Mustermann kommt in die Jahre

Verdelli, irgendwat stimmt nicht.
Ich beobachte dat schon eine ganze Weile: irgendwat verändert sich.

Zum Beispiel bin ich an der Kasse bei WALDI schon lange nicht mehr nach dem Ausweis gefragt, wenn ich mal ´n Pülleken Schnappes bezahlen will. Und wenn ich dann in mein Portemonnaie gucke, und freundlich sage: „Warten Se mal, Frollein, ich glaub, ich happet vielleicht sogar passend…!“, freut die sich gar nich, obwohl ich mir wirklich Mühe gebe, in Ruhe die Piselotten passend zusammenzusuchen, damit dat Frollein et einfacher beim Kassieren hat und kein Wechselgeld rausgeben muss. Könich Kunde? Dat war mal… Früher vielleicht.

Früher sprachen die Leute auch deutlicher und nich so leise, datt ich immer häufiger gezwungen bin, nochmals nachzufragen. Sogar beim Fernseher isset so, datt ich den immer lauter stellen muss, obwohl ich vorm Spiegel festgestellt hab, datt meine Ohren größer geworden sind.
Vielleicht, weil se sich beim Zuhören immer mehr anstrengen müssen. Auch Ohren wachsen mit ihren Aufgaben. Hoffentlich werden dat nich eines Tages so große Bimboblätter…

Früher war et auch so, datt man mittem Automobil bei Rot anner Ampel stehenbleiben musste. Zumindest hab ich dat so gelernt. Und die Polizei scheint sich da auch dran gewöhnt zu haben, datt dat heute nich mehr so in Mode is. Kein Wunder: früher waren Polizisten auch nich so jung.
Mitte Ärzte oder mitte Lehrer isset auch so: die sind heutzutage ja auch immer jünger! Dat könnten ja meine Söhne oder Töchter sein! Nee, die waren früher alle älter.

Und dann die Jugend: die hat doch kein Respekt! Kaum bin ich inner Straßenbahn, stehen se auf, und machen mir meinen Stehplatz streitig. Aber da bin ich ja auf Zack: ich setz mich einfach auf den Platz, wo se gerade noch saßen und lächle sie an. Dann wissen se auch nich anders, und lächeln zurück oder gucken aus Verlegenheit auf ihr Fototelefon.

Aber dat Dollste, wat ich die letzten Tage gelesen hab, war,
datt der bekannte Max Mustermann sich vonner AOK ein Hörgerät verpassen ließ. Jau!

Hier: kumma! Machen se sogar Reklame mit ihm.

Verdelli! Der Max Mustermann mittem Hörgerät!
Ja gut, wat soll man da sagen?
Is ja auch nich mehr der Jüngste.

Also: bis die Tage!

Ach, da fällt mir gerade ein: wat is eigentlich aus dem Otto Normalverbraucher geworden? Lebt der noch?
Sachdienliche Hinweise….

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Augenblick mal!

Verdelli! Was einem manchmal so in den Kopf kommt!
Neulich erinnerte ich mich an einen Witz, den wir uns als Kinder erzählten, in dem es darum ging, dass der Teufel demjenigen die Hölle ersparte, der ihm einen Wunsch nannte, den der Teufel unmöglich erfüllen könnte. Der Bayer sagte: „Streich mir ganz München silber an!“ Zack! Ganz München glänzte silber. Der Ostfriese wüschte sich ganz Ostfriesland in Gold gestrichen. Zack! Ostfriesland strahlte golden. Blieb noch Willi aussem Kohlenpott. Der ließ einen lauten Darmwind fahren, und sagte: „Hömma, Teufel: gezz streich mir den mal schön Grün an!“
Tja, dat hat der Teufel auf Deubel-komm-raus nicht hinbekommen, und unser Willi war gerettet.

