Zum Tag der Jogginghose 2019

ballonbuxe

So, liebe Nation, damit niemand sagt, er sei nicht rechtzeitig informiert worden: am Montag, den 21. Januar begeht die Welt den  TAG DER JOGGINGHOSE 2019

An diesem Tag, weltweit als „International Sweatpants Day“ bekannt, zeigt sich Frau / Mann /  Kind von Welt den ganzen Feiertag über in diesem wunderbar bequemen Freizeit-Beinkleid. Auch – und besonders – in der Öffentlichkeit.

 Wer eine Jogginghose trägt,
hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

Karl Lagerfeld

Die Meinung des Modeschöpfers sollte niemanden davon abhalten, diesen Tag würdig in bequemer Kleidung zu begehen.
Zu Ehren dieses Tages widme ich ich allen Jogginghosenträger/innen der Welt dieses Gedicht:


Der Jogginghose Sinn.

Der Nutzen einer Jogginghose?
Sie dämpft den Schall und das Getose
von Winden, den warmen und den leisen,
die müffelnd das Gesäß umkreisen.
Sie hält mit Gasen, frisch vom Darm,
viel länger die Gebeine warm.

Schön dicht umschliesst ihr Gummizug
und schützt den Mann vor kaltem Zug,
die Knochen und auch sein Gemächt:
die Manneskraft bleibt ungeschwächt.

Dank Gummizug steigen auch Gase
nicht gleich hinauf bis in die Nase,
jedoch, zieht man die Hose aus,
haut´s einen um vor lauter Graus.

Doch mancher liebt die eignen Gase,
und wünscht, er hätte noch ´ne Nase,
um seinen Duft sich wegzuschnuppern.
Notfalls hilft auch, ihn einzutuppern.
So´n Furz hält länger in der Dose
als in der besten Jogginghose.

Mit ihr kann man auch unverholen
Kartoffeln aussem Keller holen,
sich auch mit ihr aufs Sofa legen,
man könnt mit ihr sich auch bewegen,
schön joggen – und recht sportlich sein,
doch das tritt sicher selten ein.

So quäl´ ich mich bei Nacht und Tage
mit dieser einen großen Frage:
Was ist der Jogginghose Sinn?

Ich weiss es nicht.
Ich steck´ nicht drin.
_________________________________________
© Lothar Lange…
…gestern noch dicht.
Heute Dichter.


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35 Responses to Zum Tag der Jogginghose 2019

  1. Lieber LO!

    Ihrem hervorragenden Gedicht füge ich noch ein paar Zeilen hinzu. Mir scheint, auf die Jogginghose kann man sich noch so manchen Reim machen:

    Der Tag der Jogginghose, ist doch klar
    ist für Karl Lagerfeld jetzt da.
    Der alt auf seinem Sofa sitzt
    und in ner Jogginghose schwitzt.
    Im Alter hat er hierfür Zeit
    und schätzt der Hos Bequemlichkeit.

    Herzliche Grüße
    Mallybeau … mit Jogginghose 🙂

  2. Jogginghose ist doch nichts gegen einen ordentlichen Morgenmantel. Mit der entsprechenden Würde getragen wirkt dieser selbst im Supermarkt noch aristokratisch. ?

    • gnaddrig sagt:

      Dem kann ich mich nur vollumfänglich anschließen. Ein Morgenmantel ist Dekadenz mit Stil (oder kann es wenigstens sein). Die Jogginghose als Alltagskleidung dagegen ein peinliches Elend.

    • Ja, die sind nicht mal beim Dauerlauf praktisch.

    • gnaddrig sagt:

      Die sind nur gut für wenn man nach sportlicher Betätigung nassgeschwitzt warten muss, bis man duschen und sich richtig anziehen kann.

  3. speedhiking sagt:

    Wer fernsieht in der Baumwollhose,
    isst auch Ravioli aus der Dose –
    so sagt man frei nach Lagerfeld;
    allein ich glaub’s nicht, denn man hält
    in solchem Beinkleid leichter aus
    des Lebens Sturm, des Lebens Graus.
    Und wer vorm Bildschirm eingenickt,
    dem hat’s zumind nichts eingezwickt.

  4. gnaddrig sagt:

    Die Meinung des Modeschöpfers sollte niemanden davon abhalten, diesen Tag würdig in bequemer Kleidung zu begehen.

    Die Meinung des Modeschöpfers ist mir tatsächlich irrelevant. Und den Tag begehe ich wie eigentlich jeden Tag in bequemer Kleidung. Ich bin in der glücklichen Lage, eigentlich nur bequeme Kleidung zu besitzen (eine Jogginghose ist nicht dabei). Sogar Anzug, Schlips und Kragen sind bei mir bequem, auch wenn man sich damit natürlich mehr vorsehen muss als mit Jeans und T-Shirt – wenn der Schlips in der Salatsoße hängt, ist das nicht gut; wenn der Anzug an einer rauhen Stelle eines Möbels Faden lässt, ist das auch nicht so gut. Aber bequem ist das Zeug trotzdem.

