Dropje voor dropje…

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir uns sehnlichst gewünscht,
es möge endlich einmal wieder reichlich Nass vom Himmel stürzen.

So, herrlich nass, wie heute hier im Revier.
Einfach nur schön: dropje voor dropje…

Beruhigende Geräusche….
Kuscheldeckenzeit hat begonnen.

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Das „Ruhrgebietchen“ und seine besten Seiten. Ein Buch.

Seit ein paar Tagen habe ich Stubenarrest. Dabei habe ich nix Schlimmet verbrochen. Ganz im Gegenteil. Ich bin ein positiver Mensch und habe zum Beweis dafür auch`nen richtigen ärztlichen Test gemacht – und bestanden. Also bleibe ich brav zu Hause und schnappe mir endlich auch mal die Bücher, die ich längst gelesen haben wollte. So wie dieses mit dem Titel „Ruhrgebietchen“.

Ruhrgebietchen? Klingt dat nich ein bissken übertrieben niedlich?
Immerhin leben hier allein schon mehr Menschen, als in ganz Hamburg, München und Köln zusammen!

Ruhrgebietchen….! Tss…, und die Titanic war ´n kleinet Böötchen, oder wat?

Stimmt, aber isset nich so, datt man, wenn man wat richtig gern hat, datt man dat irgendwann mit niedlichen Kosenamen benennt?

„Schätzken“, „Püppken“, „Herzken“ – wir Ruhris hängen immer gern ein „ken“ zum Verkleinern hinten dran. Da kann auch schomma aus ´nem pummeligen Dickerchen ein hingehauchtet „Mäusken“ werden.
Dat Verkleinern, dat hat eben wat mit Mögen zu tun. Und mit Wertschätzung. Und mit Vertrautheit. Und dat heißt ja nich, datt man allet nur lobt. So `ne vertraute Beziehung, die verträgt auch schomma ehrliche Worte. Dat gehört beie Liebe einfach dazu.
Ja, und genau so is dat auch mit dem Buch über dat „Ruhrgebietchen“.

„Wir 36 kennen unser Ruhrgebietchen! Wir dürfen ihm auf die Schulter klopfen und so richtig die Meinung geigen; wir können treffliche Geschichten von gestern, heute und morgen erzählen über das, was an ihm liebenswert ist und was nicht. Wir sind seine geborenen Kritiker. Dieses Buch ist ein Vergnügen für alle Kinder des Ruhrgebietchens.“

Die Geschichten (und Gedichte) der 36 Autoren und Autorinnen, alle mit Bezug zum Ruhrgebiet, sind so kurzweilig, datt ich sie auf meinem Styrumer Südbalkon bei herrlichstem Herbstsonnenschein an einem Tag verschlungen, und somit die Umstände meines Stubenarrestes komplett vergessen habe. Lecker Tässken Tee dabei. Toffte.

Grüße aussem Kabüffken!


Ruhrgebietchen
Was deine Kinder an dir lieben und was nicht
224 Seiten · gebunden · Lesebändchen
ISBN 978-3-942094-80-1 · 9,90 Euro
Vonne Ruhr – Verlag Henselowsy Boschmann


Das ist mir wichtig: wenn ich hier hin und wieder ein Buch beschreibe, das mir gefällt, so geschieht dieses stes ohne wirtschaftliches Interesse meinerseits, frei jeglicher Beeinflussung meiner Meinung und grundsätzlich ohne Gegenleistung, ausser vielleicht, dass die Freude der Autoren/ der Autorin/nen darüber mein ach´ so altes Herz erfreut.
Dat isso! 🙂

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Wurst-Case über den Wolken!

Über den Wolken… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein….
Nö. Isse aber nich. Da gibt et auch Grenzen.

