FILM AB! Die nächsten zwei Filme der Literaturwerkstatt.Ruhr sind online!

Kameras, Scheinwerfer, Tontechnik, dazu kreative Menschen „vonne Ruhr“ mit und ohne Lampenfieber im weltweit einzigen Filmstudio mit eigenem Taubenschlag unterm Dach bei Werner Boschmann in Bottrop:

Dat ist die Literaturwerkstatt.Ruhr!

Jeden Samstag lässt die Literaturwerkstatt.Ruhr auf ihrem YouTube-Kanal in ihrem Hauptprogramm einen neuen Film mit gelesener, besprochener, zelebrierter, leibhaftiger „Literatur vonne Ruhr“ frei.
Anschliessend folgt noch ein leckerer “Klopps für Genießer”
oder bekannte “Klassiker (vonne Ruhr)”

Nach der jeweilig ersten Veröffentlichung sind die einzelnen Filme jederzeit über YouTube zu sehen. Und es folgen noch weitere…

Tipp: einfach den YouTube-Kanal der LITERATURWERKSTATT.RUHR abonnieren!

Alle bisher ausgestrahlten Beiträge sind ⇒ hier zu sehen


Ab Samstag, 16. Januar 2021

Lothar Lange
„Dobsche, dobsche, tralala.”
Über Heimat, dicke Duppas und Gelsenkirchen-Erle.

Guck mal >>> HIER!

und…

   „Schwein gehabt!“
Benjamin Bäder (links), Illustrator des Buches

Tiergeschichten aus dem Ruhrgebiet,
plaudert mit Werner Boschmann über seine Haustiere.

GUCK MAL! >>>> HIER!



Programmvorschau
Samstag, 23. Januar 2021  

Hermann Beckfeld
20.15 Uhr – Hauptprogramm
Hermann Beckfeld

Der ehemalige Chefredakteur der Ruhr Nachrichten
liest aus „Beckfelds Briefe”, erzählt von Begegnungen
mit Prominenten und Persönlichkeiten.

 

Zepp Oberpichler

22.00 Uhr – Klassiker (vonne Ruhr)
Zepp Oberpichler

singt „Bea“ aus seinem
Rock-and-Roll-Roman „Gitarrenblut”.
2009 in der Stadtteilbibliothek Duisburg-Rheinhausen.


Viel Vergnügen – und: bissi Tage!

Lothar (Lo) Lange


www.literaturwerkstatt.ruhr ist ein Service
des Ruhrgebietsverlages Henselowsky Boschmann.
Produziert von [hebo] im Studio für Literatur im Ruhrgebiet, Bottrop.
Mit: Benjamin Bäder, Hermann Beckfeld, Jens Dirksen, Sigi Domke, Michael Hüter,
Hubertus A. Janssen, Margit Kruse, Lothar Lange, Elke Schleich, René Schiering, Siggi Stajkowski, Ilse Straeter, Ulrich Straeter, Adolf Winkelmann, Joachim Wittkowski.
Für Vorschläge, Tipps und Ideen sind wir dankbar.
post@literaturwerkstatt.ruhr

Impressum · Datenschutz · Verlagsseite

 

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Der Jogginghose Sinn.

ballonbuxe

So, liebe Nation, damit niemand sagt, er sei nicht rechtzeitig informiert worden: am kommenden Donnerstag, den 21. Januar 2021 begeht die Welt wieder einmal den  TAG DER JOGGINGHOSE

An diesem Tag, weltweit als „International Sweatpants Day“ bekannt, zeigt sich Frau / Mann /  Kind von Welt den ganzen Feiertag über in diesem wunderbar bequemen Freizeit-Beinkleid. Auch – und besonders – in der Öffentlichkeit.

 Wer eine Jogginghose trägt,
hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

Karl Lagerfeld

Die Meinung des Modeschöpfers sollte niemanden davon abhalten, diesen Tag würdig in bequemer Kleidung zu begehen. Zu Ehren dieses Tages widme ich ich allen Jogginghosenträger/innen der Welt dieses Gedicht:


Der Jogginghose Sinn.