So´n Darmwind ist eben schwer zu greifen, der ist flüchtig wie die Zeit, der Augenblick. Schon dem ollen Goethe sein Faust hatte damit sein Knacken:
„Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön!“

Kein Augenblick verweilt. Er ist da, und sogleich schon vergangen.
Das Jetzt ist flüchtig wie der *räusper* Wind.
Wir sind heutzutage ja glücklich dran: wir können Momente fotografisch oder schriftlich festhalten.
Das Aufschreiben hat oftmals eine ganz besondere Wirkung: während des Schreibens wird das Erlebte oft noch einmal spürbar.
Schmerzhaft erlebte Augenblicke im Zahnarztstuhl sind daher weniger geeignet…

Verdelli, ich schreibe hier gerade wieder ein Zeug zusammen….
Gut, datt der Augenblick vorbei ist.

Bissi Tage!
Lo

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Butterbrot und Hitzetod

Verdelli,  war dat wieder warm, wat?

Um zu testen, ob es bei der Sommerhitze noch Leben unter der Hirnschale gibt,
habe ich spontan einen einfachen Reimversuch gestartet:
es scheint noch Hoffnung zu geben.
Hier das Resultat: Kniften-Lyrik.

Bissi Tage! Gestern noch dicht.
Heute Dichter.


 

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Deutschland kocht über.

Das ist ja kaum unglaublich: es ist Sommer – und es ist auch noch heiß dazu!

Ganz Deutschland schwitzt so doll, daß man schon mit Hochwasser durch anschwellende Schweissbäche rechnen muss.

Die Regierung arbeitet mit Volldampf an einem Notfallplan, der auch die Verteilung von kostenlosen Gummistiefeln und Nasenklammern vorsieht.
In den Zoos stellt man den Pinguinen Rasensprenger auf, und den Affen wird gefrorenes Obst spendiert.
In den Fußgängerzonen ist viel triefendes, wurstpellenartig in Leggins gepresstes Wellfleisch unterwegs. Die klassisch-deutsche „Socken-in-Sandalen-Mode“ bleibt uns auch in diesem Sommer unausrottbar und hitzeresistent erhalten.
Andere Menschen wiederum verzichten bei diesen Temperaturen auf diese Sockenmode und verlassen sich lieber auf Mutter Natur, die ihnen über das Frühjahr bis zum Sommer hin eine naturbelassene dicke graue Hornhautschicht an ihren Fersen als Hitzeschutzschild wachsen ließ.
Dr. Scholls Fußpflegeprodukte gammeln in den Regalen der Drogeriemärkte unverkauft dahin und warten auf den Tag der Überschreitung ihres Mindesthaltbarkeitsdatums.

Ein Sommer zum Staunen und zum Hemdhochheben.
Und alle glauben an das Märchen vom wachsenden Ozonloch, das schuld an der Erderwärmung sein soll.
Ozonloch? Nö.

Die Wahrheit: schuld an der ganzen Klimakatstrophe sind all´ die Lafers, Lichters, Leckers, Nelsons, Hensslers und die vielen anderen Kochshow-Brutschel-Profis, die tagtäglich unter Volldampf ihre Grills, Backöfen, Fritteusen und Kochplatten anheizen, und die ganze Nation zum schweißtreibenden Mit-Mälzern, Mit-Lafern und Mit-Bruzzeln animieren!

Und die Folge? Noch mehr Backöfen, Weber-Grills, Fritteusen, Microwellenherde im Land. Dazu die Wärme  der Millionen Plasmabildschirme im Dauerbetrieb. Eine Heizspirale ohne Ende.
Deutschland kocht über.

Fazit.
Wärme macht schlapp und denkfaul. Das große Fressen auch.
Wer kennt nicht den abgeschlafften Zustand nach dem Mittagessen?
Richtig: „Suppenkoma“ nennt man das!
Wir werden träge, leiden unter Müdigkeit und Schlappheit und bekommen nix mehr mit.
So am Denken gehindert, glauben wir auch weiterhin brav und kartoffeldeutsch an das böse Ozonloch und vergessen dabei:
Wissenshunger kann durch Kochsendungen nicht gestillt werden.