Ich sitze im Flieger nach Hause, freue mich über meinen schönen Fensterplatz auf der rechten Seite und werde beim Hinausschauen – wie immer beim Fliegen- zum staunenden Kind. Viereinhalb Stunden wird der Flug dauern.
Die Sicht ist toll: ich erkenne die nordwestliche Küste Marokkos, später dann ganz deutlich auch die Straße von Gibraltar.
Fliegen ist großartig. Auch wenn man es mir tausend Mal mit physikalischen Kräften, Auftrieb und Schwerkraft und Geschwindigkeit erklärt: für mich bleibt es ein Wunder, dass sich so ein tonnenschweres Flugzeug in der Luft hält. Ich schaue weiter aus dem Fenster, der Bordservice spult sein übliches Verkaufsprogramm mit Snacks, Getränken, Zigaretten, Kosmetik, Uhren und Billig-Geschmeide ab. Später noch eine Durchsage des Kabinenpersonals, dass noch kleine Snacks zum vergünstigten Preis zu erwerben sind.

Ich versuche, etwas die Augen zu schließen, rufe mir meine schönen Urlaubstage mit langen Strandwanderungen in Erinnerung, freue mich auf Zuhause und bin rundherum zufrieden. What a wonderful world.

Nanu? Meine Nase signalisiert mir, dass etwas nicht stimmt! Trotz Maske.
Geruch ist bekanntlich ein ganz starker Erinnerungsträger. Ich bin sofort an Busreisen meiner Kindheit erinnert, an den Geruch von unterwegs ausgepackten älteren Salamibroten, jedoch ohne die damals übliche olfaktorische Begleitung der Aromen von Kölnisch-Wasser und säuerlich Erbrochenem.
Ich öffne meine Augen, und sehe, dass das Paar in der Reihe vor mir in eine runde Teigrolle beißt, in deren Mitte ein Salamiwürstchen eingebacken ist. BifiRoll steht auf der Packung, aus der sie von diesen Teilen abbeissen.
Und es stinkt. Wie damals in den alten Reisebussen. „Miefi-Roll“ müssten diese Stinkbomben heißen!

Ich schaue mich um: diese Miefi-Rolle scheint wohl ein Schnäppchenangebot zu sein, von dem viele meiner Mitreisenden – vermutlich in Ermangelung der früher kostenlos gereichten Futterage – gebrauch machten. Und der Flieger hat 225 Sitzplätze. Wenn davon nur jeder Dritte…., gut, sagen wir, nur jeder Fünfte…

Wann fallen nochmal die Sauerstoffmasken herunter? Ach ja, nur bei Druckabfall in der Kabine. Und aktuell erhöht sich der Druck hier eher durch ausdünstende Salamirollen. Keine Chance. Gut, dass niemand Kölnisch Wasser dabei hat

Der absolute Wurst-Case über den Wolken – und keine Rettung in Sicht. Dass zumindest die Piloten im Cockpit durch eine Türe geschützt sind, beruhigt mich etwas. Ich versuche mich durch das Schauen aus meinem Fenster abzulenken, was aber nicht hilft, weil es in der Zwischenzeit dunkler Abend geworden ist. Draußen ist es schwarz.

Wo bleibt Greta? Wo sind die Klimaschützer? Ach nee: die fliegen ja nicht wegen CO₂.
Mir kommt die Frage in den Sinn, was wohl schlimmer sei: Salami-Nebel oder CO₂? Der Begriff Salamitaktik bekommt für mich plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Den Gedanken, dass vielleicht sogar Greta hinter der ganzen Sache mit den miefenden Wurstrollen steckt, um der Menschheit das Fliegen zu vergraulen, verwerfe ich sofort. Damit täte ich den jungen Leuten, die um ihre Zukunft besorgt sind, Unrecht.

Die Rettung naht mit der Ansage:
„Meine Damen und Herren, wir haben unseren Sinkflug begonnen und werden in Kürze landen…..“ „We have started our descent and will be landing shortly. Please return to….“

Ich verstehe nur Stinkflug. Das Licht wird für den Landeanflug gedimmt, es wird schlagartig stiller im Flieger. Ich spüre das Rumpeln des ausfahrenden Fahrwerks, schaue durch mein Fenster nach nach draußen ins Schwarze, erkenne tief unter mir die Lichter von Straßenzügen und Orten, dann geht alles ganz schnell: ein wenig schaukeln, dann setzt die Maschine sanft auf, ich höre das Dröhnen des Umkehrschubs der Triebwerke zum Bremsen, wir rollen…

Beim Verlassen des Flugzeuges spürt meine Nase wunderbar frische Luft, ein Duft, der mir sagt: ich bin wieder hier, in meinem Revier. Wurst-Case überlebt.

