Dree Koppkes Tee is Oostfresenrecht

header langeoog 2018-02

Moin.
Bin wieder zurück von „meiner“ Insel, die ich immer dann gern besuche, wenn sie selbst zur Ruhe kommt. Wetter? Kälte? Nebensache.
Wunderbar erholt und vom eisigen Nordseewind, der dieses Mal ein ausgewachsener Sturm war, so richtig durchgepustet. Das Meer, die Weite…

Weit gucken gibt den Gedanken die Chance, in Ruhe zuende gedacht zu werden.
Durchatmen, und später dann die althergebrachte Zeremonie eines guten Ostfriesischen Tees zum Aufwärmen genießen.

Toerst de Kluntje unner in,
denn schenk de heete Tee man in.
Denn schall dat Knistern di beglücken,
wenn de Kluntje faallt in Stücken.
Een Löpel Rohm noch, is dock klaar,
nu kummt das Wullkje, wunnebar.
Nu Sluck vör Sluck de Tee probeeren,
man jo nich mit de Löpel röhren.
Un is de Teestünn denn vorbie:
puust ut dat Lücht, dat raa ick Dii!

Am Abend dann ein gutes Stück Fisch auf den Teller, ein gutes Bier im Glas…
Seele, was brauchst Du Meer?

Wat mutt, dat mutt.

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Der Bewunderer und seine Wirkung.

Links: böse sexistisch, weil mit Bewunderer.

Rechts: vorbildlich. Nicht sexistisch, da ohne Bewunderer.
Der liegt auf dem Sofa und schaut gar nicht hin, weil er weiss, was sich gehört.

 

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Da rockt die olle Spanplatte.

Verdelli, man soll doch nich immer allet wegwerfen.
Olle Spanplatten oder Regalbretter zum Beispiel. Oder Dielenbretter.
Bloß nich wegwerfen!
Denn gezz gibt et bei Tchibo ein einmaliget Angebot für Holzplatteneigentümer:
den Holzplattenspieler von Lenco. Modell L-90.

Ich vermute, datt dat L-90 bedeutet, datt man da nur Holzplatten drauf abspielen kann, die maximal ´ne Kantenlänge von 90 haben.  Ich mein´ – dat is ja schomma wat.

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Gezz frach ich mich: wat hört man da, wenn man so ´ne alte Holzplatte auflegt?
Vielleicht dat alte Lied  „Mein Freund, der Baum“ von Alexandra?
Oder: „Ich brauch Tapetenwechsel, sprach die Birke“ von Hildegard Knef?
Heino seine Schnulze von „Drei weisse Birken“? Oder dat mit dem Holzmichel?
Und wat ist, wenne ´ne Kiefernholzplatte auflegst? Oh Tannenbaum?

Ich glaub, dat is doch keine so gute Idee: dat wären ja allet nur olle Schnulzen. Dat modernste wäre vielleicht, wenne ´ne olle Limbaholzplatte auflegst: dann könnteste Glück haben, datte Limbo hörst, und für Limbo, da musse aber ordentlich gelenkich für sein!

Nee, dat is allet nix für mich. Ich kauf den Holzplattenspieler nich.
Hömma! Ich hab doch kein´ Span locker!

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JA zu GRÜKO.

 

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JA.

Zu Grünkohl mit Pinkel.
Oder mit Mettwurst.
Mjam.

 
Rotkohl? Ist eine andere Baustelle.
 

 

 

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Ledecka holt keine Kartoffeln

„Wer oder was ist Ledecka?“,  fragt sich der hochgeschätzte Bloggerfreund Jules in seinem Beitrag „An einem Sonntagmorgen im Februar“
Tja, wer oder was ist denn nun Ledecka?
Das ist eine berechtigte Frage.

Ich bin jemand, an dem Sportnachrichten vorbeirauschen, ohne von mir bemerkt zu werden. Den Sportteil der Tageszeitung zahle ich zwar brav mit, reiche ihn aber allmorgendlich ungelesen an meine Frau weiter. Und wenn es die Millionenfrage bei Jauch wäre, wer in der Fussball-Bundesliga mitspielt, so müsste ich das Publikum befragen. Mir all´ diese Tabellenstände, Pokale und Personalien merken zu müssen, würde mich schlicht überfordern, weil dieses gerade noch gültige Wissen ja schon ein paar Tage später überholt ist. Obwohl, beim Datum ist es ja täglich so. Egal.

