Trennung im Supermarkt

ALDI Warentrenner Lo

Es ist immer wieder spannend zu erleben, wie sich Menschen beim Einkauf im Supermarkt verhalten: während sie sich für das Stöbern, besonders bei den wechselnden Angeboten im NonFood-Bereich, genügend Zeit nehmen, die angebotenen Dinge zu betrachten, zu befühlen, bei kosmetischen Produkten auch schon einmal eine Tube oder einen Tiegel öffnen, um daran zu schnüffeln, beim Obst und Gemüse mit den Fingern „eindrucksvoll“ die Festigkeit zu prüfen, um dann aber nur die Ware ohne den Dötsch, den sie daran verursacht haben, in ihren Wagen packen.

Dann aber, vor der Kasse, kann es ihnen nicht schnell genug gehen.

Haben sich dann zwei Schlangen vor den Kassen gebildet, macht sich spürbar kollektiver Missmut breit, wo der Markt doch über vier Kassen verfügt, von denen – „so eine Frechheit!“ – nur zwei besetzt sind. Oftmals bildet sich sofort durch Mimik und augenverdrehendem Blickkontakt oder leisem Dahinmoppern ein sich rasch verbrüdernder Jammerzirkel, aus dem sich einer mit dem Ruf: „Kann denn mal einer noch ´ne Kasse aufmachen?“ als der Mutigste von allen hervorhebt.

Wenn daraufhin ein Gong und die Ansage: „Liebe Kunden, wir öffnen Kasse Drei für Sie…“ ertönt, kommt Bewegung in die Truppe – und vorbei ist es mit der noch ganz frischen Verbrüderung von soeben. Streitwagen-Rennen ist angesagt, als gehe es um Leben oder Tod.

Ich beobachte das immer wieder amüsiert und lächle in mich hinein. Mag sein, dass ich so gelassen sein kann, weil ich keine Eile habe, seit ich nicht mehr ins Büro muss.

Doch eines beschäftigt mich an der Supermarktkasse schon sehr lange – und es führt auch bei mir zum innerlichen Augenverdrehen: nämlich die Wirkung des kleinen Stabes an der Kasse, auch Warentrenner genannt, der ja dazu gedacht ist, dem Kassenpersonal die Arbeit zu erleichtern, indem er die auf dem Kassenband liegenden Einkäufe nach Kunden trennt.

Ich habe unterschwellig das Gefühl, dass dieser kleine Plastikstab nicht nur die Einkäufe, sondern auch, je nach Umgang mit diesem Teil, auch die Menschen an der Kasse trennt.

Doof und unwichtig, ich weiss – und doch verspüre ich einen gewissen Groll gegen Personen, die vor mir an der Kasse den Warentrenner nicht hinter ihren Einkauf aufs Band legen. Ich schreibe ihnen aus ihrem Nichverhalten, obwohl ich diesen Menschen ja gar nicht kenne, nichts Schmeichelndes zu, nehme dann den Warentrenner, und stecke demonstrativ, falls er/sie schaut, unsere Reviere ab und komme mir dabei selber irgendwie merkwürdig vor.

Kennt Ihr das?

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Hast Du `nen toten Vogel in der Tasche?

Die Welt ist bekloppt, aber es ist wohl wahr:
der 5. Februar 2020 wird irgendwo als Hast-Du-gepupst-Tag  begangen.

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„Kerl inne Kiste! Hömma, wat müffelt dat hier so?
  Sach ma ährlich: warst Du dat?“
„Wat?“
„Ja, hasse ein faahn lassen?“
„Nöööööö, happich nich! Ährlich nich!“
„Komm, hör doch auf. Du stinkst ja,
  als oppe nen toten Vogel inne Tasche hast!!!“

Liebe Duftexperten,
so – oder so ähnlich klang es einst im Ruhrgebiet, wenn man den Nachbarn, Freund oder Bettgenossen verdächtigte, gefurzt zu haben, dass bei ihm ein Darmwind entfleucht sein könnte..
Man öffnete das Fenster oder machte bis zur Verflüchtigung der Duftmarke einen Bogen um den Stinker, und damit hatte es sich.
Wie unschuldig und harmlos waren doch bis dato derlei Vorgänge.