Der Nutzen einer Jogginghose?
Sie dämpft den Schall und das Getose
von Winden, den warmen und den leisen,
die müffelnd das Gesäß umkreisen.
Sie hält mit Gasen, frisch vom Darm,
viel länger die Gebeine warm.

Schön dicht umschliesst ihr Gummizug
und schützt den Mann vor kaltem Zug,
die Knochen und auch sein Gemächt:
die Manneskraft bleibt ungeschwächt.

Dank Gummizug steigen auch Gase
nicht gleich hinauf bis in die Nase,
jedoch, zieht man die Hose aus,
haut´s einen um vor lauter Graus.

Doch mancher liebt die eignen Gase,
und wünscht, er hätte noch ´ne Nase,
um seinen Duft sich wegzuschnuppern.
Notfalls hilft auch, ihn einzutuppern.
So´n Furz hält länger in der Dose
als in der besten Jogginghose.

Mit ihr kann man auch unverholen
Kartoffeln aussem Keller holen,
sich auch mit ihr aufs Sofa legen,
man könnt mit ihr sich auch bewegen,
schön joggen – und recht sportlich sein,
doch das tritt sicher selten ein.

So quäl´ ich mich bei Nacht und Tage
mit dieser einen großen Frage:
Was ist der Jogginghose Sinn?

Ich weiss es nicht.
Ich steck´ nicht drin.
_________________________________________
© Lothar Lange…
…gestern noch dicht.
Heute Dichter.

 


Dieser Beitrag ist eine Wiederholung aus dem Jahre 2019 und daher gebührenfrei.
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Vom Grüßenmüssen.

 

Vom Grüßenmüssen.

Hand LoLange

Leute, die früher ich ungern nur grüsste,
obwohl ich es doch vom Anstand her müsste,
die grüsse ich heut´ gern – weil mit Abstand! – von weitem.
Danke Corona!
So ändern sich Zeiten!

Lothar Lange
Gestern dicht. Heute Dichter.


 

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Ich sammle Schritte.

Ich sammle Schritte.

Ich sammle Schritte.
Und wenn ab und zu
ein Rückschritt dabei ist
ist es gut
etwas ein weiteres Mal zu betrachten.

Schritte sammeln macht erfahren.
Ist ein Mensch, der schon viele Schritte gemacht hat
ein erfahrener Mensch?
Müsste es nicht erschritten heißen?
„Schau mal: das ist ein sehr erschrittener Mensch!“

„Sieh mal: er macht Fortschritte!“
„Aha? Wo will er denn hin?“

Nicht wichtig ist mir
Schritte zu zählen,
wie es viele es tun
um stolz sagen zu können,
dass sie sich bewegt haben.

Na, wenn sie mehr nicht bewegt…

Ich muss weiter.

Lo


..aufgeschrieben im Januar 2019
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Kamera läuft. Und: „Action!“ Die nächsten Filme der Literaturwerkstatt.Ruhr!

Kameras, Scheinwerfer, Tontechnik, dazu kreative Menschen „vonne Ruhr“ mit und ohne Lampenfieber im weltweit einzigen Filmstudio mit eigenem Taubenschlag unterm Dach bei Werner Boschmann in Bottrop:

Dat ist die Literaturwerkstatt.Ruhr!

Jeden Samstag um 20.15 Uhr lässt die Literaturwerkstatt.Ruhr auf ihrem YouTube-Kanal in ihrem Hauptprogramm einen neuen Film mit gelesener, besprochener, zelebrierter, leibhaftiger „Literatur vonne Ruhr“frei.
Im Spätprogramm folgt dann um 22.00 Uhr ein leckerer “Klopps für Genießer”
oder bekannte “Klassiker (vonne Ruhr)”

Nach der jeweilig ersten Veröffentlichung sind die einzelnen Filme jederzeit über YouTube zu sehen. Und es folgen noch weitere…

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Ab Samstag, 9. Januar 2021 

Jens Dirksen Hubertus A. Janssen
ab 20.15 Uhr – Hauptprogramm
Schiere Wortzauberei:

Hubertus A. Janssen und Jens Dirksen
fuhrwerken wortmobil
am Lesetisch

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 Lothar Lange Kohlenspott

ab 22.00 Uhr – Klopps für Genießer
Lothar Lange

liest „Köttelbeckentraum”.
Waschechter 
Kohlenspott

Auf YouTube –>HIER!



