Von Sonne, einem Ballermann und Zufallskunst in Oberhausens City

Heute in der Oberhausener City:
es ist Februar, und wir haben ein Wetter zum Hemdhochheben: die Sonne strahlt so warm, „datt einem dat Kaffeewasser inne Buxe fast am Kochen fängt“, wie man hier bei uns durchaus vernehmen könnte.

Die fußläufige Marktstrasse, in den letzten Jahren zwar als Einkaufsstrasse kränkelnd, doch „bis Corona“ immerhin noch belebt von sich nahversorgenden Menschen, Nachbarn oder Bekannten, die sich zufällig begegneten und zum kleinen Pläuschken zusammenstanden, ist augenblicklich zwar nicht menschenleer, aber von fröhlichem Treiben in der City meilenweit entfernt.
Die Geschäfte sind, bis auf die erlaubten Ausnahmen, geschlossen, kein Café, das bei diesem tollen Wetter zum genüsslichen Draußensitzen einlädt; jeder geht lediglich seinen notwendigsten Besorgungen nach, und das rasch, weil dem einen oder anderen die Maske die Brille beschlagen lässt.
Tristesse, gegen die wohl auch die tolle Frühlingssonne nichts ausrichten kann.
Nur die Tauben scheint es zu freuen, dass sie nun ungestörter das Pflaster für sich haben, obwohl für sie dadurch auch weniger an Fressbarem abfällt.

Dann ein Blick an den Fassaden vorbei hoch zum blauen Himmel.
Nanu? Was ist das denn?

Ein Fußball, der zwischen dem zweiten und dritten Stockwerk an der Fassade zu kleben scheint.


Beim näheren Hinsehen erkenne ich, dass der Ball von den drahtigen Stacheln, die die Tauben von der Fassade fernhalten sollen, festgehalten wird.
Zufallskunst am Bau.

Ein toller Ballschuss muss das gewesen sein: so hoch.
Sowas kann nur ein echter „Ballermann“.
Ich mache ein Foto davon und komme kurz danach an meinem Stamm-Reisebüro vorbei.
Es hat geschlossen. Auf den Plakaten in seinem Schaufenster locken ausgelassen fröhliche Menschen an sonnigen Stränden mit blauem Himmel zu den Sehnsuchtszielen der bunten Urlaubswelt.
Pah! Sonne und blauen Himmel haben wir hier auch.
Und pickende Palomas.
Und sogar einen echten Ballermann.

Bissi Tage!
Lo

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Von frommen Pflaumen oder Habemus Pflau Memus

Verdelli! So, wie andere Leute auf dem ollen Dachboden oder im Keller alte Schätze bergen, finde ich soeben auf einer älteren Festplatte alte Texte, die ich irgendwann einmal verfasst, aber dann vergessen habe.

Und passend zur aktuellen Diskussion über Kirche, Religion und einen Kardinal, der allein schon deswegen glaubt, dem Himmel näher als andere zu sein, weil er einen wolkenhaften Namen trägt, lasse ich diese wiederentdeckten Zeilen mal frei, auch wenn derzeit nicht gerade Pflaumenzeit ist.


Habemus Pflau Memus!

Pflaumen sind, was viele vermutlich nicht wissen, sehr religiös:
sie gehören der Prunutischen Kirche an.
Ihr Schutzheiliger ist der Heilige Agosto Prunus,
den sie anbeten und verehren, eher bekannt als Pflaumenaugust.
So verlangt aber auch die Prunutische Kirchen von ihren pfläumigen Gläubigen,
dass sie sich an den Zwetschibat halten, womit gemeint ist, dass ihnen jegliche Beziehung zu anderen Früchtchen untersagt ist.
Als besonders großes Vergehen gilt die „Wilde Ehe mit der Schlehe“ und Beziehungen zu Nachtschattengewächsen aus dem Rotfruchtmilieu.
Während Christen mit „Tuet Buße!“ zum Bereuen schwerer Verfehlungen aufgefordert sind, werden Prunuten mit „Tuet Muße!“ zum Freitod durch das Stürzen in einen Mixer genötigt.
Zuvor müssen sie sogar ihren Stein abgeben.
Statt, wie bei den Christen „Asche zu Asche“ heißt es bei den Prunuten „Pflaumen zu Matsche!“
„Tuet Muße“, damit ist Mus gemeint: „werdet zu Mus!“
Pflaumenmus zählt daher zur Gattung der Götterspeisen.

