Ich bin Fußballdumm.

Verdelli, es kommen schwere Zeiten auf mich zu.
Die Droge Fussball wird vermutlich viele liebenswerte Menschen um mich herum in ihrem Griff haben: sie werden den Kick beim Kickengucken erleben, ihre Gesichter bemalen, wehrlose Kleinkinder und Hunde in überteuerte bunte Trikots zwängen, ihre Autos beflaggen, sie werden hoffen, zittern, schreien, fluchen, sich in den Armen liegen, und wenn´s ganz schlimm kommt, ihre Fernsehgeräte aus den Fenstern werfen.

Und ich?
Was macht man nur an diesen Tagen, wenn man von Fußball nur wenig versteht?
Auswandern? Wohin?
Werde ich ab jetzt von der Gesellschaft überhaupt wahrgenommen?
Droht mir die Vereinsamung?
Ich würde aufrichtig gern teilhaben an der Leidenschaft der anderen.
Klappt aber nicht. Obwohl ich ja im Schatten des Gelsenkirchener Parkstadions aufgewachsen bin.
Ich würde nur dumme Kommentare abgeben, oder an der falschen Stelle jubeln.
Gut, ich könnte mich nützlich machen: Bier holen und Knabbergebäck, am Grill auf die Würstchen aufpassen, aber so richtig würde mich das nicht ausfüllen.

Ich gebe es zu: ich bin fussballdumm.

Eine meiner ersten Podcast-Beiträge aus dem WM-Jahr 2006 (!) ist immer noch hochaktuell. Jedenfalls für mich.

Hört mal:

 

Viel Spaß beim Lauschen und beim Rudelgucken!

Bissi Tage!

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8 Kommentare zu Ich bin Fußballdumm.

  1. Wennze pennst sind die doch am rummachen.

  2. Clara sagt:

    Viele sagen ja voraus, dass Deutschland nicht weit kommen wird (was mir übrigens vollkommen egal ist, da ich eben so fußballdumm bin wie du), und dann legt sich die Begeisterung schnell – zumal, weil es bei diesem hochsympathischen Gastgeber stattfindet (Ironiemodus wieder aus)
    Und tschüss

  3. Ach, das Dingens da in Amerika, das Kommerzfest? Geht mir am… na, lassen wir das.

  4. Während eines WM-Spiels einziger Fahrgast in einem Doppeldecker-Bus der BVG sein. Oder als einzige Mensch durch die scheinbar ausgestorbene Gropiusstadt laufen, an einem heißen Sonntagnachmittag, und plötzlich aus Hunderten offenstehender Balkontüren der Begeisterungsschrei: „Toooooooor!“
    So exklusiv ist die Fußballignoranz leider nicht mehr. Damals, in den 1970ern, das war richtig großes Kino. Unvergesslich.

  5. Heinrich sagt:

    Lieber Lo,
    Sie sehen schon an den Kommentaren, dass Sie weder allein noch einsam sind.
    Ich hätte das allerdings nicht so diplomatisch zur Sprache bringen können, und alle „Schuld“ am Fußballdesinteresse auf mich nehmen können.
    Keine Sorge! Fußballdumm zu sein bedeutet ja, dass die dort fehlende Intelligenz sich auf andere Bereiche verteilt und da gute Dienste leistet.
    Gruß Heinrich

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