I survived.

Bis die Tage!

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Hinter dem Horizont gibts Haue!

Das Leben ist gerade besonders schön. Ich schaue auf den Atlantik, dessen Farben von blau zu türkis in dunkles tiefblau übergehen. Weite. Sand. Sonne. Himmel. Ein Farbenspiel wie auf karibischen Ansichtskarten. Nur in echt. Dazu ein herrlicher Wind, der sanft kühlend über meine Haut streicht. Unentwegt schaue ich aufs Meer, Gedanken kommen und gehen, manche mit der seltenen Chance, an diesem schönen Ort in Ruhe zuende gedacht zu werden. Tranquilo. Eine friedliche Atmosphäre.
Wellen rollen rauschend heran und brechen sich mit wuchtigem Getöse am flachen Sandstrand. Dieses immerwährende Spiel, das es schon lange vor uns gab…

Ein besonderer, friedlicher Moment zum Festhaltenwollen, den ich mir aber für später als schöne Erinnerung bewahren werde.
Ich schaue zum Horizont, dorthin, wo sich das Meer in seinem tiefstem Dunkelblau zeigt und eine klare horizontale Kante bildet, über der sich der Himmel wie mit einem Lineal gezogen hellblau und wolkenlos abgrenzt.

Mir kommt in den Sinn, dass die Menschen früher dachten, dass sie dort, da ganz weit hinten von der Erde herunterfallen würden, wenn sie sich zu weit aufs Meer hinaus wagen.

Wie weit ist der Horizont eigentlich entfernt?, frage ich mich.

Klocker, klocker, klocker, wumm!!!

Der Karte nach müsste in meiner Blickrichtung die Küste Marokkos etwa 110 km von hier entfernt liegen. Aber zu sehen ist nichts.

Klocker, klocker, klocker, wumm!!!

Äh, was wollte ich nochmal? Ach ja: herausfinden, wie weit es bis zum Horizont dahinten ist. *

Am Meer kommen einem oft die besten Gedanken.

Klocker, klocker, klocker, klock-wumm!!!

Äh, ja… muss ich mir merken, das mit dem Horizont. Dass ich noch nie auf diese Frage..

Klocker, klocker, klocker, klock-wumm!!

…äh, gekommen bin.

Klock! Klock! klocker, klock….   wumm!!!

Was ist wohl das Geheimnis der Faszination, die das Meer auf uns Menschen…

Klock! Klock! Klocker, klock!

Nanu? Kein Wumm?
Wo war ich? Ach ja: bei der Frage nach dem Grund für die beruhigendende Wirkung des Meeres auf uns Menschen, wenn wir am Strand versonnen in die Weite….

WUMM ! ! !

…gucken.
Komisch, was mir hier so alles an Fragen in den Sinn kommt.

Gerade frage ich mich, wie viele Morde 🔪 schon von friedliebenden Menschen an kniffelnden Zeitgenossen verübt worden sind, und ob diese Taten vor Gericht strafmildernd als wahre Notwehrfälle unter besonders schweren Umständen anerkannt mit Freispruch endeten.

Verflixt noch mal! Ich klopp denen gleich ihren Würfelbecher in die Fresse! Viererpasch am Arsch! Is doch wahr…!

Also, bis die Tage – und bleibt friedlich.. 😎


 

*Tante Gugel weiß die Antwort auf die Frage, wo der sichtbare Horizont endet:

Für einen Menschen direkt am Strand mit Augenhöhe 1,80 m ist der Horizont knapp 5 Kilometer entfernt. Steht dieser Mensch auf einer 20 Meter hohen Klippe, kann er schon 17 Kilometer weit blicken. Auf einem 100 Meter hohen Turm wäre der Horizont 36 Kilometer entfernt.