Ooops! Gerade macht sich bei mir ein kleines Hüngerchen bemerkbar.
Mal nachsehen: vielleicht finde ich ja noch´n lecker Stück Braten im Fernseher?

Also! Bissi kühleren Tage dann!


Hinweis: Dieses ist ein auf kleinster Flamme leicht veränderter, und nochmals aufgewärmter Beitrag aus der Vergangenheit. Man soll ja nix umkommen lassen…, oder?


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Man muss dem Kopp´ne Beschäftigung geben

„Man muss dem Kopp´ne Beschäftigung geben,
damit der Körper keinen Blödsinn macht.“

Diesen Spruch hätte seine Omma immer gesacht, erzählte mir ein Freund einmal.

Verdelli, und da is wat Wahret dran: früher – is noch gar nicht so lange her – als ich noch „anne Schüppe“ musste, da hab ich ´n ärztlichet Wartezimmer nur sehr selten von innen gesehen. Mein Leben lang hatte ich dat große, und mit Nix bezahlbare Glück, immer gesund geblieben zu sein, und ich weiss et auch, datt sowat ein großet, und vielleicht auch manchmal unverdientet Geschenk is.

Als ich meinen Laden vor ein paar Jahren zumachte, um „in den wohlverdienten UnRuhestand“ zu treten“, gab et von allen Seiten Glückwünsche für die Zukunft , und bei keinem davon fehlte dat Wort  „gesund“:
„Bleiben Se gesund!“ –  „Und vor allem: Gesundheit!“ – „Gesundheit und Wohlbefinden!“

Jau. Und gezz?

Gezz happich Zeit, bin vogelfrei und am Staunen, wie schnell sonne Woche um is, obwohl ich donnix Richtiget gemacht habe. Und – wat ich mir nie hätte träumen lassen: datt et mir passiert, datt ich manchmal sogar kurz raten muss, wat für´n Tach is!

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja beie Gesundheit.
Die hat gerade ´nen Knacks im Maschinenraum. Neue Ersatzteile sind schon eingebaut.
Und für gegen dat, wat ich hab, hab ich gezz – so´n Behälter, für bunte Tabletten einzuteilen, und – ich kenn mich gezz mit verschiedene Einrichtungsstile von Wartezimmern aus.

Früher hätt ich für sowatt keine Zeit gehabt.

Wie kam ich gezz da drauf?
Ach ja: dem Freund seine Omma ihren Spruch.
Recht hat se, de Omma, oder?

Bissi Tage!

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„Ich sehe häufig Dinge, die es nicht gibt.“ Winkelmann & das Dortmunder U.

In letzter Zeit führt mich der Weg von Oberhausen häufiger als früher nach Dortmund, genauer gesagt, zum Südfriedhof, der gleich beim quirlig schönen „szenigen“ Kreuzviertel mit seinen alten Häusern und den vielen Cafés und Kneipen liegt. Und bei jedem meiner Besuche dort erkunde ich nebenbei – für mich – neue Teile dieser Stadt.

Wenn ich mit dem Zug anreise, fallen mir bei der Einfahrt zum Hbf selbstverständlich immer die laufenden Bilder von Adolf Winkelmann hoch oben auf dem Turm der alten Union-Brauerei ins Auge. Ich muss gestehen: bisher war ich noch nie im „Dortmunder U“ – hab es mir aber fest vorgenommen. Dabei habe ich doch schon mit Vergnügen die spannende Geschichte der Entstehung der laufenden Bilder gelesen, die Adolf Winkelmann sehr unterhaltsam aufgeschrieben hat: Die Bilder, der Boschmann und ich