Habemus Pflau Memus!

Lo
Atheist, glaub ich.

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Literaturwerkstatt.Ruhr: Vom „Nich am Bär packen“ und ein rockiges Schlachthof-Lied

Es flimmert weiter! Und es wummert rockig.
Kameras, Scheinwerfer, Tontechnik, dazu kreative Menschen „vonne Ruhr“ mit und ohne Lampenfieber im weltweit einzigen Filmstudio mit eigenem Taubenschlag unterm Dach bei Werner Boschmann in Bottrop:
Das ist die Literaturwerkstatt.Ruhr!
Eine Initiative des Ruhrgebietsverlages Henselowsky Boschmann.

Jeden Samstag lässt die Literaturwerkstatt.Ruhr auf ihrem YouTube-Kanal einen neuen Film mit gelesener, besprochener, zelebrierter, leibhaftiger „Literatur vonne Ruhr“ frei. Anschliessend folgt noch ein leckerer “Klopps für Genießer”
oder bekannte “Klassiker (vonne Ruhr)”

Alle bisherigen Beiträge sind > HIER zu finden.
Und es folgen weitere…


Ab Samstag,  20. Februar 2021

Manfred Hoese (1928 – 2019) liest aus „Braunes Hemd und leerer Magen“.
Eine Aufzeichnung vom 26.03.2009 in der Stadtbibliothek Essen.
Eine herrlich amüsante Geschichte, wie Otto Muskulus, Hauer auf Schacht VIII, einen Wanderzirkusbären bezwang und so 50 Mark gewann.

Auf YouTube  >>> HIER zu sehen.

Das Buch dazu:

Manfred Hoese
Braunes Hemd und leerer Magen
Roman über eine Jugend in der Nazi-Zeit
264 Seiten, 2. Auflage
gebunden, mit Schutzumschlag
14,90 €
ISBN 978-3-922750-50-5

Von der Machtergreifung der Braunen bis zu den Hamsterfahrten der Nachkriegszeit. Vom Volkseintopf bis zu den Steckrüben. Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet in einem Roman, der Geschichte lebendig macht.


Und danach wird es rockig:

„Im Schlachthof“ – Ballade von der CD,
die dem Buch „Kohlenkönige und Emscherkinder“ beiliegt.

Text : Erich Mühmann – Musik: Zepp Oberpichler
„Im Schlachthof“ wurde eingespielt von Kai Rahmacher (Bass), Frank Amelang (Schlagzeug) und Zepp Oberpichler (Gitarre und Gesang)

Auf YouTube ⇒ >>> HIER zu hören.

„Kohlenkönige und Emscherkinder“
– Das große Buch der Ruhrgebietsballaden –

Das große Buch der Ruhrgebietsballaden
Mit Illustrationen von Michael Hüter
Mit 2 CDs, auf denen die Balladen gelesen und gesungen werden
80 Seiten · gebunden
€ 9,90 · ISBN 978-3-942094-54-2
Erschienen im Verlag Henselowsky Boschmann
Bücher vonne Ruhr


Viel Vergnügen beim Gucken & Lauschen
– und wie immer: bissi Tage!
Lothar (Lo) Lange


www.literaturwerkstatt.ruhr ist ein Service
des Ruhrgebietsverlages Henselowsky Boschmann.
Produziert von [hebo] im Studio für Literatur im Ruhrgebiet, Bottrop.
Mit: Benjamin Bäder, Hermann Beckfeld, Jens Dirksen, Sigi Domke, Michael Hüter,
Hubertus A. Janssen, Margit Kruse, Lothar Lange, Elke Schleich, René Schiering, Siggi Stajkowski, Ilse Straeter, Ulrich Straeter, Adolf Winkelmann, Joachim Wittkowski.
Für Vorschläge, Tipps und Ideen sind wir dankbar.
post@literaturwerkstatt.ruhr