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Zwei Lesungen in Herne und Bochum im September

Etwas vorgelesen zu bekommen, mögen nicht nur Kinder gern. Auch wir „Großen“ lieben das Leselauschen. Ich mag ganz besonders die Atmosphäre bei Autorenlesungen, wenn sie in Buchläden oder an anderen heimelig anmutenden Orten stattfinden. Oftmals ergeben sich im Anschluss nette Seitengespräche untereinander oder man entdeckt neuen Lesestoff. Und die Autoren und Autorinnen brauchen den Kontakt zu ihren Lesern. Leider hat Vieles davon in der vergangenen Zeit aus bekannten Gründen nicht stattfinden können. Das ist traurig für alle, die schreiben und die, für die Bücher ein begehrtes „Lebensmittel“ sind.

Wie schön, dass es hin und wieder solche Leseabende gibt, wie diese beiden in Herne und Bochum.

Kommt reichlich und freut Euch.


Äpfel haben Sonnenbrand, Verse schmelzen bei 41 Grad dahin, und auf Wolke sieben wartet der Glimakipfel: „Wortwetterleuchten“.
Jens Dirksen und Hubertus Janssen mit ihrem neuen Programm im Literaturhaus Herne.
Mittwoch, 21. September 2022, ab 19.30 Uhr.
Eintritt 15 Euro.
Zum Literaturhaus Herne geht es HIER:

Halloherne.de schreibt:
„Das neue Bühnenprogramm von Hubertus Janssen und Jens Dirksen begegnet den dunklen Wolken der Gegenwart mit Heiterkeit und ironischem Witz. Da blitzt es Mal um Mal satirisch, zugleich glüht der Horizont vor Liebe zu Feld, Wald und Wiesen. Äpfel haben Sonnenbrand, Verse schmelzen bei 41 Grad dahin, ein Zimtstern des Gartenwesens steht am Firmament und auf Wolke Sieben wartet der Glimakipfel. Einmal mehr sind tiefere Bedeutung und hochgradiger Unsinn im Landwirtschaftlichen Feuilleton von Janssen & Dirksen so innig vereint wie ihre Gartenkolumnen und Gedichte. Sie lesen zusammen, was zusammengehört: Wortwetterleuchten.“


Premierenlesung: Freitag, 23. September 2022, ab 19.30 Uhr.
Lothar Gräfingholts „Die Colliers der Kanzlerin“
in der Buchhandlung Janssen, Brüderstraße 3, Bochum-Mitte.
Der Eintritt kostet sechs Euro.
Reservierungen unter Telefon 0234-13001.

Angelika Hermes ließ sich auf den Rücksitz fallen und zog die Tür hinter sich zu. Dieses Kapitel ihres Lebens war beendet. Sie blickte auf das hell erleuchtete, imposante Gebäude, ihr Amt. Blitzlichtgewitter begleitete ihre Abfahrt. Sie winkte, sie lächelte. Die Limousine nahm Fahrt auf.
Museler saß am Steuer, wie selbstverständlich, wie jeden Tag in den letzten Jahren. „Wo soll es hingehen, Frau Bundeskanzlerin?“
„Nach Hause, einfach nach Hause. Und sagen Sie bitte nicht mehr Frau Bundeskanzlerin.“
Danach wurde es still in dem gepanzerten Mercedes.

Infos zum Buch

Viel Spaß allen Beteiligten!

Lo.


Fotos entnommen bei www.vonneruhr.de


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Münster untenrum. Mit Höhepunkt.

„Entweder es regnet – oder es läuten die Glocken.“, so wird Münster gern beschrieben.
Gut, den Westfalen wird ja gern nachgesagt, dass sie nicht unbedingt die Erfinder der ausgelassenen Lebensfreude sind, doch was die als katholisch-konservativ angesehene westfälische Hauptstadt anbetrifft, mischen sich dank der zahlreichen Studenten *) der Westfälischen Wilhelms-Universität durchaus quirlig-lebendige Lebensgeräusche ins dunkel dröhnende Glockengeläut. Und Fahrradgeklingel. Und das aber reichlich. Was die Fahrraddichte anbelangt, liegt Münster nämlich zahlenmäßig sogar noch vor Amsterdam.

