Spielzeugträume (4) damals…

header kuessende puppen

Und wieder begab ich mich zu Hause auf Schatzsuche.
Das gibt es wirklich: vor vielen Jahren packte mich das Sammelfieber nach altem Spielzeug, das ich als Kind nicht haben konnte, weil zu Hause schlicht das Geld dafür fehlte. Im Laufe der Zeit kamen viele schöne Stücke zusammen, und wie das so im Leben ist: irgendwann haben Familie und Beruf und andere, neue Interessen auch ihren berechtigten Platz, und das Fieber lässt nach. Die gefundenen Schätze schlummern dann gut verpackt in Kisten und Koffern und geraten etwas in Vergessenheit.

Nun habe ich die Zeit, diese Schätze wieder zu heben – und wirklich: so mancher Karton birgt Dinge, die ich im Laufe vieler Jahre schlicht vergessen habe. Und somit kommt das Öffnen einiger Kartons tatsächlich einer Schatzsuche gleich. Spannend.

Und ebenso, wie mich damals in meiner Kindheit meine Freunde mit ihren Spielsachen mitspielen ließen, will ich heute gern auch mein Sammelsurium hier in loser Folge zum Betrachten und Erinnern teilen.

Dieses magnetische Puppenpaar aus den 50ern will zunächst wohl nichts voneinander wissen. Erst, wenn man die Beiden ein wenig zueinander dreht, scheinen sie Interesse füreinander zu haben – und dann geht es auch ganz schnell: zack! Und: Kuss!

Tja, wer sich in den 50ern schon so leidenschaftlich küsste, dazu noch in aller Öffentlichkeit (!), der war dem damals üblichen „Heiratenmüssen“ ja schon verdammt nahe. Also musste auch bald eine Wohnung her. Natürlich modern eingerichtet. Eine Spülmaschine war um 1955 aber noch eine absolute Seltenheit:

Dieser Kinder-Geschirrspüler der Blechspielzeugfirma Seidel aus Zierndorf bei Nürnberg stammt aus den frühen 60er Jahren und konnte sogar mit Wasser befüllt werden. Mit der Kurbel wurde dann per Handbetrieb das Puppengeschirr gewaschen. Der Schlauch an der linken Seite diente dem Ablassen des Wassers.

Ob unser geschirrspülendes Paar wohl auch das Talent zum Wohlstand hatte?
Mit diesem Spiel (Flohmarktfund, vermutlich 60er Jahre) hätte es sich zumindest schlau machen können, wie es zu Zeiten des Wirtschaftwunders und der Pettycoats mit dem lieben Geld so funktioniert. Es ist dem MONOPOLY sehr ähnlich: man kauft Häuser, zahlt Steuern und kann sogar ins Gefängnis kommen.

Falls es mit dem Wirtschaftswunder der Beiden geklappt haben sollte, könnten sie sich vielleicht auch ein schickes Auto geleistet haben: mit Uhrwerksantrieb (Schlüssel zum Aufziehen) und lenkbar.

Huki  Kienberger Blechauto HK-204 (etwa 1945-1950)

Während meiner Sammelzeit habe ich mir auch viele Details der Spielzeuge, ihrer Fertigung,  der Historien der oftmals nicht mehr bestehenden Spielzeughersteller, wie Schuco, Bing, Gama, Huki usw. angelesen. Heute freue ich mich einfach aufs Öffnen meiner Schatzkisten und aufs Bestaunen ihres Inhaltes.

Fortsetzung folgt.

Bissi Tage!

 

 

Dieser Beitrag wurde unter 50er Jahre, Allgemein, Damals, Kindheit im Pott, Lebens.Stücke abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Spielzeugträume (4) damals…

  1. C. Araxe sagt:

    Das ist schön, dass Sie Ihre Schätze dem Vergessen entreißen (das hört sich jetzt so brutal an, dabei gehen Sie sicher sehr behutsam dabei vor – aber mir fällt gerade kein anderer Begriff ein). Bisher war ich davon ausgegangen, dass Ihre Sammlung mehr in Griff- und Sichtweite ist, aber die scheint ja doch etwas umfangreicher zu sein. Da lässt es sich dann meist nicht so einfach umsetzen, dass man mit seinen gesammelten Schätzen lebt (und diese dadurch selbst leben), was eigentlich das Optimalste ist, denn in Koffern und Kisten verpackt hat man ja eher weniger davon; erst recht, wenn man mehr oder weniger ganz vergisst, was man so alles an Schätzen angesammelt hat. So richtig als Sammler würde ich mich zwar nicht bezeichnen, aber es sammelt sich bei mir dann doch recht viel an. Bücher, Filme, Musik, eigene Machwerke als auch Fundstücke, und, und, und… Also eher polythematisch. Noch schaffe ich es, dass alles seinen präsenten Platz findet, aber einfach ist das nicht.

    • Lo sagt:

      In der Tat umgeben wir uns mit so vielen Dingen und tun uns sehr schwer damit, uns davon auch wieder zu trennen. Mittlerweile gibt es so viele Ratgeber zum Thema Wegwerfen.
      Dazu passt der Spruch:
      „Es ist schön, Dinge zu besitzen, Du musst nur darauf achtgeben, dass die Dinge nicht Dich besitzen.“

    • Bei mir sammelt sich auch viel an. Aussortieren fällt mir sehr schwer, ich kann aber prima Dinge verschenken, die anderen gefallen. Auch wenn ich selber begeistert davon bin, kann ich es jederzeit abgeben an jemanden, der das gute Stück zu schätzen weiß. Wegwerfen kann ich es nicht.

      Ich hatte früher, also um 1970 rum, ein Spiel das hieß meiner Erinnerung nach „Die Börse“, der Kasten war dunkelrot. Und da ging es auch um Aktien und Kurse ect. Ich habe schon mal versucht, das Spiel zu finden, aber es ist mir nicht gelungen.
      Grüßli 🙂
      Danke für den Blick in die Vergangenheit 😉

  2. Ah wie genial, das war ja vor meiner Zeit und deswegen noch spannender, ich freu mich auf die Fortsetzung. 😀
    Tja, das mit dem Besitzen und Besessen werden… Ich kann mich von nix trennen, fürchterbar. Haben kommt von Behalten, aber irgendwann verliert man den Überblick und verläuft sich drin, hust. ^^

  3. Diese Beiden habe ich mir als Kind zig-Mal angeguckt, ich konnte nicht genug bekommen, war immer wieder spannend.
    Herzliche Grüsse

  4. Herr Ösi sagt:

    Der Geschirrspüler ist ein Hit. Unverständlich, dass viele Ehen trotz modernster Technik nur kurz halten … 😉

    • Lo sagt:

      Tja, früher waren die Frauen mit ihrer mühsehligen Hausarbeit so sehr beschäftigt, dass sie kaum Zeit hatten, über Glück und Unglück nachzudenken. 😉

Nun Du!