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Winterliche Froschgedanken…

Ich mag die Kontakte, die hier in der Bloggerwelt entstehen. Kontakte zu Menschen, denen ich im „realen Leben“ bestimmt nie begegnet wäre – nie etwas von ihnen oder über sie erfahren hätte. Manchmal springt beim Lesen anderer Blogs der Funke über, wenn mir der Schreibstil gefällt, oder die Art des Humors genau meinen trifft. Blödeleien, Nonsens, Reime oder Bilder. Oder Gedanken, denen ich auch schon einmal nachgegangen, und die ich vielleicht noch nicht zuende gedacht habe.

Und oftmals regt mich das Lesen anderer Blogs (das ist bei Büchern natürlich auch so) spontan zum Hinschreiben eines neuen Textes oder einfach nur zum Reimen an. Nichts Weltbewegendes, eher Nonsens oder Jux. Und dann freue ich mich.

So, wie gestern spät am Abend, als ich wieder einmal in den wunderbaren Blog von Brigitte Fuchs – Quersatzein schaute – was ich sehr empfehlen kann -und dort das Bild eines Frosches mit einem Fernglas fand. Und Zack! meldete sich sofort mein steter Begleiter, der Reimzwang, und nötigte mich…. einen kleinen Vers in Brigitte Fuchs Blog zu schreiben:

Kein Meisterwerk, aber dem Anspruch meines Reimzwangbegleiters genügend, mir zu erlauben, ins Bett zu gehen und beruhigt einzuschlummern.

Quak.

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Man muss dem Kopp ´ne Beschäftigung geben…

„Man muss dem Kopp´ne Beschäftigung geben,
damit der Körper keinen Blödsinn macht.“

Diesen Spruch hätte seine Omma immer gesacht, erzählt mir mein alter Freund Friedhelm, mit dem ich neulich telefonierte.

Verdelli, und da is wat Wahret dran: früher – is noch gar nicht so lange her – als ich noch „anne Schüppe“ musste, da hab ich ´n Wartezimmer nur sehr selten von innen gesehen. Mein Leben lang hatte ich dat große, und mit Nix bezahlbare Glück, gesund geblieben zu sein, und ich weiss et auch, datt sowat ein großet, und vielleicht auch manchmal unverdientet Geschenk is.

Als ich meinen Ladenschlüssel vor wenigen Jahren an meinen Nachfolger übergab, um „in den wohlverdienten UnRuhestand“ zu treten, gab et von allen Seiten Glückwünsche für de Zukunft , und bei keinem davon fehlte dat Wort ´gesund`:  „Bleiben Se gesund!“ – „Und vor allem: Gesundheit!“ – „Gesundheit und Wohlbefinden!“

Jau. Und gezz?

Gezz happich Zeit, bin vogelfrei und am Staunen, wie schnell sonne Woche um is, obwohl ich donnix Richtiget gemacht habe. Und, wat ich mir nie hätte träumen lassen: datt et mir passiert, datt ich manchmal kurz raten muss, wat für´n Tach is!

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja beie Gesundheit.
Also, schomma voab: ich hab nix.
Also nix Schlimmet.
Aber gezz, wo ich mehr Zeit hab,  hab ich neuerding – so´n Behälter, für um Tabletten einzuteilen, und ich kenn mich gezz mit verschiedensten Einrichtungs-Stile bei Wartezimmern aus.

Komisch. Früher hätt ich schon vom Kopp her für sowatt keine Zeit gehabt.

Wie kam ich gezz da drauf?
Ach ja: Freund Friedhelms Omma ihren Spruch.
Recht hat se, de Omma, oder?