Wer jedoch heute in den Verdacht gerät, „einen toten Vogel in der Tasche zu haben“, muss damit rechnen, ratz-fatz mit „Lalülalü“ überfallkomandoartig zwangsweise in eine für Vogelgrippefälle geeignete Einrichtung verschleppt und dort von der Allgemeinheit abgesondert untergebracht zu werden, weil er eine Ansteckungsquelle für die Allgemeinheit darstellen könnte..
Durch das Bundesseuchengesetz wird das grundgesetzlich verbriefte Recht auf Freiheit seiner Person aufgehoben.

–> Was lernen wir daraus?
Wir erkennen, dass die Zeiten sich geändert haben, dass der sprachliche Umgang mit Personen, denen ein Darmwind entfleucht ist, neu überdacht werden muss.
Der einst scherzhafte gemeinte Ausruf: „Puhhh, sag mal, hast Du ´nen toten Vogel in der Tasche?“ kann für den so Angesprochenen zur oben beschriebenen Katastrophe führen.

–> Was ist zu raten?
Vielleicht spricht man den verdächtigen Darmwindlasser harmlos an: „Oh, es riecht plötzlich so nach Äpfeln und Nüssen. Warst Du das?“ oder: „Hast Du hier einen Schirm stehen lassen?“.
Der Phantasie bei der Ansprache sei da nur eine (!) Grenze gesetzt: der Begriff „toter Vogel“ ist unbedingt zu vermeiden!

Ist der entwichene Flatus obendrein mit ordentlichem Geräusch verbunden, kann man auch, je nach geblasener Lautstärke ein anerkennendes: „Hömma, da bisse aber auf ein richtig dicken Frosch getreten!“ anhängen.

Oder gibt es schon erste Fälle von Froschgrippe?

So, ich verdufte jetzt erst einmal. Bissi Tage!
Lo

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Mit dem Charme eines Eisschranks…

Heute stand wieder mal „Brummschnute“ hinter der Theke der Bäckerei, in der ich ab und zu meine Brötchen kaufe: Gesichtsausdruck gewohnt abweisend, das Haar zottelig und nicht ganz fettfrei, ihr „Bitteschön?“ zischt genervt und ohne Melodie der Kundin vor mir entgegen.

Ich würde ihr am liebsten mit einem Edding den Satz: „KUNDE, DU STÖRST!“ auf ihre Stirn schreiben.

Ich bin an der Reihe.
Ich lächle sie nun extra an und lasse sie betont freundlich wissen, dass ich „gern drei normale Brötchen und zwei Rosinenstütchen“ hätte. Meine Brücke für die Gelegenheit, zu beweisen, dass Sie doch Talent zu etwas Freundlichkeit besitzt, betritt sie leider nicht. Sie packt mir das Gewünschte mit spürbarer Unlust in die Tüte und leiert die Summe, die ich zu zahlen habe, herunter.

Ich zahle – und ärgere mich. Komme mir mit meiner – wenn auch gespielten – Freundlichkeit, die ich an sie verschleuderte habe, blöd vor, weil ich die gleiche Situation mit dieser Warenabgeberin nun zum wiederholten Male erlebe. Und ich frage mich, warum sie nicht mit dem Hintern zu Hause bleibt, oder sich etwas anderes sucht, wenn ihr der Job keinen Spaß macht.

Ich bin, und dafür kann ich nichts, etwas empathisch oder nachsichtig veranlagt und gestehe meinen Mitmenschen auch gern einmal einen vielleicht schlechten Tag mit der entsprechenden Laune zu.

Doch Brummschnute hat nun bei mir verschissen. Sie hatte ihre Chance. Mit ihrem wiederholten Paradebeispiel perfekter Kundenverachtung hat sie sogar verschissen bis in die Steinzeit. Meine Brötchen kaufe ich künftig woanders.

Ich mag es, wenn jemand freundlich lächelt.
Wer mich anlächelt, hat es leichter, mir etwas zu verkaufen. Freundlichkeit und kundenorientiertes Denken sind die kleinsten Schlüssel zur Kundenzufriedenheit und letztendlich auch für den geschäftlichen Erfolg.

„Wer kein freundliches Gesicht hat, sollte keinen Laden aufmachen“, lautet ein chinesisches Sprichwort.

Und trotzdem scheint es Branchen zu geben, die mit brummigen Gesichtern gute Umsätze machen: Modefirmen zum Beispiel.