Obwohl mir Münster durch familiäre Bande vertraut ist, kannte ich bis dato das als szenig beschrieben Hafenviertel mit seinen Bars, Cafés und Kneipen noch nicht. Ein Grund, sich auf den Weg dorthin zu machen. Am Samstag. Mit dem Neun-Euro-Ticket. Die Bahn verdächtig voll mit blauweiss gekleideten Fußballfans, die in Gelsenkirchen ausstiegen. Mir schwant Übles, was die Rückfahrt anbetrifft.
Doof, wenn man fußballdoof ist, und nicht auf dem Schirm hat, dass fürs Bahnfahren andere Tage besser geeignet sind.

Vermutlich lag es an der frühen Mittagsszeit, denn es herrschte im Münsterschen Hafenviertel nichts von alledem, was ein Szeneviertel ausmacht. Abends ist es dort sicher anders.

Dafür aber quoll die Innenstadt beinahe über: Markt, Geschäfte und Cafés waren gut besucht, und vor der Ludgerikirche standen viele Menschen, den Blick auf die Turmspitze gerichtet. Hier wurde gerade von vermutlich schwindelfreien, mutigen Menschen in luftiger Höhe an Seilen hängend ein spektakuläres Kunstwerk angebracht: eine 36 Meter hohe neongelb leuchtende „Himmelsleiter“, die zuvor den Turm des Stephansdom in Wien zierte. Die „Erfinderin“ ist die österreichische Künstlerin Billi Thanner.
Sieht toll aus und kann noch bis zum März 2023 bestaunt werden.

Gestaunt habe ich auch, als ich an einer Baustelle vorbeikam, an der zwei Bauwagen einer Münsteraner Tiefbaufirma mit einem wortwörtlich „tiefschürfendem“ Slogan abgestellt sind. Wouw! Verdelli! Genau mein Humor.

Fußballdoof bedeutet ja nicht, dass man nicht in der Lage ist, herauszubekommen, wann so ein Spiel zuende ist, um den rechtzeitigen Zeitpunkt für eine ruhigere Rückfahrt mit der Bahn zu wählen. Und das war wohl bei dem für die blauweissen Fans niederschmetternden Endstand wohl auch gut so.

Münster. Entweder es regnet – oder es läuten die Glocken.
Ich würde noch: „„… oder Du wirst vom Fahrrad überfahren“ dranhängen.

„Guet goan!“
wie der Münsterländer sagt.

Oder
Bis die Tage!


Danke an Mallybeau Mauswohn für den Begriff „tiefschürfend“…😉👍


*) Männchen, Weibchen und Dazwischene

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Das Geheimnis der Wespe


Das Geheimnis der Wespe.

Das gelb und schwarz gestreifte Tier,
es frisst und frisst und frisst für Vier!
Doch wie bewahrt sich – die Kanaille
trotz Futterns ihre Wespentaille?

Lothar Lange

Fotos bei Pixabay entliehen und bearbeitet.
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Kunstkiosk Buer. Bunte Kunst und Leselauschen am Trinkhallentag

War das ein schöner Tag!
Allein schon wettermässig war der diesjährige Trinkhallentag im Ruhrgebiet ein Tag zum „Hemdhochheben“. Der olle Petrus ist bestimmt ein Trinkhallenfan, der sich immer wieder mal heimlich zu uns ins Ruhrgebiet begibt, um sich anner Bude ´ne Tüte gemischte Klümkes* und Salmiakpastillen zu gönnen.

Ich bin schon sehr lange nicht mehr in Gelsenkirchen-Buer – meiner alten Heimat – gewesen, und da ich immer schon einmal den dortigen Kunstkiosk von Brigitte Böcker-Miller kennenlernen, aber auch Inge Meyer-Dietrich, die so viele wunderbare Bücher geschrieben hat, beim Vorlesen zulauschen wollte, war der Trinkhallentag natürlich die Gelegenheit, mich auf die kleine Weltreise von Oberhausen nach Buer zu begeben.