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Samstag, 16. Januar 2021 

Lothar Lange Kohlenpott

 20.15 Uhr – Hauptprogramm
Lothar Lange

„Dobsche, dobsche, dralala.”
Über Heimat, Duppa und Gelsenkirchen-Erle.

 

Heinz H Menge

22.00 Uhr – Klassiker (vonne Ruhr)
Heinz H. Menge

über Namensänderungen polnischer
Familien, die ins Ruhrgebiet zogen.
2013 in der Buchhandlung Platzer, Essen-Steele



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Samstag, 23. Januar 2021  

Hermann Beckfeld
20.15 Uhr – Hauptprogramm
Hermann Beckfeld

Der ehemalige Chefredakteur der Ruhr Nachrichten
liest aus „Beckfelds Briefe”, erzählt von Begegnungen
mit Prominenten und Persönlichkeiten.

 

Zepp Oberpichler

22.00 Uhr – Klassiker (vonne Ruhr)
Zepp Oberpichler

singt „Bea aus seinem
Rock-and-Roll-Roman „Gitarrenblut”.
2009 in der Stadtteilbibliothek Duisburg-Rheinhausen.



Nach der jeweilig ersten Veröffentlichung sind die einzelnen Filme jederzeit über YouTube zu sehen. Und es folgen noch weitere.

Viel Vergnügen – und: bissi Tage!

Lothar (Lo) Lange


www.literaturwerkstatt.ruhr ist ein Service
des Ruhrgebietsverlages Henselowsky Boschmann.
Produziert von [hebo] im Studio für Literatur im Ruhrgebiet, Bottrop.
Mit: Benjamin Bäder, Hermann Beckfeld, Jens Dirksen, Sigi Domke, Michael Hüter,
Hubertus A. Janssen, Margit Kruse, Lothar Lange, Elke Schleich, René Schiering, Siggi Stajkowski, Ilse Straeter, Ulrich Straeter, Adolf Winkelmann, Joachim Wittkowski.
Für Vorschläge, Tipps und Ideen sind wir dankbar.
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LITERATURWERKSTATT RUHR. Zweiter Teil.

Kameras, Licht, Mikrophone und das weltweit einzige Filmstudio mit einem echten Taubenschlag unterm Dach bei Werner Boschmann in Bottrop: Das ist die Literaturwerkstatt Ruhr! Literaturwerkstatt Ruhr – Studio für Literatur im Ruhrgebiet Willkommen in der Literaturwerkstatt Ruhr! Jeden Samstag um … Weiterlesen

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Willkommen in der LITERATURWERKSTATT RUHR.

Diese Galerie enthält 10 Fotos.

Wenn die Bude gerammelt voll ist… …mit Zuschauern, deren anwachsendes Gemurmel man auf der Bühne hinter dem noch geschlossenen Vorhang hören kann, wenn sich das Lampenfieber durch einen höher werdenden Puls bemerkbar macht – und es dann mit einem Schlag … Weiterlesen

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Maria, die Trümmerfrau aus dem Rama-Karton.

Header Rama2

Seit ungezählten Jahren schlummert in unserem Keller ein uralter Rama-Karton, der nur einmal im Jahr – in der Adventszeit – hervorgeholt und vorsichtig geöffnet wird, denn darin befindet sich ein uralter kleiner Holzstall und in alte Zeitungen eingewickelte bunte Krippenfiguren aus Pappmaché, die schon zwei Kriege überstanden haben.

Nicht Kriegsfolgen, sondern vier Kinder-Generationen sind für den Gesamtzustand der Figuren verantwortlich: dem Hirtenhund fehlen beide Ohren, dem Esel wurde zumindest eines wieder angeklebt, die Beine des Kamels haben schon viele Frakturen erlitten, aber UHU sei dank ist das olle Höckertier immer noch standfest. Maria, die recht gut erhaltene Trümmerfrau, ihr ollen Jupp und der kleine Hosenscheißer in der Krippe sehen trotz ihres hohen Alters immer noch ganz prima aus.

