Et is ja momentan so: die Tage sind kurz, oft trübe und dunkel, wat dazu führt, datt bei vielen Menschen die Stimmung dort zu finden is, wo früher bei uns die Kohlen lagen: im Keller. Sie werden schlapp, müde und antriebslos. Früher war so einer dann bei uns ein „Muffkopp“ oder ein „Schlappen Knochen, der die Fott nich hochkricht!“
Heutzutage heißt dat Winterblues und is vonne Gesellschaft anerkannt.
Wie? Wat? Winterblues?
Nö. Krisse ganz schnell wech! Musse nur im DroMarkt geh´n. Da gibt et Lebensfreude in Tuben! Mit Wirkformel! Wirklich. Und dat für billich Geld!
Neulich endeckt und gleich einen guten Vorrat angelegt, und die Kellertüre schomma abgeschlossen. Man weiss ja nie.
Der Winter kann ja noch lang werden.
Beim Ruhrgebiets-Schneemann handelt es sich um eine eigene Gattung. Typisch sind die erdige Patina, die natürliche Laubbeimischung und die robuste Erscheinung. Hier exemplarisch ein Original aus dem Oberhausener Kaisergarten.
WARNUNG! Bei Schneemännern außerhalb des Ruhrgebiets, die ähnlich aussehen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um billige Fälschungen. Ein rein-weisser Schneemann ist garantiert nicht von hier. Nur der echte Ruhrgebiets-Schneemann kommt mit Erde, Gras und Geschichte. Alles andere ist Dekoschnee.
Gezz mal ehrlich: isset nich komisch, wenne gefragt wirss, oppe auch gut “rübergekommen” biss, in dat neue Jahr?
Na, logo, bisse rübergekommen! Wahrscheinlich haben et sogar alle geschafft. Jedenfalls kenn´ ich keinen, der da noch im alten Jahr hängen geblieben is, et sei denn, er hat Silvester nich überlebt.
Ja, und dann is man ja gespannt, wat dat neue Jahr wohl so bringt…
Wie? Dat Jahr? Dat bringt wat? So, wie der Weihnachtsmann? Oder eher so, wie Amazon? Amazon bringt nämlich nur dat, watte auch selbs bestellt hass. Meistens jedenfalls. Ob dat allerdings so, wie bestellt geliefert wird, dat is ´ne andere Frage. Aber nur darauf warten, datt dat Jahr wat bringt, dat is zu einfach!
Und so is dat auch mittem neuen Jahr. Da musse Dich schon en bissken selbs drum kümmern, datte ordenlich Lebensfreude und richtich Spass im neuen Jahr kriss!
Also – Arsch hoch, runter vom Sofa! Dat Jahr is jung – lasst uns wat draus machen!
Aber wat richtig Schönet!
Froos Neuss!
Euern
Hier auch zum Hören:
„Arsch hoch!“
Kohlenspott: Arsch hoch / Jingle: Cleric – In the moment of inspiration / Jamendo.com (free)
So, die Sonntachsbuxe und dat Hemd „für gut“ sind gebügelt,
die Rolle Luftschlangen liegt bereit, und die mittem Bürolocher eigenhändig gestanzten Konfetti auch, Pülleken Rotkäppchen-Sekt is kalt…
…bis gerade eben noch schnell die neue Jahreszahl geübt: Fettich!
Kann kommen, dat neue Jahr! Ich bin schomma soweit!
Rutscht gut rein – und ein ganz dicket DANKE! für Euer treuet Lesen!
„Weisse, wat dieset Pack verdient hat? 14 Tage Scheißerei, kurze Arme und kein Klopapier!!“, schimpft einer meiner Bekannten am Telefon.
Recht hatter:
Unbekannte haben nämlich in der vergangenen Nacht in Duisburg-Hochfeld eine Staßenbahn mit Böllern angegriffen. „Bei der Leitstelle gingen an dem Abend mehrere Meldungen über die Angriffe ein. Aufgrund der Häufung entschied die DVG, den betroffenen Bereich vorübergehend zu umfahren“, so Radio Duisburg.
Verdammt noch mal! Das ist so widerlich! Immer öfter werden Rettungskräfte, Feuerwehrleute, Bus- und Bahnmitarbeiter von Unbekannten verbal und körperlich angegriffen, sogar bespuckt! Verflixt! Menschen, die in ihrem Job ihr Leben riskieren, um anderen zu helfen, oder sie zu schützen, die verdienen verdammt noch mal Respekt!
Die Angriffe auf Einsatzkräfte müssen empfindlich hart bestraft werden. Wer eine Rettungskraft angreift, bedroht bewusst das Leben von Menschen. Es ist höchste Zeit, klare gesetzliche Folgen zu schaffen, die solche Taten abschrecken und die Sicherheit der Helfer garantieren.