Und es hat sich gelohnt.
Zum einen, weil dieser Kunstkiosk ein richtig toller Ort ist, eine bunte Wundertüte – voll mit kleinen und größeren Kunstschätzen, gemalt, getöpfert, geschnitzt, geformt, zum Bestaunen, aber auch zum Erwerben, ohne dabei den Geldbeutel zu strapazieren.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieser Kunstkiosk von Brigitte Böcker-Miller auch ein idealer Ort nachbarschaftlicher Begegnung ist.

Leider war es mir erst etwas spät möglich, dort zu sein, so dass ich die vorherigen musikalischen, sowie die literarischen Darbietungen von Rudi Schulte, Bettina Ittermann und Ulrich Breitbach nicht genießen konnte.

Dafür aber Inge Meyer-Dietrich.
Als sie gefühlvoll eine rührende Kindergeschichte um Salmiakpastillen und Freundschaft oder einige ihre pfiffigen Nashorngedichte vortrug, bescheinigte ihr das Publikum, Spaß und Gänsehaut zugleich bekommen zu haben.
Für mich ein Hochgenuss der Vorlesekunst.

Hier ein paar Fotos vom Trinkhallentag im Buerschen Kunstkiosk:

Und diese beiden Bücher von Inge Meyer-Dietrich haben es mir besonders angetan:

Hier sind sie beschrieben: Inge Meyer-Dietrich bei Bücher vonne Ruhr

Alles in Allem: eine richtig tolle Idee, dieser Trinkhallentag – und der Kunstkiosk sowieso. Absolut besuchenswert. Die Adresse lautet: 45894 Gelsenkirchen-Buer, Nordring 33

Also: bis die Tage!


*Trinkhallen sind die Ikonen der regionalen Identität im Ruhrgebiet. Am Tag der Trinkhallen wird die Trinkhallenkultur einen Tag lang im gesamten Ruhrgebiet gefeiert. Dieses Mal fand er am Samstag, 6. August 2022 statt.

*Klümkes = Ruhrdeutsch für Bonbons
Das Lexikon der Ruhrgebietssprache

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Augenblick mal!

Verdelli! Was einem manchmal so in den Kopf kommt!
Neulich erinnerte ich mich an einen Witz, den wir uns als Kinder erzählten, in dem es darum ging, dass der Teufel demjenigen die Hölle ersparte, der ihm einen Wunsch nannte, den der Teufel unmöglich erfüllen könnte. Der Bayer sagte: „Streich mir ganz München silber an!“ Zack! Ganz München glänzte silber. Der Ostfriese wüschte sich ganz Ostfriesland in Gold gestrichen. Zack! Ostfriesland strahlte golden. Blieb noch Willi aussem Kohlenpott. Der ließ einen lauten Darmwind fahren, und sagte: „Hömma, Teufel: gezz streich mir den mal schön Grün an!“
Tja, dat hat der Teufel auf Deubel-komm-raus nicht hinbekommen, und unser Willi war gerettet.

So´n Darmwind ist eben schwer zu greifen, der ist flüchtig wie die Zeit, der Augenblick. Schon dem ollen Goethe sein Faust hatte damit sein Knacken:
„Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön!“

Kein Augenblick verweilt. Er ist da, und sogleich schon vergangen.
Das Jetzt ist flüchtig wie der *räusper* Wind.
Wir sind heutzutage ja glücklich dran: wir können Momente fotografisch oder schriftlich festhalten.
Das Aufschreiben hat oftmals eine ganz besondere Wirkung: während des Schreibens wird das Erlebte oft noch einmal spürbar.
Schmerzhaft erlebte Augenblicke im Zahnarztstuhl sind daher weniger geeignet…

Verdelli, ich schreibe hier gerade wieder ein Zeug zusammen….
Gut, datt der Augenblick vorbei ist.

Bissi Tage!
Lo

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Butterbrot und Hitzetod

Verdelli,  war dat wieder warm, wat?

Um zu testen, ob es bei der Sommerhitze noch Leben unter der Hirnschale gibt,
habe ich spontan einen einfachen Reimversuch gestartet:
es scheint noch Hoffnung zu geben.
Hier das Resultat: Kniften-Lyrik.

Bissi Tage! Gestern noch dicht.
Heute Dichter.


 

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