Und passend dazu gibt es auch ein richtiges „Bilderbuch“ zum Thema Dortmunder U. mit dem Titel: „Adolf Winkelmann – Ich sehe häufig Dinge, die es nicht gibt“
Auf wertigem Papier im Querformat findet man hier schön bunt und im Comic-Stil gestaltet die Geschichte der fliegenden Bilder von der Idee, des bremsenden Amtsschimmels, der vielen Bedenkenträger und der unbeirrten Beharrlichkeit Adolf Winkelmanns, die letztendlich zur geglückten und vielbestaunten Realisierung führte, mit der sich nun auch die Unmöglichkeitsdenker schmücken.
Ein toller Band, nicht nur für Dortmunder.

Auf der Verlagsseite zu lesen:
Spätestens zur Jahrtausendwende war den fünf Millionen Bewohnern des Kohlenpotts der Rohstoff und die Arbeit ausgegangen. Zwar gab es noch Kohle, aber keiner hatte mehr Lust, sie aus dem Berg zu holen. Die Stahlwerke waren auseinandergenommen und nach China verschifft. Biertrinker gab es nicht mehr, die Limonade setzte sich durch und die einst so stolzen Malocher vergifteten ihre Brieftauben.

Nur der Bildermensch Winkelmann hat einen Plan:
Er will hoch oben auf dem Turm der Dortmunder Union-Brauerei sieben Meter große Tauben ansiedeln.

Das Vorwort von Anne-Kathrin Schulz:
Er brachte die Bilder zum Fliegen, weil er der Einzige war, der wusste, dass sie es können.
Er wusste auch, dass sieben Meter große Tauben in einem Turm bleiben, ohne wegzufliegen.
Und dass dieser Turm sprechen kann. Dass im Mai 2010 in Dortmund 1,7 Millionen Leuchtdioden hoch über der Stadt auf Sendung gehen konnten, war nichts weniger als ein Wunder – nicht nur aus technischer Sicht. Der Weg dorthin führte Adolf Winkelmann durch ein seltsames Land aus Bauverordnungen, Denkmalschützern, Krankenkassen, Schreibtischen und den daran sitzenden partiell Eingeweihten.
Die dem Künstler und seinem Team fleißig Steine in den Weg rollten, sodass die Expedition aufs Dach der ehemaligen Union-Brauerei permanent kurz vorm Scheitern stand. Aber die Steineroller blockierten sich auch gegenseitig. Was vielleicht einer der Gründe war, warum Winkelmann dann doch aus seiner Vision strahlende Wirklichkeit machen konnte: Ein Kühlturm wurde zum Leuchtturm.
Winkelmann, der einst Bildende Kunst studierte, bevor ihn erst die Fotografie klaute und dann der Film, entführt in seiner ersten Graphic Novel in ein aberwitziges urbanes Abenteuer ohne Ende. Er wirft einen liebevoll-scharfen Blick durch Zeit und Raum, auf Passanten und Panoramen, öffnet Fenster zu einer erstaunlichen Heimat: eine phantastische Welt, die echt ist.
Echt bezaubernd – und ohne Frage wirklich wahr.
„Ich sehe häufig Dinge, die es nicht gibt“?
Von wegen.


Adolf Winkelmann
Ich sehe häufig Dinge, die es nicht gibt
Graphic Novel
112 Seiten · gebunden · 14,90 €
ISBN 978-3-942094-14-6
Zum Buch


Das ist mir wichtig: wenn ich hier hin und wieder ein Buch beschreibe, das mir gefällt, so geschieht dieses stes ohne wirtschaftliches Interesse meinerseits, frei jeglicher Beeinflussung meiner Meinung und grundsätzlich ohne Gegenleistung, ausser vielleicht, dass die Freude der Autoren/ der Autorin/nen darüber mein ach so altes Herz erfreut.
Dat isso! 🙂
Lothar Lange

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Die Bilder, der Boschmann und ich. Winkelmanns spannender Blick hinter die Kulissen des Films.

