Neuerscheinung ab Ostern im Pott: Die Bilder, der Boschmann und ich

So viel Geduld muss sein. Die Druckfarbe braucht nur noch wenige Tage zum Trocknen, dann kann sich dieses neue Buch von seinen allerbesten Seiten all denen zeigen, die gerne einmal einen Blick hinter die Kulissen der Filmemacherei aus erster Hand erhaschen – oder mehr über die fliegenden Bilder an der Dachkrone des Dortmunder U erfahren möchten und überhaupt… Spannend.

 

 

 

 

Adolf Winkelmann
Die Bilder, der Boschmann und ich

Winkelmanns Gespräche mit Boschmann eröffnen einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen der Filmemacherei
176 Seiten · gebunden mit Schutzumschlag · mit vielen Fotos · 14,90 €
ISBN 978-3-948566-06-7
Erscheinungstermin: 3. April 2021
Vorbestellbar. Auch vom Autor signierte Exemplare ⇒ KLICK


„Es war Mitte September 2020, die Pandemie schien fast vorbei, da rief mich der Boschmann auf FaceTime an und bat um ein kleines Interview für seinen Verlagskatalog. Ich hockte surfend am Schreibtisch, er krabbelte in seinem Taubenschlag herum und stellte mir als Erstes ein paar seiner Tiere namentlich vor. Wir sind beide stolz auf unsere Tauben, viele sind uns zugeflogen, seine sind aus Fleisch, Blut und Federn, meine aus Licht, ausschließlich Licht.
Wir sprachen über die Allüren der Ruhrgebietspromis, über meine Unabhängigkeit als Künstler, den Film „Die Abfahrer“ und die Lichtzeichen am Dortmunder U.
Nach zehn Minuten verabredeten wir, das Gespräch fortzusetzen, lang und ausführlich. Der Boschmann behauptete, jede Menge Fragen auf Lager zu haben, die mir noch nie gestellt worden seien.“

Auf den ersten Blick scheinen sie nicht zusammenzupassen: der Filmemacher und Medienkünstler aus der Metropole Dortmund und der Kleinverleger aus Bottrop. Professor Winkelmann und Straßenabiturient Boschmann sind in ihren Gesprächen auch nicht immer einer Meinung. Aber wenn es um das Wesentliche geht, um ihre Liebe zu den „Abfahrern“ und den Fliegenden Bildern auf dem Dortmunder U, um ihre Hassliebe zum Ruhrgebiet, um ihre Abneigung gegenüber Politbüro­kraten und Kunstfunktionären, dann besitzen ihre Dialoge eine Eindeutigkeit, die „in der Region“ nicht oft anzutreffen ist.


Mir als mittelklassigem Volksschulabsolvent gefällt der Begriff „Straßenabiturient“.

Bissi Tage!

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Steinzeitgedanken.

Steinzeitgedanken.

Einen Stein aufgehoben und mitgenommen.
Gedacht.
Der ist so schön. Den behalte ich.
Das ist nun meiner.

Weitergedacht.
Mein Stein?
Ihn gab es schon,
als es mich noch lange nicht gab.
Und er wird da sein,
wenn es mich längst nicht mehr geben wird.

Ich habe ihn nur geliehen.
Meine Stein-Zeit lang.
Für ihn nur
ein Wimpernschlag.

Lo.

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Ich kaufe mir ´ne Klarsichthülle. Ein Durchblickversuch.

Verdelli, am liebsten wär´ ich für´n Verbot gegen dieset Corona.

Ich mein´, dat mit diesem Virus ist ja schon schlimm genuch, ich nehm´et auch ernst. Aber Du kriss ja sogar dann schlimme Nebenwirkungen, obwohl Du et gar nich hass, wat ja schomma ein Glück is, wenne et nich hass, und hoffentlich auch nich kriss.

Aber Nebenwirkungen, die hasse – oppe et willz oder nich. Allein schon, watte gezz allet für neue Wörter lernen muss:

Inzidenz. Dat Wort gab et doch vor Corona bestimmt nich. Hätte mir früher einer wat von Inzidenz erzählt, hätt´ich gedacht: Inzidenz? Ja, dat krisse sicher mit Pennezillin wieder wech oder mit Granufink gegen Hahndrang.

