder ein Buch beschreibe, das mir gefällt, so geschieht dieses stes ohne wirtschaftliches Interesse meinerseits, frei jeglicher Beeinflussung meiner Meinung und grundsätzlich ohne Gegenleistung, ausser vielleicht, dass die Freude der Autoren/ der Autorin/nen darüber mein ach so altes Herz erfreut.
Dat isso! 🙂
Lothar Lange

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