Doch richtig spannend sind die alten Zeitungen, die die heilige Sippschaft umhüllt, um sie vor Bruchschäden zu schützen. Diese sind aus dem Jahr 1982 und 1986.

Das Angebot der 0,7 l-Flasche Mariacron zu DM 11,99 passt zur heiligen Familie wie das Kamel zur Nachricht über den günstigen Benzinpreis (DM 1,21 für den Liter Normalbenzin).  Ja, und die drei Könige entpuppen sich tatsächlich als Orient-Teppichhändler. Mit 50% Rabatt. Selbstverständlich..

Und hätte Maria bei dem Angebot, einen OPEL-Kadett „Silver-Jet“, metallic  1,3 Liter Normalbenzin, 3-türig, Luxus  für nur DM 13.350.- zu erstehen, nicht vielleicht doch auf den Esel verzichten können? Notfalls auf Raten mit einem „Superzins“ von nur 11,5 % effektiv?
Gut, vielleicht aber ahnte die Maria damals schon, dass ihr Sohn später einmal in Jerusalem alle Händler und Geldwechsler aus dem Tempel scheuchen wird. Vielleicht gab es damals aber auch noch keine Autos, oder es waren noch Monatsraten auf dem Esel offen?
Wer weiß?

Aber, was ist das denn da?

Guck mal: da! Ganz unten im Rama-Karton!
Lametta? Tatsächlich. Lametta-Reste.

Ramakarton Kohlenspott (2)

Dann stimmt es ja doch, was Opa Hoppenstedt bei Loriot zu Weihnachten 1976 ausrief:

„FRÜHER WAR MEHR LAMETTA!“

Also!
Bis die besinnungslosen Tage!


Dieses ist ein recycelter Beitrag aus 2017 😉


 

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Dieset Jahr is allet anders.

Quo vadis?
Oder, wie man bei uns im Ruhrgebiet sagt:
„Wo gehsse? – Wo willze hin?“

So waret doch, oder?
Jedesmal, wenne früher um diese besinnungslose Zeit durche City gegangen biss, hasse nur noch gehetzte Menschen gesehen: jeder musste ja noch unbedingt irgendwat Wichtiget vor Weihnachten erledigen! Und datt Weihnachten von Jahr zu Jahr immer plötzlicher kommt, dat war ja schon immer is ein echtet Phänomen.

Der Unterschied aber inne Weihnachtszeit is, auch gezz, inne Corona-Zeit, datt die Dunkelheit am Nachmittach einem dat Gefühl gibt, dattet kurz nachem Frühstück schon wieder Abend is.
Und dann denxe: Kerl, is der Tach schon rum?
Verdelli! Ich happ doch noch so viel zu erledigen!
Vor die Feiertage.
Und dann wirsste orientierungslos. Wo fänxe an?

🌲 Dat is dieset Jahr allet anders.

Und wat war et doch früher ein Problem, dat allet inne Reihe zu kriegen, wer die Feiertage inne Familie zu wem kommt!
Sind wir gezz ersten Feiertach bei die Omma? Oder warn wir voriget Jahr bei ihr?
Dann wärn wir gezz dran mitti Omma bei uns.
Gipptet eigentlich noch Kölnisch Wasser oder schenken wir ihr dieset mal Doppelherz? Die Pulle Klosterfrau Melissengeist von letztet Jahr hattze noch gar nich angebrochen. Die Omma. Die brauch auch nix elektrischet.

🌲Dat is dieset Jahr allet anders. Omma bleibt im Heim.

Jedet Jahr gab et wat neuet Elektrischet.
Watte unbedingt haben musstes!
Ein Jahr waren et die Digitalkameras, danach musstet so´n Plattbildschirm sein, und gezz, passend zur Hektik bis kurz vorm Blutsturz ein Plasmafernseher…
Da blixe nich mehr durch.
Dat kostet nich nur Kohle, dat verbraucht doch auch Strom!