Wenn ich mit offenen Augen durch Shopping-Malls, Ladenpassagen und Kaufhäuser gehe, bemerke ich, dass ich von ganzen Brummschnuten-Armeen umgeben bin, deren Gesichter mit dem Charme eines Eisschrankes Arroganz, Langeweile oder Überdruss ausstrahlen, obwohl sie doch so chic und teuer gekleidet sind: Models auf Plakaten oder Schaufensterpuppen. Wie entthrohnte Königinnen, denen man ein unmoralisches Angebot gemacht hat, oder „richtige“ Kerle, ernst bis grimmig dreinblickende Typen, die Coolness ausstrahlen sollen.
Vermutlich gucken sie deshalb so unzufrieden, WEIL sie diese Klamotten tragen müssen – und warnen so die Kundschaft: „Kauf das hier bloß nicht, schau her: das macht Dich nicht glücklich!“

Ich möchte, wenn ich Spaß an einem Hemd oder eine Buxe habe, und diese dann kaufe, mich auch darüber freuen – ich möchte, dass man mir ansieht, dass ich mich mit meiner Kleidung wohlfühle.
Die Models und Schaufensterpuppen strahlen das mit ihren Brummschnuten jedenfalls nicht aus.

Klamotten, die mich unglücklich machen? Nö. Kaufe ich nicht.

Oder auf einen ganz anderen Bereich des Lebens übertragen:

Wäre diese Frau wiederholt zur Bundeskanzlerin gewählt worden, wenn sie auf Wahlplakaten so eine Brummschnute gemacht hätte?

Foto: Lo.... Gesehen in Wiebaden

Sach ich doch!

Bissi Tage!
Lo


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Ja, ist denn schon Ostern?

Verdelli, es braucht nur ein wenig Sonne, und schon kommt so richtig Lust aufs Draußensein auf, so wie heute.

Hier ein paar Impressionen vom Baldeneysee, an dessen Ufer blühende Osterglocken zu finden sind. Und das im Januar.

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Das macht Vorfreude auf den Frühling.

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Ein Pott gemischter Bahnsalat.

Wer schon einmal in Amsterdam, London, Berlin oder in Hamburg mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs gewesen ist, kennt dat: pure Eintönigkeit.
Meistens nur ein Fahrschein für allet, nur ein Verkehrsbetrieb, allet irgendwie phantasielos.

Da lobe ich mir doch die Vielfalt hier bei uns im Ruhrgebiet: als fünftgrößter Ballungsraum Europas gönnen wir unseren Besuchern und uns ´nen richtig dicken Pott voll mit einem „Buntgemischtem Bahnsalat“:  fast jede Ruhrgebietsstadt hat ihren eigenen Verkehrsbetrieb – immerhin 13 eigenständige Verkehrsbetriebe mit gut bezahlten Vorständen und eigener Verwaltung, verschiedenen Straßenbahntypen, sowie mindestens sechs Bahnunternehmen und zwei unterschiedliche Gleisbreiten.
Kling abgefahren, is aber so.

Tja, da war man im 18. und 19 Jahrhundert schon ein bissken fortschrittlicher: da hat man an jeder Poststation einfach nur die Pferde getauscht – nicht die Kutsche.

Dem Oberhausener IT-Unternehmer Björn Wilmsmann reicht es.
Er hat die Nase voll vom teuren und schlechten Nahverkehr im Ruhrgebiet und hat sich mit einer Petition an den Landtag gewandt: Er will eine Neuorganistation des ÖPNV im Ruhrgebiet:

Hier bei den RUHRBARONEN mehr darüber:
Petition: „Der ÖPNV im Ruhrgebiet gehört zu den Teuersten der Welt.“

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Käse-Schicksal.

 

LO Käse beim Arzt

Käse-Schicksal.

Es ging einmal ein alter Käse
zu seinem Arzt – zwecks Anamnese.
Nach reichlicher Prüfung sprach der zu dem Knilch:
„Mein Freund, Sie leiden an zu fetter Milch!
Die Diagnose, Sie Ärmster: Sie werden bald tot sein….“.
Und verspeiste den Käse genussvoll mit Rotwein.

Lothar Lange
Gestern dicht. Heute Dichter.