Seit ich als 12jähriger Kohlenpott-Knirps auf einem Hinterhof in Schalke bei den Dreharbeiten für eine Szene des Spielfilms „Das Lamm“ zusehen durfte, bin ich infiziert. Kameras, Scheinwerfer und die Atmosphäre bei Dreharbeiten üben einen besonderen Reiz auf mich aus. Durch die Freundschaft zu einem englischen Schauspieler hatte ich später Gelegenheit, in Berlin, Paris und in den Londoner Pinewood Studios hautnah dabei zu sein, wenn gedreht wurde. Spannend und faszinierend zugleich.

Wer gern selbst einmal – aus erster Hand – erfahren möchte, wie es so hinter den Kulissen der Filmemacherei zugeht – und dazu noch nebenbei die Geschichte über die fliegenden Bilder mit den sieben Meter großen Tauben an der Dachkrone des Dortmunder U erfahren möchten und überhaupt…, dem kann ich dieses herrlich lebendig geschriebene Buch empfehlen.

Adolf Winkelmann
Die Bilder, der Boschmann und ich

Winkelmanns Gespräche mit Boschmann eröffnen einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen der Filmemacherei
176 Seiten · gebunden mit Schutzumschlag · mit vielen Fotos · 14,90 €
ISBN 978-3-948566-06-7

Zum Buch


„Es war Mitte September 2020, die Pandemie schien fast vorbei, da rief mich der Boschmann auf FaceTime an und bat um ein kleines Interview für seinen Verlagskatalog. Ich hockte surfend am Schreibtisch, er krabbelte in seinem Taubenschlag herum und stellte mir als Erstes ein paar seiner Tiere namentlich vor. Wir sind beide stolz auf unsere Tauben, viele sind uns zugeflogen, seine sind aus Fleisch, Blut und Federn, meine aus Licht, ausschließlich Licht.
Wir sprachen über die Allüren der Ruhrgebietspromis, über meine Unabhängigkeit als Künstler, den Film „Die Abfahrer“ und die Lichtzeichen am Dortmunder U.
Nach zehn Minuten verabredeten wir, das Gespräch fortzusetzen, lang und ausführlich. Der Boschmann behauptete, jede Menge Fragen auf Lager zu haben, die mir noch nie gestellt worden seien.“

Auf den ersten Blick scheinen sie nicht zusammenzupassen: der Filmemacher und Medienkünstler aus der Metropole Dortmund und der Kleinverleger aus Bottrop. Professor Winkelmann und Straßenabiturient Boschmann sind in ihren Gesprächen auch nicht immer einer Meinung. Aber wenn es um das Wesentliche geht, um ihre Liebe zu den „Abfahrern“ und den Fliegenden Bildern auf dem Dortmunder U, um ihre Hassliebe zum Ruhrgebiet, um ihre Abneigung gegenüber Politbüro­kraten und Kunstfunktionären, dann besitzen ihre Dialoge eine Eindeutigkeit, die „in der Region“ nicht oft anzutreffen ist.


Mir als mittelklassigem Volksschulabsolvent gefällt der Begriff „Straßenabiturient“.

Bissi Tage!


Das ist mir wichtig: wenn ich hier hin und wieder ein Buch beschreibe, das mir gefällt, so geschieht dieses stes ohne wirtschaftliches Interesse meinerseits, frei jeglicher Beeinflussung meiner Meinung und grundsätzlich ohne Gegenleistung, ausser vielleicht, dass die Freude der Autoren/ der Autorin/nen darüber mein ach so altes Herz erfreut.
Dat isso! 🙂

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UFO-Alarm am Düsseldorfer Flughafen!

Heute Mittag am Zaun des Düsseldorfer Flughafens gesichtet: dieses unbekannte Flugobjekt.

Als es bemerkte, dass es fotografiert wurde, hob es ab und flüchtete mit unbekanntem Ziel.

