„Wenn sich die Haare weiß färben,  werden die Erinnerungen grün…“

Eine Alterserscheinung mit erfreulichen Folgen: irgendwann vor mehreren Jahren hatte ich die Idee, meine Kindheitserinnerungen in Gelsenkirchen-Erle und Umgebung aufzuschreiben , um sie für die nächste Generation festzuhalten, denn Kinder erleben ihre Eltern ja von Beginn an nur als Erwachsene.

Diese anfänglich privaten Aufzeichnungen wuchsen im Laufe der Jahre durch Hinzufügen von Erinnerungen an alte Geschäfte, Nachbarn, Gerüche, die unseren Alltag permanent begleitenden Geräusche der Zeche Graf Bismarck, oder den Klang des ostpreußischen Dialektes, der damals noch verbreitet gesprochen wurde, an Tauben, die Schaufenster der Kinder-Wunschträume auslösenden Spielwarenläden, Selterbuden, an Kaffee-, Zigarettensorten, Bäckereien, Kneipen, Autos, die Emscherland-Rabattmarken, und das samstägliche Baden in der in der Wohnküche aufgestellten Zinkwanne…

Dieses (für mich) wunderbare Sammelsurium an Kohlenpott-Erinnerungen an die 50er/60er in Gelsenkirchen und Umgebung teile ich seit Jahren immer wieder gern mit vielen Menschen – und habe Freude daran, wenn ich aus dem Publikum eine schmunzelnde oder auch nachdenkliche Bestätigung spüre, „datt dat damals alles wirklich so war“.

Weil die letzten beiden Veranstaltungen in der Gelsenkirchener „flora“ so gut besucht waren, dass viele Besucher vor dem Schild „Leider voll!“ umkehren mussten, freue ich mich, dass ich am Donnerstag, 5. März 2026um 19:00 Uhr noch einmal mit Lampenfieber auf die Bühne darf.  

Der Eintritt ist frei, Spenden für den Heimatbund Gelsenkirchen sind willkommen.

Anmeldung unter Telefon 0209 – 177 09999 oder per eMail: anmelden@heimatbund-gelsenkirchen.de  ist erforderlich.

Wer weiß? Vielleicht sehen wir uns?  

Kulturraum „die flora“
Florastraße 26
45879 Gelsenkirchen
www.die-flora-gelsenkirchen.de

Übrigens: der Name „Lothar-Lange-Abend“ ist nicht meine Erfindung. Klingt wie ein Nachruf, dabei bin ich doch noch quietsch-lebendig. 😉
Veröffentlicht am von Lo | Schreibe einen Kommentar

„Buchhandlungen sterben leise…“ Die wunderbaren Wärmestuben für den Geist werden immer weniger.

Ich gestehe, ich habe einen Tick.
Und: „nein Danke!“ – ich wünsche keine Hilfe, keine Tipps, wie ich ihn wieder loswerden könnte, denn ich mag meine Macke: schon seit meiner Kindheit liebe ich es, in Schreibwaren- und Buchläden zu stöbern.
Meine „ersten Male“ waren die Buchhandlung Franz Weber und das Schreibwarengeschäft Lechtenberg in Gelsenkirchen-Erle. In beiden Geschäften versorgte ich mich schon als Kind mit alledem, was ich für die Schule oder zum Schmökern brauchte.
Das erste „richtige“ Buch, dass ich mir als sieben-jähriger Knirps ganz alleine bei Franz Weber aussuchen durfte, handelte von einer Familie, die mit ihrem Volkswagen in Urlaub fuhr. Ich hütete es wie einen Schatz.
Später kamen auch viele andere Bücher hinzu, und es war immer so schön still in der Buchhandlung. Dazu der heimelige Duft von bedrucktem Papier und Tinte. Eine Atmosphäre, die ich schon als Kind als behaglich empfand, obwohl ich diesen Ausdruck damals bestimmt noch nicht kannte.
Diese beiden Läden meiner Kindheit gibt es schon sehr lange nicht mehr, und es ist so traurig, dass immer mehr dieser kleinen Buchhandlungen ihre Türen für immer schließen. Weil sie es müssen.

Geruch ist ja ein besonders starker Erinnerungsträger, und es gibt ihn ja noch, diesen wunderbaren Bücherladenduft.
Doch ich fürchte, die Möglichkeiten, ihn weiterhin zu genießen, werden immer seltener.
Die persönliche, maßgeschneiderte Beratung, das Austauschen über Lesevorlieben, beinahe wie ein Gespräch mit einem Freund oder einer Freundin. Und nicht zu vergessen die Veranstaltungen: Lesungen mit Autoren, signierte Exemplare, Gespräche hinterher, in denen man über das Gelesene ins Gespräch kommt.