    Von daher habe ich keinen Grund, diesen Tag besonders zu begehen. Höchstens lege ich eine Gedenksekunde für all die Unglücksraben ein, die an den übrigen 364 Tagen unbequeme Kleidung tragen (müssen).

    Aber schönes Gedicht, sehr treffend 😉

    • Lo sagt:

      Ja, es gibt durchaus auch bequeme Alternativen zur Pludderbuxe.
      In der Tat nimmt sie den Trägern die Würde.

  5. sweetkoffie sagt:

    Wat fürn Gedicht!
    Super, danke?

  6. quersatzein sagt:

    Na ja, des lieben Joggens wegen
    muss man die Dinger um sich legen.
    Doch wer, wie ich, nur fein spaziert
    und sich mit solchem Zeug geniert,
    nimmt gern den Mantel und den Schal
    und freut sich dabei allemal.

    Lieben Sonntagsgruss,
    Brigitte

  7. Wer die Jogginghose nicht ehrt, ist den Gummizug nicht wert.

  8. Danke, dass du rechtzeitig Bescheid gesagt hast, lieber Lo. Jetzt weiß ich, wie ich mich morgen angemessen kleide, wenn ich das Haus verlasse. Tolles Gedicht. Ich musste schmunzeln!

  9. iGing sagt:

    Ungebügelt, superlose
    sitzt rundherum die Jogginghose
    oder vielmehr – kommt’s vom Schwitzen? –
    schlabbert sie, statt gut zu sitzen.

    Drum nimmt sich wer, der darauf sinnt,
    ein Bügeleisen her geschwind,
    dass er die Hose neu gestalte
    mit perfekter Bügelfalte.

    Inwiefern er sich selbst betrügt,
    dem Nonsens sei’s hinzugefügt:

    Beim Bügeln stellt es sich heraus,
    dass die Hose – ach, oh Graus! –
    sich recht synthetisch gar gebärdet,
    was Bügelfalten sehr gefährdet.

  10. Wie Jules danke auch ich für diese Info. Ob es noch reicht, wenn ich gleich zu Geschäftsöffnung vor einem Sportgeschäft stehe und mir endlich eine Jogginghose kaufe? – Das mache ich aber nur, wenn damit nicht die Pflicht verbunden ist, wirklich zu joggen.

  11. Zucker sagt:

    Schade, ich habe den Tag nicht feierlich genug begangen. Dabei liebe ich Jogginghosen, man kann quasi fast alles damit tun. Bei Frauen sehen sie dazu auch noch sexy aus, denn inzwischen gibt wirklich modische und schicke Exemplare. Die seltsame Meinung des Herrn Lagerfeld kann ich mir nur damit erklären, daß er wahrscheinlich nicht viel tanzt.

  12. Andrea sagt:

    Was für ein schönes Gedicht, und was für schöne „Weiterdichtung“ in den Kommentaren 🙂 .

    Der gute Herr Lagerfeld hat sicher an die Keller-Sofa-Bett-(und nie: Sport-)Jogginghose gedacht, nicht an die teuren Blingbling-Designer-Jogginghosen, und so ganz unrecht hat er damit ja nicht.
    Ich glaube, es macht was mit einem, wenn man nicht in der Kleidung draußen rumläuft, in der man zu Hause „rumgammelt“. Mir sind zwar wiederum Frauen suspekt, die perfekt geschminkt am Samstag morgen um acht den Wochenendeinkauf machen, aber die guten grauen Joggingbuxen müssen es auch nicht sein…

    • Lo sagt:

      Sagt man nicht auch: …wie außen, so innen“
      Man muss sich öffentlich nicht,permanent wie aus dem Ei gepellt zeigen: die gute Mitte macht´s. Gern lässig, nicht nachlässig.

  13. Pingback: Et wird schubbich. |

  14. Herr Ösi sagt:

    Hat einer wieder zu viel Geld
    kauft er den Mist von Lagerfeld
    Kontrollverlust vom eig’nen Leben?
    da muss ich mich mal übergeben
    verloren hat der bloß sein Hirn
    kauft er des Karl’s teuren Zwirn … 😉

    • Lo sagt:

      Klamotten vion Herrn Laberfeld
      kauft man wohl meist vom schwarzen Geld.
      Wer´s Geld mit Arbeiten verdient,
      der bleibt normal – und nicht verspleent.

Nun Du!