Oder Latenzzeit: ja, war dat nich früher die Zeit, die et dauert, bis et vom Bohnenessen im Gedärm am blubbern fängt? Kann sein, datt ich dat mit Flatulenz verwechsle, aber dat hieß ja früher auch einfach nur Furz, und jeder wusste sofort, wat gemeint war.

Herdenimmunität. Klingt irgendwie belämmert oder nach Rinderwahnsinn. Passt für mich eher auf die Politiker, die auf Deubel-komm-raus nur drauf aus sind, ihre Schäfkes innet Trockne zu bringen und gegen dat, wat man Anstand nennt, immun sind.

Terminshopping. Also, dat is so´n Wort, dat gab et eigentlich schon immer, nur waret nich mit alle Gewalt auf Englisch verbogen. Dat war der feste Termin für´n Frühschoppen am Sonntachmorgen – für die Frommen nache Kirche. Der Termin stand bombenfest, auch wenn man selber danach nich mehr so fest auffe Beine stand.

Terminshopping…. Tsss… Heute is dat Einkaufen nache Uhrzeit. Und da hat man auch gleich wat Neuet für erfunden: Klick & Meet oder Klick & Collect.

Verdelli, wer hätte dat gedacht, datte mal ein Antrach stellen muss – für um Einzukaufen? Datte fragen muss, wanne Dein Geld innet Geschäft bringen darfss? Und wenne dat darfss, dann aber nur für ´ne Viertelstunde. Wenne dann noch Geld überhasst, hasse Pech gehabt. Musse mitte halbvolle Einkaufstasche und immer noch volle Patte (Portemonnaie) wieder nach Hause trotten, und darfss Dich wie´n Held fühlen, weile in die kurze Zeit doch noch ´n kleinet bissken Beute gemacht hass.

Gut, dat hat ja seinen Grund: sollz ja keinem begegnen – und et soll ja kein Gedränge geben. Nich, datte noch vielleicht an sonnem Superspreader vorbeikomms. Ja, dat is keiner, der wat ganz Dollet kann, ausser ausatmen. Aber dat mit Schmackes, also mit Aerosole, die et in sich haben. Und die Du dann hass. Dann brauchsse auch kein Termin mehr für Klick&Meet machen. Dann hattet sich ausgeklickt.

Ehrlich gesacht: ich blick da manchmal nich mehr durch. Apropos Durchblick: Brille und Maske draussen, wenn et noch winterlich schubbich is – dat is schon ein Abenteuer. Allet nebelich. Du siehss nix – ausser Nebel.

Ich such noch nach ´ner neuen Corona-Wortschöpfung für Brillenträger: für die Englischverliebten Look&Fog, oder ganz einfach Glotz&Nebel, Glubsch&Dunst, Blick&Blind oder Schau&Au!, wenn irgendwo gegenläufss..

Wenn ich vor lauter Nebel auffe Gläser nix mehr sehen kann, nehme ich dann inne City auch schomma meine Brille ab. Und dann werd ich hin und wieder von Leuten angesprochen. Dat Doofe ist aber: ich weiss dann gar nich, von wem…

Corona…. neee, da blicksse nich mehr durch.
Ich mach gezz am besten noch mal so´n Terminshopping.
Und dann kauf ich mir `ne Klarsichthülle.
Vielleicht hilft et.

Bissi Tage! Und bleibt gesund!

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Es ist wieder Pommes-Zeit!

Die Zeit von Anfang März bis Ende Februar ist besonders gut geeignet für den Genuss von Pommes. Man sollte diese kurze Zeit also nutzen.
Pommes können auch wirksam gegen Hungergefühle in der Fastenzeit eingesetzt werden.
?

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Literaturwerkstatt.Ruhr: Von Lotte, dem Pferd des Klüngelskerls.

Neues aus der Literaturwerkstatt.Ruhr:
Kreative Menschen „vonne Ruhr“ haben sich in den letzten Monaten zur Literaturwerkstatt.Ruhr zusammengetan – und sich im weltweit einzigen Filmstudio mit eigenem Taubenschlag bei Werner Boschmann in Bottrop unter Beachtung aller notwendigen Sicherheitsregeln vor die Kameras begeben und Ausschnitte ihrer literarischen Werke vorgetragen – oder aus ihrem Leben und Wirken im Ruhrgebiet berichtet.

Und an jedem Samstag werden diese – aber auch ältere Filmbeiträge als „Klassiker“ – mit gelesener, besprochener, zelebrierter, leibhaftiger „Literatur vonne Ruhr“ zur gefälligen Betrachtung aus dem Taubenschlag in die weite Welt entlassen.