Bissi Tage!
Und: bleibt gesund!
Lo


 

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Tierisches aus der Literaturwerkstatt.Ruhr!

Es geht tierisch weiter. Professor Grzymek würde staunen!
Immer noch: Kameras, Scheinwerfer, Tontechnik, dazu kreative Menschen „vonne Ruhr“ mit und ohne Lampenfieber im weltweit einzigen Filmstudio mit eigenem Taubenschlag unterm Dach bei Werner Boschmann in Bottrop:
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Nach der jeweilig ersten Veröffentlichung sind die einzelnen Filme jederzeit über YouTube zu sehen. Und es folgen noch weitere…


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Ab Samstag, 13. Februar 2021

Hauptprogramm
Margit Kruse
liest aus ihrer Tiergeschichte „Mein kleiner Ruhrpott-Flamingo“
aus dem Buch „Wo Schweine pfeifen, Ziegen moppern und Tauben an das Gute glauben“ Tiergeschichten aus dem Ruhrgebiet“.

256 Seiten · gebunden mit Schutzumschlag · 14,90 € · ISBN 978-3-948566-02-9 · Verlag Henselowsky Boschmann

Bei YouTube.>>> HIER zu sehen.


Anschließend:
Klassiker (vonne Ruhr)

Klassiker (vonne Ruhr)

H.D. Gölzenleuchter: „Rabe Rudi/krarr, krarr, krarr/krarrt heut so ein Lied/Trinkt zwischendurch nen Rabenwein und hüpft danach von Bein zu Bein.“
Rudi ist Gast bei Horst Dieter „Oskar“ Gölzenleuchter in Bochum. – Gast? Wer sich diesen Film anschaut, der weiß, dass er mehr ist. Und dass Oskar und Rudi eine ganz besondere Geschichte haben …
Und diese Geschichte steht mit ganz vielen andern in dem Buch: „Wo Schweine pfeifen, Ziegen moppern und Tauben an das Gute glauben“ Tiergeschichten aus dem Ruhrgebiet. Siehe oben.

Bei YouTube >>> HIER zu sehen.



Viel Vergnügen beim Gucken & Lauschen
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Lothar (Lo) Lange


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Mit: Benjamin Bäder, Hermann Beckfeld, Jens Dirksen, Sigi Domke, Michael Hüter,
Hubertus A. Janssen, Margit Kruse, Lothar Lange, Elke Schleich, René Schiering, Siggi Stajkowski, Ilse Straeter, Ulrich Straeter, Adolf Winkelmann, Joachim Wittkowski.
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Februar 2034: immer noch allet dicht.

Kerl verflixt – wo Du hinguckst: allet dicht!
Und dat schon die ganzen Jahre.

Gezz is schon wieder Februar.
Februar 2034. Wat die Zeit doch am rennen is…

Und dann bisse Dich am erinnern, wie dat damals war,
als allet noch offen war.
Ich happet neulich die Kinder erzählt, dattet früher so Häuser gab,
da konnze reingehen, drin waren Tische mit ´nem Tischtuch,
hübschet Blümsken und Salz-und Pfeffertreuer drauf.
Und Stühle – gezz nich auffem, aber annem Tisch.
Da konnze Dich hinsetzen, und dann konnze Dich wat aussuchen, watte gerne essen möchtest.
Nich ausse Mikrowelle oder aussem Thermowix!
Richtich frisch gekocht oder gebraten vonne Köche, die dat gelernt haben.
Oder watte gerne trinken wolltest.
Frisch und fertich innet Glas eingeschenkt oder gezapft.
Und wennet Glas leer war, konnze ein neuet, vollet haben – bisse genuch hass.
Oder bis dat Geld reichte. Egal.
Die Kinder wollten et gar nich glauben, dattet sowatt gab.
Die sind mit sowatt ja nich großgeworden.