Hervorgeholt aus der alten Gedichtekiste.

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Wurst ist alle.

Foto: Hennaja/Gelsenkirchener Geschichten

Eine sehr alte Traditionsmetzgerei auf der Bochumer Straße in Gelsenkirchen-Ückendorf hat schon seit 2018 für immer geschlossen, und diesen Beutel von innen an die Türe des immer noch leerstehenden Ladens gehängt.

Respekt für diesen Galgenhumor.

 


Foto: Hennaja/Gelsenkirchener Geschichten

 

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Knallfrisch.

Header Böller

Hihi, wäre das lustig,
wenn es in der ersten böllerfreien Silvesternacht
draußen ganz schlimm nach frischer Luft stinken würde.


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Nächtliches Schrumpelbaden auf Malle.

Wattet nich allet gibt!

Lange, sehr lange ist es her, als der Samstag noch einen zweiten Namen hatte.
Nämlich Badetag.

Da kam die Zinkwanne in die gute Stube, Wasser wurde auf dem Kohleofen erhitzt und in die Wanne gegossen – und einer nach dem anderen wurde darin aufgeweicht und abgeschrubbt. Wer zuerst hineindurfte, war natürlich am Besten dran, denn mit jedem weiteren Familienmitglied trübte sich das Badewasser in der kleinen Wanne, und es bildete sich am Wasserrand so eine Art Schmand. Und damit es nicht ganz so schlimm aussah, gab man zuvor eine orangefarbene Tablette „Fichtennadel-Tannenbad“ ins Wasser, welches sich dann – oh Wunder! – tiefgrün färbte und fein nach Wald duftete.

Schrumpelig wurde die Haut dann immer, ganz besonders die Finger.

Tja, und vor wenigen Tagen fand ich dann in der kostenlosen TV-Beilage meiner Tageszeitung dieses unglaubliche Bade-Angebot:

7 Nächte (!) Baden auf Mallorca!

Mallebad

Sieben Nächte baden? Statt zu schlafen?

Ich glaube, da wird die Haut aber so richtig schrumpelig – und tagsüber ist man bestimmt „kaputt wie Hund“, wie man hierzulande sagt, weil einem ja der Schlaf fehlt.

Vielleicht ist es aber auch ein Spezial-Angebot für Nachtwächter?

Also: für mich wär dat nix!

Bissi Tage!
Lo.

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Das Leben hat kein Schutzgeländer.

Während sich die Welt um einen herum in friedlich engelssüßer Glühwein-Kling-Glöckchen-Bratapfel-Feiertags-Simmung befindet, kann es durchaus vorkommen, dass sich bei all dem schönen Weihnachtsgefühl tatsächlich auch stille Momente der sich vielfach gegenseitig gewünschten Besinnlichkeit einstellen, in denen man sich an einst erlebte Weihnachtsfeste, an Begebenheiten des ablaufenden Jahres, oder an bestimmte Menschen erinnert.

Mir erging es heute so, als ich mich mit Plätzchen und einer Tasse heißen Wintertees an den PC setzte: plötzlich fiel mir ein, dass Peter, ein Bloggerfreund aus der Nachbarstadt Duisburg, genau vor einem halben Jahr verstarb. Ich mochte den rothaarigen Kerl, der so offen über sich, seinen roten Schopf, seine Familie, Kindheit – seine Reisen mit dem Motorrad und besonders das Ruhrgebiet schrieb:

Rejekblog – Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Kurz vor seinem Tod hatten wir uns vorgenommen, uns „demnächst“ zum Frühstücken im Oberhausener Hostel Veritas zu treffen, und wollten das auch konkret angehen.

Am 12. Mai verfasste er einen liebevollen Beitrag über seine Mutter, die im Jahr zuvor verstarb:  „Ich trage Dein Herz bei mir…“

Am 2. Juni berichtete er dann über eine Tour nach Basel und in die belgischen Ardennen, schön bebildert; am Abend des 8. Juni beantwortete er gut gelaunt einen Kommentar.

Es war sein letzter.

Am 17. Juni schrieb Corinna aus Berlin in ihrem Blog La isla bonita – La Palma

„Ein Freund ist gegangen“

Holzweg 2

Verdelli, man soll nix aufschieben.

Das Leben hat kein Schutzgeländer.

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