Alle bisherigen Beiträge sind auf dem
YouTube-Kanal der LITERATURWERKSTATT.RUHR zu finden.

(Dort dann neben der Übersicht „VIDEOS“ anklicken)


6. März 2021

Es ist wieder Samstag, und wieder gibt es etwas Neues aus dem Studio der Literaturwerkstatt.Ruhr zum Schauen und Lauschen.

Die Autorin Elke Schleich lebt im schönen Westerholt
Ihr schriftstellerisches Motto: „Schreiben! Schreiben! Schreiben!“
Ihr neuer Roman wird im Juni bei Piper veröffentlicht! Die Geschichte spielt auf der wunderschönen Insel Sylt. Mehr auch hierzu auf  http://www.elke-schleich.de

Im Studio der Literaturwerkstatt.Ruhr liest Elke Schleich
von einem Pferd namens „Lotte“, das den „Klüngelskerl-Wagen“ zieht.
Ihre Tiergeschichte aus dem Ruhrgebiet.

 Bei YouTube >>> HIER zu hören und zu sehen

Das Buch dazu:


„Wo Schweine pfeifen, Ziegen moppern und Tauben an das Gute glauben“
– Tiergeschichten aus dem Ruhrgebiet –
256 Seiten · gebunden mit Schutzumschlag · 14,90 € ·
ISBN 978-3-948566-02-9 · Verlag Henselowsky Boschmann


Viel Vergnügen beim Gucken & Lauschen
– und wie immer: „bissi Tage!“
Lothar (Lo) Lange


www.literaturwerkstatt.ruhr ist ein Service
des Ruhrgebietsverlages Henselowsky Boschmann.
Produziert von [hebo] im Studio für Literatur im Ruhrgebiet, Bottrop.
Mit: Benjamin Bäder, Hermann Beckfeld, Jens Dirksen, Sigi Domke, Michael Hüter,
Hubertus A. Janssen, Margit Kruse, Lothar Lange, Elke Schleich, René Schiering, Siggi Stajkowski, Ilse Straeter, Ulrich Straeter, Adolf Winkelmann, Joachim Wittkowski.
Für Vorschläge, Tipps und Ideen sind wir dankbar.
post@literaturwerkstatt.ruhr

Impressum · Datenschutz · Verlagsseite

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Unerschütterlich.

Verdelli, wat happich doch für ein Glück, datt ich geimpft bin.
Ich bin so beruhigt.
Dat ganze Durcheinander,
wer wann wo aufmachen darf,
wer wann wen und mit wem besuchen darf,
wer wann und warum einen Span locker hat…

Ich bin so entspannt.
Mich kann seit meiner Impfung nix mehr erschüttern.

Ausgelacht hat man mich damals.
Und gezz? Gezz bin ich absolut entspannt.

Gezz zahlt es sich aus,
datt ich mich vor langer Zeit gegen Erdbeben habe impfen lassen.
Mich kann seitdem nix mehr erschüttern.
Und dat ist gut so.

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Kommt Literatur von Liter? Der Flachmann im Bücherschrank.

Kannet sein, datt auch Männer sowatt, wie ’n eingebauten Nestbautrieb in sich haben, der dann, wenn allet so am Blühen fängt, inne Gänge kommt, und einen dazu bringt, Überflüssiget aussem Nest zu schmeissen, für um Platz für Neuet zu machen?

Bei mir war et in den letzten Tagen so: seit ein paar Wochen grabe ich alte Schätze aussem Keller, und allet, wat noch wat wert ist, kommt inne iBäh-Kleinanzeigen oder wird verschenkt oder entsorgt. Und wenn wat weg ist, freu ich mich, dat hat so wat Befreiendet.
Is in einem Alter ja auch nich ganz unwichtig: fall ich mal unfreiwillich „von meinem Recht auf Ableben“ gebrauch machen sollte, is nich so viel Krempel füre Nachkommen zum Entsorgen übrich. Aber noch happich Zeit mittem Ableben.
Wat mir aber immer verdelli schwer fällt, dat is dat Trennen von Büchern. Kann ich nich erklären, is aber so.

Egal: jedenfalls happich et gestern geschafft, ne Bananenkiste mit Büchern vollzupacken, um se innen Öffentlichen Bücherschrank am Stadttheater zu bringen. Dat tröstet mich dat dann, datt die Schmöker noch andere Leute erfreuen.