Was ist bloß los mit den verrohten Menschen, die solche Taten begehen? Fehlender Respekt, Entsolidarisierung und eine Kultur der Gleichgültigkeit gegenüber anderen: ist das schon unser Normalzustand?
“ 14 Tage Scheißerei, kurze Arme und kein Klopapier!!“
Ja, und zur Abschreckung obendrein noch ein paar Tage Mitfahrgelegenheit auf Feuerwehr- oder Rettungswagen, um mit eigenen Augen sehen zu können, wie es ist, schwerst verletzte Menschen zu bergen, sie aus Fahrzeugen herauszuschneiden, Gliedmaßen zu suchen, schockierten Betroffenen zur Seite zu stehen, zu trösten…
Liebe Umtauschgemeinde!
Ich rufe Euch zu: „Freuet Euch: es ist endlich wieder soweit!“,
denn die Tage, auf die wir alle so sehnsüchtig gewartet haben,
sind nun gekommen:
>> Die Umtausch-Tage des Jahres 2025 <<
Der erste unserer höchsten Feiertage fällt in diesem Jahr auf MONTAG, den 29. Dezember 2025
Und so haben wir auch noch den DIENSTAG, 30. Dezember 2025, und zum guten Schluss sogar noch den halben Silvestertag, uns am Tauschen zu berauschen.
Jedoch, liebe Schwestern und Brüder, sollten wir den 24. Dezember dabei nicht minder achten. Ist er doch der Tag, an dem wir jährlich unsere Umtausch-Objekte endlich in Händen halten können.
Einige schwere Opfer
sind dafür zu erbringen, fürwahr! So wurde mir von Zwangsgesang, Gedicht-Aufsagen und von üppigem Essen mit unvermeidbaren Anverwandten berichtet; ein Gemeindemitglied ist gar von einem Kind mit Blockflötenklängen gefoltert worden!
Aber, wie sagte schon der englische Philosoph Herbert Spencer? „Der Mensch ist entweder Opfer seines Schicksals oder Meister seiner Bestimmung“ Unsere Bestimmung ist die Hingabe an den Umtausch, denn all die geschenkten Scheußlichkeiten an ihren alten Platz zurückzubringen erfüllt uns mit echter Freude und Befriedigung.
All die Kassenbons, Garantiescheine und Originalverpackungen gehen den Weg, den wir für sie bestimmt haben: Zurück in die verführerischen Tempel des Konsums. In die Regale der Abscheulichkeiten.
Und ich sage Euch: unsere Portemonnaies werden sich füllen mit Mammon, Kohle, Zaster, Knete. Und wir werden all dieses schöne Geld dazu nutzen, uns davon wunderbare Dinge nach unserem eigenen Geschmack zu kaufen. Ja! Es ist wieder einmal wunderbar!
Frohlocket! Wahrlich, die Umtauschtage sind der gerechte Lohn für all die Lebkuchenberge, Gesänge und Tannennadeln.
Unsere Losung für die Umtauschtage 2025: „Kein Weihnachtsengel jetzt mehr rauscht, – ab Montag, da wird umgetauscht!“ findet nun zu ihrer Bestimmung.
So gehet hin, Schwestern und Brüder, tauschet um und mehret Euch!
In einer meiner Schatzkisten schlummert eine alte Ausgabe der HÖRZU vom 10. Dezember 1955. Gestern kramte ich sie wieder einmal hervor, um darin zu blättern: und sofort tauchte ich ein in die Zeit der Pettycoats und des Wirtschaftswunders. Eine Zeit, in der es begann, in Deutschland so langsam wieder bergauf zu gehen, und in der die Weihnachtswünsche noch bescheiden ausfielen, wie man hier in den Anzeigen von 1955 sehen kann.
Ein Stück Palmolive-Seife zu DM 1,50 als glücklichmachendes Weihnachtsgeschenk für die Frau, oder besser noch, die Luxusversion mit drei Seifenstücken im Geschenkpaket zu DM 2,25
Und damit auch der Herr des Hauses zu Weihnachten glücklich ist, bekommt er einen Gilette-Rasierapparat zu DM 5,00 mit durchsichtigen Kunststoffetui in hübscher Weihnachtsverpackung unter den Baum gelegt. „Darüber freut er sich bestimmt“, verspricht die Werbung von damals.
Das Festmahl an Heiligabend bestand meist aus Kartoffelsalat mit Würstchen, und wer sogar schon ein Rundfunkgerät besaß, genoss das Mahl bei weihnachtlichen Klängen aus dem Radiolautsprecher.
Wir hatten kein Wohnzimmer, sondern nur eine kleine Wohnküche mit einem Kohleofen darin, und wenn die Herdplatte rot glühte, streuten wir ein paar Tannennadeln darauf, damit es schön weihnachtlich duftete.