Was mich jedoch immer wundert, ist, wie die Namen dieser Sportler, die gerade eine Goldmedaille geholt oder irgendwo anders eine besondere sportliche Leistung vollbracht haben, ausgesprochen werden, nämlich so selbstverständlich, als ob man sie schon immer gekannt hat: „Ledecka hat Gold geholt!“

Aha? Und wer ist das, was macht er so hauptberuflich? Ach, es ist eine Sie.

Und heisst es nicht immer: „Wir haben Gold geholt!„?
Ich lerne: nein, denn „Friedrich holt Gold für Deutschland!“
Das finde ich sehr freundlich von Friedrich (wieder eine Sie?), doch leider kenne ich keinen Friedrich, es sei, man spricht vom alten Kaiser. Obwohl: hieß der nicht Beckenbauer?

Vielleicht bin ich aber auch der einzige, dem in solchen Sachen die nötige Bildung fehlt. Aber dem kann ja nun bald abgeholfen werden, denn soeben lese ich in der Tagesschau:

Karliczek soll Bildungsministerin werden

Aha? Karliczek? Kannte vermutlich jeder, nur ich nicht.

Ich würde mich freuen, wenn einmal in der Zeitung steht:

Lo hat Kartoffeln geholt.

Zwar nicht für Deutschland. Aber für morgen.

HEADER Golden Patatoes

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UnHei(m)lig.

HEADER LebensStücke

Ich las gerade einen Satz, im dem das Wort ´heilig´auftauchte, und merkte, dass sich mir sofort die Stacheln aufstellen wollten, weil ich spontan an meine Kindheit in den 50er Jahren und die alte, stets streng dreinblickende katholische Omma Urbanski erinnert bin, die Tür an Tür neben uns im Dachgeschoß (mit Gemeinschaftsklo auf halber Treppe) wohnte.

In ihren Augen waren wir eine sündige Familie. Meine Mutter wurde schon sehr jung Witwe, und ich bin dann ein paar Jahre später „unehelich“, wie man es, schon damals für mich als Kind unangenehm spürbar, naserümpfend nannte, geboren. Evangelisch dazu. Pfui. Ihre moralische Entrüstung trug Omma Urbanski als eigenen Heiligenschein vor sich her. Sie war nämlich Fräulein geblieben.

Ihre kleinen zwei Zimmerchen waren vollgestopft mit frommem Kram, Kruzifixen, einem kleinen Weihwasserkesselchen an der Wand und düsteren Heiligenbildchen, die mir immer etwas Furcht einflößten, weil die Gesicher darauf immer nur ernst oder furchtbar leidend dreinschauten, genau wie sie selbst.
Es roch bei ihr auch immer so muffig nach alter Omma und Weihrauch.

Ihr strenger Blick gab mir kleinem Knirps stets das mulmige Gefühl, irgend etwas falsch gemacht zu haben, in ihren Augen nicht fromm, nicht brav genug zu sein, was ich, das erstere betreffend, eigentlich auch überhaupt nicht war. Wir waren die einzigen Nicht-Katholiken im Haus und hatten es nicht so mit dem Kirchenbesuch. Die muffigen Moral-, Anstands- und Denkregeln der 50er Jahre und besonders die der Kirchen ließen bei einfachen Leuten wie meiner Mutter und mir sehr schnell das Gefühl des Weniger-wert-seins aufkommen.

Gut, Omma Urbanski ließ mich, da wir kein eigenes Radio besaßen, hin und wieder samstags an ihrem uralten Radiogerät den Kinderfunk des NWDR hören, jedoch nie ohne den Versuch, mich über das von ihr vermutete Lotterleben und die Besucher meiner Mutter auszufragen. Vielleicht war die Ausfragerei auch nur der Grund, mich bei ihr Radio hören zu lassen. Manchmal gab sie mir so kleine Heiligenbildchen mit frommen Sprüchen mit, deren Botschaft ich aber nicht verstand. Diese Bildchen landeten dann irgendwann in unserem Kohleofen.