Und wat entdecke ich da?
Das hat doch verdelli einer nich nur gedrucktet Geistiget in den Bücherschrank gestoppt, sondern auch flüssiget, – also wat destilliertet Geistiget – wat gezz auch nich richtich is, denn der Flachmann war leer.
Happich erst mal ein Foto von gemacht.
Und dann, auffem Rückweg mittem leeren Bananenkarton, kamen mir so Gedanken, oppet wohl einen Zusammenhang zwischen Literatur und Alkohol gibt – immerhin is ja schomma im Wort Literatur dat Wort „Liter“ enthalten.

Prosa und Promille – fängt ja beidet mit Pro an. Und in sonnem Flachmann is ja meist wat Geistiget drin, genau, wie in Büchern auch. Der Vorteil beim Buch is, dattet auch nachem Genuss immer noch voll is – der Flachmann nich.
Und dann liest man ja auch, dat viele Schriftsteller erst dann auf Schreibtemperatur kommen, wenn se sich vonnem Gläsken oder Pülleken Weingeist helfen lassen.
Der olle Hemingway soll ja mal gesacht haben: «Schreibe betrunken, überarbeite nüchtern».

Ja, und wenn ich mir gezz meinen Bücherschrank zu Hause angucke: da sind ja gezz Lücken vonne fehlenden Bücher.
Da würden sicher einige Flachmänner reinpassen.
Aber dann wär der Schrank ja wieder voll.
Und dat is ja nich der Sinn von meinem eingebauten Nestbautrieb.

Bissi Tage! Lo.

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Neues aus der Literaturwerkstatt.Ruhr: Der Lurch hält durch.

Kreative Menschen „vonne Ruhr“ haben sich in den letzten Monaten zur Literaturwerkstatt.Ruhr zusammengetan – und sich im weltweit einzigen Filmstudio mit eigenem Taubenschlag bei Werner Boschmann in Bottrop unter Beachtung aller notwendigen Sicherheitsregeln vor die Kameras begeben und Ausschnitte ihrer literarischen Werke vorgetragen – oder aus ihrem Leben und Wirken im Ruhrgebiet berichtet.

Und an jedem Samstag werden diese neueren – oder auch ältere Filmbeiträge als „Klassiker“ – mit gelesener, besprochener, zelebrierter, leibhaftiger „Literatur vonne Ruhr“ zur gefälligen Betrachtung aus dem Taubenschlag in die weite Welt entlassen.

Alle bisherigen Beiträge sind auf dem
YouTube-Kanal der LITERATURWERKSTATT.RUHR zu finden.


Es ist wieder Samstag:

Hubertus A. Janssen, Wortspieler, westfälischer Kosmopolit, hat für literarische Notfälle immer einen Koffer dabei, angefüllt mit Versen. Man sieht es geradezu, wie er die Wörter greift, wie er sie anschaut, anspricht, von allen Seiten, und sie dann plötzlich springen lässt.

Bei YouTube >>> HIER zu sehen

Hubertus A. Janssen · Der Lurch hält durch
Gedichte aus dem landwirtschaftlichen Feuilleton und querfeldein
96 Seiten · gebunden · Lesebändchen · 9,90 €
ISBN 978-942094-49-8
erschienen im Verlag Henselowsky Boschmann


Viel Vergnügen beim Gucken & Lauschen
– und wie immer: „bissi Tage!“
Euer Lothar (Lo) Lange


www.literaturwerkstatt.ruhr ist ein Service
des Ruhrgebietsverlages Henselowsky Boschmann.
Produziert von [hebo] im Studio für Literatur im Ruhrgebiet, Bottrop.
Mit: Benjamin Bäder, Hermann Beckfeld, Jens Dirksen, Sigi Domke, Michael Hüter,
Hubertus A. Janssen, Margit Kruse, Lothar Lange, Elke Schleich, René Schiering, Siggi Stajkowski, Ilse Straeter, Ulrich Straeter, Adolf Winkelmann, Joachim Wittkowski.
Für Vorschläge, Tipps und Ideen sind wir dankbar.
post@literaturwerkstatt.ruhr

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Von Sonne, einem Ballermann und Zufallskunst in Oberhausens City

Heute in der Oberhausener City:
es ist Februar, und wir haben ein Wetter zum Hemdhochheben: die Sonne strahlt so warm, „datt einem dat Kaffeewasser inne Buxe fast am Kochen fängt“, wie man hier bei uns durchaus vernehmen könnte.