Wie seelenlos dagegen ist doch die Abwicklung beim Onlinehandel: Suchen, bestellen, bezahlen, warten. Kein persönlicher Austausch , kein Duft, kein nettes Gespräch über einen Lieblingsautor.
Der Preis für diese Bequemlichkeit ist hoch, denn wenn unsere kleinen Buchläden vor Ort schließen, gehen uns geliebte Treffpunkte für Lesefreude, Inspiration und Nachbarschaft für immer verloren.
Der Onlinehandel, der aktuell sogar viele Tausend Menschen entlassen will, kennt keinen Bücherladenduft, keine Atmosphäre oder nachbarschaftliche Begegnungen.

Nur, wenn wir unsere Bücher vor Ort kaufen, besteht die Chance, uns diese wunderbaren „Wärmestuben für den Geist“ in denen Stille, Duft und Austausch weiterexistieren, zu erhalten.

Als vor einiger Zeit ein traditionsreiches Gelsenkirchener Buchgeschäft Kunden, Autoren und Freunde einlud, um mit ihnen gemeinsam den letzten Tag dieses mehr als achtzig Jahre existierenden Ladens zu begehen, hatte ich die Idee, ganz viele dieser kleinen Mini-Glasfläschchen, die man mit einem Korken verschließen kann, mitzubringen, damit jeder dort noch einmal diesen wunderbaren Duft für sich einfangen kann. Denn dieser Duft wird immer seltener, wenn wir nichts dagegen tun.

Und: was mache ich dann mit meinem Tick?
An der Tastatur zu schnüffeln, ist bestimmt kein Ersatz, oder?

Bis die Tage!


Hinweis: das Bild des „eingemachten Buchladens“ ist KI-erzeugt.
Lothar Lange
Veröffentlicht unter Allgemein, Emscherland, Kohlenpott, Ruhrgebiet, Ruhrpott | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | 10 Kommentare

Tipp vom Wassermann persönlich.

So ist es, wenn man einmal für wenige Tage nicht nach seinem Blog schaut:
schon verpasst man so tolle Reaktionen, wie diese hier von Blogfreund Lutz Prauser, der Bücher schreibt – und „mal als Zwetschgenmann – mal als Wassermann“ seinen lesenswerten Blog Zwetschgenmann.de betreibt.

Sein Beitrag https://zwetschgenmann.de/mediatipps-59-crashkurs-ruhrgebiet/ erfeut mein ach so altes Herz derart, dass ich ihn mit Freude gern weiterempfehle:

Mediatipps (Teil 59): „Crashkurs Ruhrgebiet“

Herzlichen Dank an den Zwetschgen- Wassermann Lutz! 😉

Wie immer: bis die Tage!

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Tipp: Wer im Winter die Fott nich hochkricht, muss innen Drogeriemarkt!

Verdelli: wattet nich allet gibt!

Et is ja momentan so: die Tage sind kurz, oft trübe und dunkel, wat dazu führt, datt bei vielen Menschen die Stimmung dort zu finden is, wo früher bei uns die Kohlen lagen: im Keller. Sie werden schlapp, müde und antriebslos. Früher war so einer dann bei uns ein „Muffkopp“ oder ein „Schlappen Knochen, der die Fott nich hochkricht!“
Heutzutage heißt dat Winterblues und is vonne Gesellschaft anerkannt.

Wie? Wat? Winterblues?
Nö. Krisse ganz schnell wech! Musse nur im DroMarkt geh´n.

Da gibt et  Lebensfreude in Tuben! Mit Wirkformel! Wirklich. Und dat für billich Geld!

Lebensfreude in Tuben

Neulich endeckt und gleich einen guten Vorrat angelegt, und die Kellertüre schomma abgeschlossen. Man weiss ja nie.
Der Winter kann ja noch lang werden.

Bissi Tage!

Veröffentlicht unter Allgemein, Fundstücke, Humor, Kurioses, Lächeln, Unglaubliches | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Grönland gehört…

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , | 9 Kommentare

Pottwinter.

Veröffentlicht unter Allgemein, Emscherland, Kohlenpott, Ruhrgebiet, Ruhrpott | Verschlagwortet mit , , | 8 Kommentare

Der echte Ruhrgebiets-Schneemann, und wie man ihn erkennt.

Beim Ruhrgebiets-Schneemann handelt es sich um eine eigene Gattung.
Typisch sind die erdige Patina, die natürliche Laubbeimischung und die robuste Erscheinung. Hier exemplarisch ein Original aus dem Oberhausener Kaisergarten.

WARNUNG! Bei Schneemännern außerhalb des Ruhrgebiets, die ähnlich aussehen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um billige Fälschungen. Ein rein-weisser Schneemann ist garantiert nicht von hier. Nur der echte Ruhrgebiets-Schneemann kommt mit Erde, Gras und Geschichte. Alles andere ist Dekoschnee.

Veröffentlicht unter Allgemein, Emscherland, Humor, Kohlenpott, Kurioses, Lächeln, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Unterwegs, Watt et nich allet gibt!, Winter | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 6 Kommentare

Arsch hoch! (auch zum Hören)

Froos Neuss! 

