Kinder-Weihnachtswünsche – Spielzeug in den 50ern

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Und wieder begab ich mich zu Hause auf Schatzsuche.
Das gibt es wirklich: vor vielen Jahren packte mich das Sammelfieber nach altem Spielzeug, das ich als Kind nicht haben konnte, weil zu Hause schlicht das Geld dafür fehlte. Im Laufe der Zeit kamen viele schöne Stücke zusammen, und wie das so im Leben ist: irgendwann haben Familie und Beruf und andere, neue Interessen auch ihren berechtigten Platz, und das Fieber lässt nach. Die gefundenen Schätze schlummern dann gut verpackt in Kisten und Koffern und geraten etwas in Vergessenheit.

Nun habe ich die Zeit, diese Schätze wieder zu heben – und wirklich: so mancher Karton birgt Dinge, die ich im Laufe vieler Jahre schlicht vergessen habe. Und somit kommt das Öffnen einiger Kartons tatsächlich einer Schatzsuche gleich. Spannend.

Und ebenso, wie mich damals in meiner Kindheit meine Freunde mit ihren Spielsachen mitspielen ließen, will ich heute gern auch mein Sammelsurium hier in loser Folge zum Betrachten und Erinnern teilen.

Dieses magnetische Puppenpaar aus den 50ern will zunächst wohl nichts voneinander wissen. Erst, wenn man die Beiden ein wenig zueinander dreht, scheinen sie Interesse füreinander zu haben – und dann geht es auch ganz schnell: zack! Und: Kuss!

Tja, wer sich in den 50ern schon so leidenschaftlich küsste, dazu noch in aller Öffentlichkeit (!), der war dem damals üblichen „Heiratenmüssen“ ja schon verdammt nahe. Also musste auch bald eine Wohnung her. Natürlich modern eingerichtet. Eine Spülmaschine war um 1955 aber noch eine absolute Seltenheit:

Dieser Kinder-Geschirrspüler der Blechspielzeugfirma Seidel aus Zierndorf bei Nürnberg stammt aus den frühen 60er Jahren und konnte sogar mit Wasser befüllt werden. Mit der Kurbel wurde dann per Handbetrieb das Puppengeschirr gewaschen. Der Schlauch an der linken Seite diente dem Ablassen des Wassers.

Ob unser geschirrspülendes Paar wohl auch das Talent zum Wohlstand hatte?
Mit diesem Spiel (Flohmarktfund, vermutlich 60er Jahre) hätte es sich zumindest schlau machen können, wie es zu Zeiten des Wirtschaftwunders und der Pettycoats mit dem lieben Geld so funktioniert. Es ist dem MONOPOLY sehr ähnlich: man kauft Häuser, zahlt Steuern und kann sogar ins Gefängnis kommen.

Falls es mit dem Wirtschaftswunder der Beiden geklappt haben sollte, könnten sie sich vielleicht auch ein schickes Auto geleistet haben: mit Uhrwerksantrieb (Schlüssel zum Aufziehen) und lenkbar.

Huki  Kienberger Blechauto HK-204 (etwa 1945-1950)

Während meiner Sammelzeit habe ich mir auch viele Details der Spielzeuge, ihrer Fertigung,  der Historien der oftmals nicht mehr bestehenden Spielzeughersteller, wie Schuco, Bing, Gama, Huki usw. angelesen. Heute freue ich mich einfach aufs Öffnen meiner Schatzkisten und aufs Bestaunen ihres Inhaltes.

Bissi Tage!
LO

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3 Antworten zu Kinder-Weihnachtswünsche – Spielzeug in den 50ern

  1. quersatzein sagt:

    Wow! Du hast Schätze an Spielsachenraritäten aus meiner Jugendzeit, von denen ich damals nicht die leiseste Ahnung hatte, weil ich zum einen in einem andern Land lebte und zum anderen – wie du und viele von uns – nicht auf Rosen gebettet war. (Schon Schlittschuhe waren der reinste Luxus.) :–)
    Den Geschirrspüler (in echt) gab es für meine Mutter überhaupt nie: Anfangs konnte man nicht, später wollte sie nicht…
    Dir viel Spass beim Sichten, Sammeln und Spielen.
    Lieben Gruss,
    Brigitte

  2. iGing sagt:

    Ich habe gerade auch wieder eine schöne Erfahrung mit altem Kinderspielzeug gemacht: Meine Enkelkinder spielten begeistert mit der 100 Jahre alten Puppenstube, die wir auch als Kinder unser eigen nannten – die neuen Möbel für ihr Puppenhaus ließen sie links liegen.

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