Die fußläufige Marktstrasse, in den letzten Jahren zwar als Einkaufsstrasse kränkelnd, doch „bis Corona“ immerhin noch belebt von sich nahversorgenden Menschen, Nachbarn oder Bekannten, die sich zufällig begegneten und zum kleinen Pläuschken zusammenstanden, ist augenblicklich zwar nicht menschenleer, aber von fröhlichem Treiben in der City meilenweit entfernt.
Die Geschäfte sind, bis auf die erlaubten Ausnahmen, geschlossen, kein Café, das bei diesem tollen Wetter zum genüsslichen Draußensitzen einlädt; jeder geht lediglich seinen notwendigsten Besorgungen nach, und das rasch, weil dem einen oder anderen die Maske die Brille beschlagen lässt.
Tristesse, gegen die wohl auch die tolle Frühlingssonne nichts ausrichten kann.
Nur die Tauben scheint es zu freuen, dass sie nun ungestörter das Pflaster für sich haben, obwohl für sie dadurch auch weniger an Fressbarem abfällt.

Dann ein Blick an den Fassaden vorbei hoch zum blauen Himmel.
Nanu? Was ist das denn?

Ein Fußball, der zwischen dem zweiten und dritten Stockwerk an der Fassade zu kleben scheint.


Beim näheren Hinsehen erkenne ich, dass der Ball von den drahtigen Stacheln, die die Tauben von der Fassade fernhalten sollen, festgehalten wird.
Zufallskunst am Bau.

Ein toller Ballschuss muss das gewesen sein: so hoch.
Sowas kann nur ein echter „Ballermann“.
Ich mache ein Foto davon und komme kurz danach an meinem Stamm-Reisebüro vorbei.
Es hat geschlossen. Auf den Plakaten in seinem Schaufenster locken ausgelassen fröhliche Menschen an sonnigen Stränden mit blauem Himmel zu den Sehnsuchtszielen der bunten Urlaubswelt.
Pah! Sonne und blauen Himmel haben wir hier auch.
Und pickende Palomas.
Und sogar einen echten Ballermann.

Bissi Tage!
Lo

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Von frommen Pflaumen oder Habemus Pflau Memus

Verdelli! So, wie andere Leute auf dem ollen Dachboden oder im Keller alte Schätze bergen, finde ich soeben auf einer älteren Festplatte alte Texte, die ich irgendwann einmal verfasst, aber dann vergessen habe.

Und passend zur aktuellen Diskussion über Kirche, Religion und einen Kardinal, der allein schon deswegen glaubt, dem Himmel näher als andere zu sein, weil er einen wolkenhaften Namen trägt, lasse ich diese wiederentdeckten Zeilen mal frei, auch wenn derzeit nicht gerade Pflaumenzeit ist.


Habemus Pflau Memus!

Pflaumen sind, was viele vermutlich nicht wissen, sehr religiös:
sie gehören der Prunutischen Kirche an.
Ihr Schutzheiliger ist der Heilige Agosto Prunus,
den sie anbeten und verehren, eher bekannt als Pflaumenaugust.
So verlangt aber auch die Prunutische Kirchen von ihren pfläumigen Gläubigen,
dass sie sich an den Zwetschibat halten, womit gemeint ist, dass ihnen jegliche Beziehung zu anderen Früchtchen untersagt ist.
Als besonders großes Vergehen gilt die „Wilde Ehe mit der Schlehe“ und Beziehungen zu Nachtschattengewächsen aus dem Rotfruchtmilieu.
Während Christen mit „Tuet Buße!“ zum Bereuen schwerer Verfehlungen aufgefordert sind, werden Prunuten mit „Tuet Muße!“ zum Freitod durch das Stürzen in einen Mixer genötigt.
Zuvor müssen sie sogar ihren Stein abgeben.
Statt, wie bei den Christen „Asche zu Asche“ heißt es bei den Prunuten „Pflaumen zu Matsche!“
„Tuet Muße“, damit ist Mus gemeint: „werdet zu Mus!“
Pflaumenmus zählt daher zur Gattung der Götterspeisen.

Habemus Pflau Memus!

Lo
Atheist, glaub ich.

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