Gezz mal ehrlich:
isset nich komisch, wenne gefragt wirss,
oppe auch gut “rübergekommen” biss, in dat neue Jahr?

Na, logo, bisse rübergekommen!
Wahrscheinlich haben et sogar alle geschafft.
Jedenfalls kenn´ ich keinen, der da noch im alten Jahr hängen geblieben is,
et sei denn, er hat Silvester nich überlebt.

Ja, und dann is man ja gespannt, wat dat neue Jahr wohl so bringt…

Wie?
Dat Jahr?
Dat bringt wat?
So, wie der Weihnachtsmann?
Oder eher so, wie Amazon?
Amazon bringt nämlich nur dat, watte auch selbs bestellt hass.
Meistens jedenfalls.
Ob dat allerdings so, wie bestellt geliefert wird, dat is ´ne andere Frage.
Aber nur darauf warten, datt dat Jahr wat bringt, dat is zu einfach!

Und so is dat auch mittem neuen Jahr.
Da musse Dich schon en bissken selbs drum kümmern,
datte ordenlich Lebensfreude und richtich Spass im neuen Jahr kriss!

header kohlenspott Exfrauen

Also – Arsch hoch, runter vom Sofa!
Dat Jahr is jung – lasst uns wat draus machen!

Aber wat richtig Schönet!

Froos Neuss!
Euern

Lothar Lange Kohlenspott



Hier auch zum Hören:
„Arsch hoch!“

Kohlenspott: Arsch hoch  / Jingle: Cleric – In the moment of inspiration / Jamendo.com (free)

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Humor, Kohlenpott, Kohlenspott zum Hören, Kurioses, Lächeln, Lebens.Stücke, Momente, Podcast, Ruhrgebiet, Ruhrpott | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Ein Kommentar

2026 ? Kann kommen!

So, die Sonntachsbuxe und dat Hemd „für gut“ sind gebügelt,
die Rolle Luftschlangen liegt bereit, und die mittem Bürolocher eigenhändig gestanzten Konfetti auch, Pülleken Rotkäppchen-Sekt is kalt…

…bis gerade eben noch schnell die neue Jahreszahl geübt: Fettich!

Kann kommen, dat neue Jahr! Ich bin schomma soweit!

Rutscht gut rein – und ein ganz dicket DANKE! für Euer treuet Lesen!

Bis nächstet Jahr!


 

Veröffentlicht unter Allgemein, Emscherland, Humor, Kohlenpott, Kurioses, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Watt et nich allet gibt! | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 4 Kommentare

„14 Tage Scheißerei, kurze Arme und kein Klopapier!“ Böller-Angriff auf Straßenbahn in Duisburg und andere Abscheulichkeiten

„Weisse, wat dieset Pack verdient hat? 14 Tage Scheißerei, kurze Arme und kein Klopapier!!“, schimpft einer meiner Bekannten am Telefon.

Recht hatter:

Unbekannte haben nämlich in der vergangenen Nacht in Duisburg-Hochfeld eine Staßenbahn mit Böllern angegriffen. „Bei der Leitstelle gingen an dem Abend mehrere Meldungen über die Angriffe ein. Aufgrund der Häufung entschied die DVG, den betroffenen Bereich vorübergehend zu umfahren“, so Radio Duisburg.

Verdammt noch mal! Das ist so widerlich! Immer öfter werden Rettungskräfte, Feuerwehrleute, Bus- und Bahnmitarbeiter von Unbekannten verbal und körperlich angegriffen, sogar bespuckt!
Verflixt! Menschen, die in ihrem Job ihr Leben riskieren, um anderen zu helfen, oder sie zu schützen, die verdienen verdammt noch mal Respekt!  
Die Angriffe auf Einsatzkräfte müssen empfindlich hart bestraft werden. Wer eine Rettungskraft angreift, bedroht bewusst das Leben von Menschen. Es ist höchste Zeit, klare gesetzliche Folgen zu schaffen, die solche Taten abschrecken und die Sicherheit der Helfer garantieren.
Was ist bloß  los mit den verrohten Menschen, die solche Taten begehen? Fehlender Respekt, Entsolidarisierung und eine Kultur der Gleichgültigkeit gegenüber anderen: ist das schon unser Normalzustand?

“ 14 Tage Scheißerei, kurze Arme und kein Klopapier!!“

Ja, und zur Abschreckung obendrein noch ein paar Tage Mitfahrgelegenheit auf Feuerwehr- oder Rettungswagen, um mit eigenen Augen sehen zu können, wie es ist, schwerst verletzte Menschen zu bergen, sie aus Fahrzeugen herauszuschneiden, Gliedmaßen zu suchen, schockierten Betroffenen zur Seite zu stehen, zu trösten…

So, das musste mal raus!

Veröffentlicht unter Unglaubliches | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , | 7 Kommentare