Oder, datt man allet, wat man so brauchte, in Geschäfte einkaufen konnte.
Also: selber einkaufen konnte. Ohne Karton voore Haustüre.
Selber die Jacken, Buxen, Schuhe im Geschäft inne Hand nehmen und anprobieren,
statt dat am Bildschirm anzutippen, damit dat anderntachs im Pappkarton da is.
Da konnze die Sachen inne Geschäfte riechen: Leder, Pafümm, Kaffee oder frischet Brot.
Und dann konnze dat kaufen und selber mit nach Hause nehmen.

Dafür gab et wat ganz praktischet: Einkauftaschen.
Die Kinder gucken manchmal komisch, wenn ich die dat erzähle.
Kann sein, datt se mich nich ernst nehmen. Kann ich se ja auch nich verdenken.
Die kennen dat ja nich.
Dat is eben die Generation Karton.

Dann happich se erzählt, dattet mittem Verlieben damals so ging,
datte bei ein Mädchen schon beim ersten Angucken sehen konntest,
datt die schön is. Einfach so am Gesicht.
Hingucken, nomma gucken – Boahhh! – ja, und schon warsse verknallt.
Weil, da war ja damals gleich dat ganze Gesicht zu sehen:
also mit Mund und Nase und überhaupt… allet.
Ohne Maske.
Da gab et noch Lippenstifte.
Gipptet heute auch nich mehr. Wie die Einkaufstasche.
Siehsse heut nur noch im Museum, wennet mal wieder aufmacht.

Verdelli, gezz fang ich wieder am Schwärmen vonne alte Zeiten.
Ich werd alt…

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Vom „Dortmunder U“ und Emscherkindern. Die nächsten Filme der Literaturwerkstatt.Ruhr!

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Ab Samstag, 6. Februar 2021

Adolf Winkelmann
Hauptprogramm.
Und siehe da:
Als Adolf Winkelmann mit Werner Boschmann
über das „Dortmunder U“ spricht,
fängt es in der Literaturwerkstatt Ruhr
an zu schneien…

Bei YouTube.>>> HIER zu sehen.

 

Kohlenkönige und EmscherkinderKlassiker (vonne Ruhr)
Sigi Domke mit seinem Lied „Familienidyll”
von der beigelegten CD in
„Kohlenkönige und Emscherkinder“
– Das große Buch der Ruhrgebietsballaden –

Bei YouTube >>> HIER zu sehen.

 



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Für Vorschläge, Tipps und Ideen sind wir dankbar.
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Wir sind nicht allein. Sie lauern überall.

Sie lauern überall und sie beobachten uns:
unheimliche Wesen, die uns neugierig mit ihren Augen verfolgen.
In Wäldern, Häusern, Schränken, Schubladen, selbst in den Wolken sind sie zu finden.
Nirgendwo ist man vor ihren Blicken sicher.

Wir sind nicht allein.

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Zufallskunst. Versehentlicher Farbrausch.

Verdelli, manchmal fällt einem einfach wat Schönet zu.
So, wie mir gestern – eigentlich nix weltbewegendet, aber wat, wat mich freute.
Ich fotografierte mein altet Blechspielzeug, von dem ich mich aktuell trenne,
weil dat meiste davon seit Jahrzehnten in dunklen Kisten verpackt nur älter wird.
Werde ich auch. Nur unverpackt und nich im Dunklen.

Als ich dann meine Fotoausbeute betrachtete,
fand ich diesen Fehlschuss – und wollte ihn schon löschen.
Aber dann dachte ich:
„Nö. Dat is so ein tollet verwischtet Farbrauschen: dat behalte ich.
Dat is´n Geschenk des Zufalls. Und ein Schönet dazu.“

Zum Löschen zu schade.
Und gezz zeig ich et der Welt.

FarbRauschen

Wat ähnlichet hatte ich schon einmal: Zufallskunst mit Eierfarbe

Dat war et auch schon: nix – wat die Welt bewegt.
Mich aber freut.
Bissi Tage!
LO

 

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