Maskenball?

Gezz, wo et ja Pflicht is, datt sich jeder umme Mund- und Nasenpartie verburkadieren muss, merke ich erstmal, datt dat auch wat Positivet hat, datt dat so is.

Auf einmal is um mich herum irgendwie allet ein bissken schöner. Ja, wirklich. Gut, kann ja sein, datt dat sonnige Wetter und dat sprießende neue Grün auch dazu beiträgt, aber dat alleine isset nich.

Nee, dat hat eher wat mit dieser neuen Vermummungspflicht zu tun, und man viel Unschönet nich mehr zu sehen kriegt.
Weil et gezz amtlich vorgeschrieben verhüllt sein muss:

So manchen Kanisterkopp mit seiner krummen Gesichtskirmes, so manchen Muffenkopp mit seinem ollen Flunsch – so manche Pockentrulla mit Damenbart: allet schön da, wo et hingehört, nämlich schön hinter Stoff oder Papier vor der Menschheit versteckt.

So gerne mir dat Leid tut, aber ich kann mein Spässken über die Maskenpflicht nich verschweigen: für mich hat dat schon wat von „Unser Dorf soll schöner werden“.

Apropos schöner: et is ja nich so, datt da nur Unschönet verdeckt wird. Ich happet bemerkt, datt et mich bei manchen Frauen irgendwie neugierig macht, wenn ich neuerdings nur ihre Augen sehen kann. Verdelli! Dat alte Spiel von Verhüllung und Enthüllung, dat scheint immer noch zu funktionieren. Da willze doch gerne wissen, wie wohl der Rest vonne geheimnisvoll vermummte Wimpernkönigin aussieht, oder?

Lo masked small

Und dat amtliche Vermummen hat noch einen Vorteil: wenn ich gezz jemanden grüße, den ich eigentlich lieber von Weitem sehe, dann muss ich nich mehr freundlich lächeln. Ich sach einfach „Tach“ – mach´ne Fratze – und streck ihm ein kleinet bissken die Zunge raus. Sieht er ja nich.

Is nur doof, wenn ich mal vergessen hab, die Maske aufzusetzen..

Also: bissi Tage!
Man sieht sich – ein bissken.
Lo

P.S:
Ich bin ja nich so bewandert in Sport: wie geht eigentlich Maskenball?


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16 Antworten zu Maskenball?

  1. Heinrich sagt:

    Maskenball kenne ich von der Bundeswehr . Das lief (1968) so ab:
    Nachdem man mit Sturmgepäck, Panzerfaust und Maschinengewehr auf dem Buckel 80km marschiert war, fiel man abends wie tot ins Bett – ins Feldbett – und wenn man in der oberen Etage schlief, fiel man nicht, sondern zog sich mit letzter Kraft hoch.
    Damit man nicht zu lange „tot“ war, gab es mitten in der Nacht „Natoalarm“.
    Weil ja nicht wirklich die Nato um Hilfe gerufen hatte, musste dieser Alarm sinnvoll ausgefüllt werden.

    Mit einem Maskenball!

    Übung, bei der möglichst schnell die unterschiedlichsten Bekleidungsformen angelegt werden müssen. (Großer/ Kleiner Diener, Gefechtsanzug mit vollen Gerödel/Geraffel, Sportanzug groß/klein etc.)
    Und WEHE die jeweilige Verkleidung entsprach nicht 100%ig der ZDV 4711 (zentrale Dienstvorschrift) dann wurde der Wochenendausgang gestrichen, wo man das dann üben konnte.

    Zur Entspannung gab es nach dem Maskenball dann einen kleinen Marsch mit Geländeübungen in der Nacht – und danach selbstverständlich Spindkontrolle, ob man alles wieder ordnungsgemäß eingeräunt und nach ZDV gefaltet hatte ….. sonst ………

    • Ich glaube, da hat keiner was verpasst, wenn er das nicht mitgemacht hat.

    • Lo sagt:

      @ Clara: Bestimmt nicht.

    • Lo sagt:

      Lieber Heinrich, stimmt!
      Ich habe beinahe identische Erlebnisse aus der Zeit um 1971. Das waren wahrhaftig böse Gemeinheiten, die man mit uns anstellte. Den Begriff `Maskenball´ benutzte man auch zu meiner Zeit, auch in Verbindung mit der ABC-Übung, zu der man uns mit Gasmasken durch tränengasgefüllte Räume und Röhren jagte, um die (Un-) Dichtigkeit der Masken zu prüfen.
      Wie schön, dass das schon so lange her ist, dass mir bei der Abfassung des Titels der Zusammenhang Maskenball/Bundeswehr nicht mehr einfiel.
      Schön zu erfahren, dass Sie und ich auch dieses verbindet, nämlich dass wir einst beim größten Zirkus Deutschlands „im Pulverdampf ergrauten“.
      Herzliche Grüße!

  2. sweetkoffie sagt:

    Da sachse aba wat. Heute kich ich son Imäl vonne Lieferantenfiema. Da schreiben se do echt:
    Mundschutz tragen heißt Augen 👀 umso mehr betonen!
    Dabei gibbet ne Anleitung wiesse dat am schlauesten hinkrichs.
    Weisse Bescheid, woll😷

  3. eimaeckel sagt:

    Na, endlich können wir was von unsereren muslimischen Mitbürgerinnen lernen. Die haben es raus mit dem Augen Make up. Und übrigens: Unter dem Kopftuch kann man prima sein Handy einklemmen und qusseln mit Hände frei. Ob das bei Mundschutz auch klappt?

    • Lo sagt:

      Vielleicht ergibt sich aus der Maskenmode schon bald die Idee, Masken mit eingebautem Microphon zu entwickeln. Nach den Masced Singers nun auch die Masced Chatters.

    • eimaeckel sagt:

      Eine iMask. Schick die Idee mal an Apple 😉

  4. Es kann sich auch keiner wirklich beschweren, wenn er nicht gegrüßt wird. Ich grüße ja eher ungern. Ich erkenne aber auch niemanden mehr unter Mund- und Nasenschutz.

  5. maskenpflicht sollte immer gelten… man kann sich ja nicht immer im internet aufhalten.

Nun Du!