🌲 Dat is dieset Jahr allet anders. Krisse nich mehr: Läden sind zu.
Dat Leem is schwer.

Der Renner aber inne letzte Jahre, dat waren ja die Navigationsapparate, wo man sich von einer freundlichen elektrischen Trulla sagen lassen kann, wo man hin will.
Die Dinger werden nich nur gekauft, sondern auch ausse Autos geklaut auf Deubel komm raus.
Und dat beweist doch, datti Menschheit sich komplett hilflos am verlaufen is – oder se is zu schlicht im Kopp, für um ’ne Straßenkarte zu lesen!
Und ich erinnere mich gezz noch genau daran,  wie noch im vorigen Jahr dat ganze orientierungslose Volk so durche Fress- und Einkaufsmeilen hetzte, und dattet da ein richtigen Bedarf für diese Navigationsapparate gab.
Keiner wusste doch vor lauter  ich-muss-noch-u n b e d i n g t“,
wo er im Leben wirklich hin will.

🌲 Dat is dieset Jahr allet anders.

ehu-21

 

 

 

 

 

 

 

🌲 Dieset Jahr gibtet kein SALE-LUJA.
Dieset Jahr sind die Läden zu. Omma bleibt im Heim, ohne Klosterfrau, aber mit Maske, die sie hochschieben kann, damit man nicht sieht, wie traurig sie ist… Nich wegen der ausgefallenen Pulle Klostergeist, sondern, weil sie einsam is. Und dat tut weh.

🌲 Dieset Jahr is allet anders. Gezz is Besinnung angesacht.

Besinnung?  Ja, Scheibenkleister: wie geht Besinnung?
Hatten wir doch bisher nie. Und Kurse gibtet dafür auch nich.

Gut, datt die Regierung an die Weihnachts-Stress-Süchtigen gedacht hat.
Die stehen gezz alle vore Apotheken inne Schlange, um sich Gratis-Masken abzuholen.

Tja, da hilft auch kein elektrischer Navigationsapparat.
Oder vielleicht doch? Man schaltet verzweifelt dat Gerät ein, tippt dat Wort „Besinnung“ ein, drückt auffen Knopp, und die Trulla sacht dann auf elektrisch:
„Wenn möchlich – bitte entspannen!“

Jau!
Bissi Feiertage!


 

Dieser Beitrag enthält einige gebrauchte Elemente aus dem Vorjahr.🌲
Man muss ja nicht immer allet wegwerfen. Dieset Jahr is eben anders.

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Monsieur Paillot und sein Blick aufs Ruhrrevier 1794

Stell Dir vor, Du lernst einen wahrhaften Zeitzeugen kennen, der Dir beinahe bis in Kleinste beschreibt, wie das Leben vor 226 Jahren hier im Ruhrgebiet funktionierte, und wie es hier aussah – in Düsseldorf, Dorsten, Hagen, Mülheim, Dortmund, Duisburg, Essen, Bottrop, Osterfeld oder Kirchhellen. Lange, sehr lange, bevor es die Industrie gab.

Und er beschreibt es Dir so, dass Du es Dir richtig bildlich und lebendig vorstellen kannst, weil er höchst sorgfältig Tagebuch führte.  Weder Schnaps, noch Pumpernickel hat er  ausgelassen, auch nicht sein Erstaunen darüber, dass unbegüterte Bauern in Westfalen mitsamt Weib, erwachsenen Kindern und Gesinde zusammen in einem Bett schlafen.

Und nichts davon ist in der Neuzeit erdacht, sondern tatsächlich 1794 aufgeschrieben von einem gewissen Pierre-Hippolyte-Léopold Paillot, einem wohlhabenden Gerbermeister aus Frankreich, der aufgrund der Schrecken der französischen Revolution gezwungen war, Hals über Kopf sein Haus in Frankreich zu verlassen und mit einem Fuhrwerk und einem Teil seines Hab und Gutes hier bei uns „inne Gegend“ landete, mal hier und mal dort wohnte. Spannend.