Und was das Christkind in den 50ern so alles an Spielzeugträumen „im Angebot“ hatte, habe ich hier einmal zusammengestellt, und weiter unten sind Links zu meinen bisherigen nostalgischen 50er-Jahre-Spielzeugtraum-Beiträgen zu finden…
Viel Freude beim Betrachten und Erinnern! Allen eine richtig schöne Weihnachtszeit!
Seit ungezählten Jahren schlummert in unserem Keller ein uralter Rama-Karton, der nur einmal im Jahr – in der Adventszeit – hervorgeholt und vorsichtig geöffnet wird, denn darin befindet sich ein uralter kleiner Holzstall und in alte Zeitungen eingewickelte bunte Krippenfiguren aus Pappmaché, die schon den zweiten Weltkrieg überstanden haben.
Nicht aber Kriegsfolgen, sondern vier Kinder-Generationen sind für den Gesamtzustand der alten Figuren verantwortlich: dem Hirtenhund fehlen beide Ohren, dem Esel wurde zumindest eines wieder angeklebt, die Beine des Kamels haben schon viele Frakturen erlitten, aber UHU sei dank ist das olle Höckertier immer noch standfest. Maria, die recht gut erhaltene Trümmerfrau, ihr ollen Jupp und der kleine Hosenscheißer in der Krippe sehen trotz ihres hohen Alters immer noch ganz prima aus.
Doch richtig spannend sind die alten Zeitungen, die die heilige Sippschaft umhüllt, um sie vor Bruchschäden zu schützen. Diese sind aus dem Jahr 1982 und 1986.
Das Angebot der 0,7 l-Flasche Mariacron zu DM 11,99 passt zur heiligen Familie wie das Kamel zur Nachricht über den günstigen Benzinpreis (DM 1,21 für den Liter Normalbenzin). DM = Deutsche Mark. Die Älteren werden sich noch erinnern. Ja, und die drei Könige entpuppen sich tatsächlich als Orient-Teppichhändler. Mit 50% Rabatt. Selbstverständlich..
Und hätte Maria bei dem Angebot, einen OPEL-Kadett „Silver-Jet“, metallic 1,3 Liter Normalbenzin, 3-türig, Luxus für nur DM 13.350.- zu erstehen, nicht vielleicht doch auf den Esel verzichten können? Notfalls auf Raten mit einem „Superzins“ von nur 11,5 % effektiv?
Gut, vielleicht aber ahnte die Maria damals schon, dass ihr Sohn später einmal in Jerusalem alle Händler und Geldwechsler aus dem Tempel scheuchen wird. Vielleicht gab es damals aber auch noch keine Autos, oder es waren noch Monatsraten auf dem Esel offen? Wer weiß?
Mariacron im Angebot
Aber, was ist das denn da?
Guck mal: da! Ganz unten im Rama-Karton! Lametta? Tatsächlich. Lametta-Reste.
Dann stimmt es ja doch, was Opa Hoppenstedt bei Loriot zu Weihnachten 1976 ausrief:
„FRÜHER WAR MEHR LAMETTA!“
Also! Auf in die besinnungslosen Tage!
Nachtrag Dezmber 2025
Der Rama-Karton ist immer noch in Gebrauch, und die alten Zeitungen schützen weiterhin die Figuren. Dieses ist ein sehr sorgfältig recycelter Beitrag aus dem Jahre 2017,
sekundenkleberfrei. Wegen Umwelt, Planetenrettung, Grünen-Beruhigung und so. Lo.
Kohlenspott: eine buntgemischte Tüte, gefüllt mit Gedankensplittern, Erinnerungen an das Ruhrgebiet zur Zeit der VW-Käfer, der Petticoats und des Wirtschaftswunders, verwoben mit allerlei Nonsens als Ergebnis von Spontaneinfällen. Doch auch Tiefsinniges, Gemaltes, Gedichtetes & Hörbares wird sich hier finden lassen. Hinweis: Kann Spuren von Kohlenstaub enthalten.
Ich bevorzuge auf diesem Blog eine Sprache, die für alle nachvollziehbar ist und breite Akzeptanz findet,
und verzichte daher auf Sonderzeichen – wie Sternchen, Doppelpunkte oder Unterstriche – zugunsten von sprachlicher Klarheit, rechtlicher Eindeutigkeit und allgemeiner Verständlichkeit.
Kohlenspott?
Eine buntgemischte Tüte, gefüllt mit Gedankensplittern, Erinnerungen an das Ruhrgebiet zur Zeit der VW-Käfer, der Petticoats und des Wirtschaftswunders, verwoben mit allerlei Nonsens als Ergebnis von Spontaneinfällen.
Doch auch Tiefsinniges, Gemaltes, Gedichtetes & Hörbares wird sich hier finden lassen.
Hinweis: Kann Spuren von Kohlenstaub enthalten.