Sachdienliche Hinweise…..☝️👮‍♂️

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Kein Signal. Nur Nepp.

Et war einmal…, und dat is kein Märchen, sondern et soll ja tatsächlich vor langer Zeit so gewesen sein, datt et „Tugenden“ gab.

Verdelli, wie erklärt man, wat ´ne Tugend is?
Vielleicht so, datt, wenn man sich so verhält, datt man niemandem schaden will, datt man et gut mit den anderen meint, datt man freundlich is, fleißig, gerecht, auch treu, wennet geht – ja, wat noch? Vielleicht pünktlich. Und zuverlässig.
Ach ja, datt man ehrlich ist und keinen beschummelt: dat sind dann Tugenden. Wer dat allet beherrscht, der is dann tugendhaft.
Und dat allet haben sich früher im Mittelalter die Kaufleute auf ihre Fahnen geschrieben, weil se wussten: wenn sich jeder daran hält, dann klappt et auch mittem Geschäft, mitte Kundschaft, dann is allet friedlich. Dat waren dann die „Ehrbaren Kaufleute“.

Gut, Schlickefänger gab et schon immer, Roßtäuscher, Quacksalber, Scharlatane, aber et gab sicher früher nich so viel Beschiss wie heute. Heute musse ja täglich aufpassen, wie ein Lux, datte kein Opfer von Reklame, Werbeversprechen oder Mogelpackungen wirst. Nepp, wohin man guckt.

So wie heute: ich stehe an einer Kreuzung, steht da ein Schild:
„Signal anfordern. Bitte drücken.“

Hab ich gemacht. Und et leuchtet auch eine Schrift auf: SIGNAL KOMMT
„Au!“, dachte ich noch so: dat is aber nett. Zahnpasta kann man immer gebrauchen.“
Ja – aber et kam nix.
Ich hab noch zwei Mal gedrückt: immer dattselbe: SIGNAL KOMMT.
Et kam nix. Kein SIGNAL, kein BLENDAX, kein COLGATE.

Ich happet aufgegeben.
Mein Vertrauen inne Menschheit hat wieder einen Knacks mehr.

Bissi Tage!

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Grausam, dat Bunte.

Wir Ruhrgebietler haben et nich einfach.
Fast unser ganzet Leben haben wir mit wunderbaren Grautönen um uns herum gelebt.
Ein breitet Farbspektrum von edlem Koksgrau bis zu fettem Kohlenschwarz umgab uns, sogar der Himmel über uns zeigte sich, bis auf wenige Unterbrechungen durch dat Rot beim Koksabstich oder dat Giftgelb der Chemischen Werke, in schönem Tristgrau.
Sogar die Kragen unserer Hemden waren nach kurzem Tragen schön glänzend grau.
Und wir waren damit glücklich, bis zum Sommer 1967.
Da drückte der olle Willy Brandt auf einen Knopp – und plötzlich war dat Fernsehen bunt.
Wir brauchten lange, bis wir uns daran gewöhnten.
Und irgendwann verschwand dat Grau, et stank im Ruhrgebiet immer mehr nach frischer Luft, und mit dem Himmel schien auch nicht mehr allet in Ordnung zu sein. Er wurde so komisch blau, und wir machten uns Sorgen.
Ein wenig Hoffnung keimte in letzter Zeit auf, als wir bemerkten, datt Grau aktuell wohl die Modefarbe bei Autos ist. Vielleicht wird ja allet wieder gut und allet wieder schön grau.
Aber da seh‘ ich schwarz: dat wird vermutlich nur ein kurzlebiger Trend sein.

Heute war ich wieder einmal draußen, in Mülheim, oben auf der Mendener Höhe: wat soll ich sagen? Allet schlimm bunt….!
Aber seht selbst:

Et is nich einfach.
Gezz stelle ich erst einmal meinen Fernseher auf Schwarz weiß um.

Bissi Tage!

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