Aus dem Klappentext:

„Monsieur Pierre-Hippolyte-Léopold Paillot möchte seinen wohlhabenden Kopf nicht verlieren. Zwar sind Paris und die Revolution ziemlich weit weg, aber es ist 1794, und die „Schreckensherrschaft“ rückt Schritt für Schritt bedrohlich näher…“

So macht er sich denn mit Familie und Verwandtschaft auf ins sichere Rheinland und nach Westfalen. Monsieur Paillot ist schwer neugierig, schaut ganz genau hin, schreibt alles auf. Einiges ist ihm suspekt, zum Beispiel Pumpernickel und die Unterkünfte; anderes dort im Nirgendwo überrascht ihn, ja, Dorffeste und Wacholderschnaps nötigen ihm sogar ein ganz klein wenig Bewunderung ab.“

Werner Boschmann, der den Tagebüchern – eigentlich auf der Suche nach historischen Einzelheiten über eine Hamborner Zeche – durch einen glücklichen Zufall auf die Spur gekommen ist, schreibt:

„Unser Ruhrgebiet Ende des 18. Jahrhunderts, zu einer Zeit, als im republikanischen Frankreich die Guillotine herrscht…, Düsseldorf, Dorsten, Hagen, Mülheim, Dortmund, Duisburg, Essen, Bottrop, Osterfeld und Kirchhellen…, gesehen durch die Augen eines unfreiwilligen Besuchers! Welch eine Geschichte!“

„Durch Paillot erfahren wir ehrliche, wertvolle Erkenntnisse über unsere Vorfahren. Mit den Augen eines Fremden blickt er auf eine Region, die sich zwei, drei Generationen später völlig gewandelt haben wird. Wir schauen auf unsere Wurzeln und können – mit einem feinen Lächeln – dass das ganze Grundsätzliche unserer heutigen Mentalität – und hier meine ich nicht nur die Liebe zum Stielmus – schon vor 225 Jahren erkennbar war, ja, dass wir im Ruhrgebiet eine gewachsene Identität besitzen (die uns seit Jahrzehnten in Gänze abgesprochen wird).“

Ich habe dieses Buch eigentlich nur so als Bettlektüre vorm Einschlafen nehmen wollen.  Tja, und nachdem ich zu Lesen begann, war mir das Einschlafen nicht mehr wichtig. Alles, was Monsier Paillot hier bei uns erlebte, ist so lebendig beschrieben und mit reichlich alten Karten, Dokumenten und Beschreibungen ergänzt, dass es für mich, der ich in meinen acht Volksschuljahren nur minimale Geschichtsvermittlung genießen durfte, zu meinem  persönlichen Geschichtsbuch des Ruhrgebietes wurde, auch wenn es sich nur auf das Jahr 1794 beschränkt. Denn ganz nebenbei erfuhr ich eine ganze Menge über die Französische Revolution: lebendig, spannend und fernab der üblichen Jahreszahlenpaukerei.

Kurzum: Werner Bergmann und Werner Boschmann haben durch den Tagebuch-Fund und dessen Bearbeitung und Veröffentlichung mit diesem Buch ein (Zeit-)Fenster aufgestoßen, durch das man in das Ruhrgebiet von vor 226 Jahren schauen kann.

Auch optisch gefällt mir das Buch durch sein Querformat. Für mich eine kurzweilige Fast-Pflichtlektüre für jeden Ruhrgebietler. Preiswert dazu.

Vielleicht was für den Gabentisch?

 

Monsieur Paillot im Nirgendwo
Land und Leute aus der Sicht eines Revolutionsflüchtlings
am Vorabend des Reviers
herausgegeben von Werner Bergmann und Werner Boschmannn
aus dem Französischen übersetzt von Luc le Gall
96 Seiten · gebunden · 2. Auflage · 14,90 €
ISBN 978-3-942094-34-4

Im Buchhandel oder direkt beim Verlag  „hier umme Ecke“

 

Bissi Tage!

 

 


P.S.: Meine Buchempfehlung ist frei von kommerziellen Interessen und erfolgt nur aufgrund meiner aufrichtigen Begeisterung.

 

 

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