Die anderen Kinder in unserem Haus waren allesamt katholisch, gingen beichten und mir kamen deren Eltern immer etwas strenger, frommer vor. Sonntags gingen sie dann alle in ihrer piekfeinen Sonntagskleidung in die Kirche.
Und wenn ich einmal bei meinen Spielfreunden zum Mittagessen bleiben durfte, waren mir immer die Momente komisch, an denen vor dem Essen gebetet wurde. Brav faltete ich dazu auch meine Hände und hoffte, dass bloß niemand merkte, dass ich den Text nicht richtig mitsprechen konnte. Eigentlich mochte ich schon allein wegen dieser Tischgebetsmomente nur sehr ungern bei Freunden mitessen.

Wenn für meine Nachbarskinder, die ja auch dann, wie es sich gehörte, die katholische Schule besuchten, die Zeit ihrer „Kommion“… kam, bemerkte ich, dass sie sich veränderten: das Thema Jesus und Beichte und Sünde waren nun wichtig – und mir wurde auch klargemacht, dass es falsch sei, wenn man seine Sünden nicht beichtet, weil man dann in die Hölle kommt, die ich mir bildhaft als eine tief unter der Erde liegende Riesenhöhle voller Feuer vorstellte, in der der Teufel lebte. Mir war dieses Glaubenmüssen, das Furchteinflößen, diese Strenge und das unvermeidbare, vermutlich gewollt erzeugte schlechte Gewissen, das daraus folgte, schon als Kind immer unheimlich.

Und das ist bis heute so geblieben: verzückte Heiligenverehrungen durch eigentlich aufgeklärte Menschen in der heutigen Zeit oder gar ihr kindlich naiver Glaube daran, dass dank eines „Heiligen“ namens Blasius zwei gekreuzt vor den Hals gehaltene geweihte Kerzen bei Halsschmerzen helfen, lassen mich immer etwas verwundert zurück.
So´n Placeboeffekt funktioniert bei mir auch ohne Heilige.
Soll mich doch der Teufel holen.

Kohlenspott Sommerloch (17)

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Was ist ein Glimpf?

Liebe Nation,
eine Frage, die mich immer wieder beschäftigt,
möchte ich endlich einmal gelöst wissen.

Es geht um den Begriff des Verunglimpfen von Personen.
Wenn ich doch jemanden verunglimpfen kann,
kann ich dann auch jemanden verglimpfen?
Und freut derjenige sich dann?

Da drängt sich doch die Frage auf:

Was ist ein Glimpf?

Glimpf.gif

 

 

Wo lebt er?
Wie ernährt er sich?
Ist er scheu?
Wie sieht so ein Glimpf aus?

Sachdienliche Hinweise…

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Bitte berühren…

Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Scheu habe, offen auf  fremde Menschen zuzugehen, sie nach dem Weg zu fragen oder mit ihnen einfach ein Gespräch zu beginnen. Das geschieht natürlich stimmungs- und situationsbedingt und stets rein freiwillig.

Unwohl fühle ich mich allerdings, wenn ich dazu genötigt werde, jemanden zu berühren, der mir fremd ist, wie es zum Beispiel in Kirchen passiert, wenn der Pastor dazu auffordert, seinen Nachbarn ringsherum „zum Zeichen des Friedens“ die Hand zu geben. Mache ich, aber ehrlich gesagt, nur widerwillig mit einem gequälten Lächeln.

Neulich, an der Fußgängerampel zur alten Papiermühle in Bergisch-Gladbach geriet ich allerdings in Nöte: eigentlich wollte ich nur einfach über die Straße auf die andere Seite, ein alltäglicher Vorgang eben. Doch ein kleines Schild am Ampelmast fordert mich auf, andere Fußgänger zu berühren! Nun, als guter Deutscher mit dem angeborenen oder ererbten Sinn für Ordnung, Gehorsam und Disziplin sträubt sich etwas in mir, ein amtliches Schild so einfach zu ignorieren,  auch wenn sich mir der Sinn der Aufforderung nicht sogleich erschließt, denn ich stand allein an der Fußgängerampel. Sollte ich nun warten, bis jemand anderes kommt, um ihn oder sie zu berühren? Würde ich dann auch von ihm oder ihr berührt?

Bekomme ich eine geknallt, wenn ich eine mir Unbekannte einfach so berühre, weil sie das Schild nicht gelesen hat? Und an welcher Körperstelle soll man sich berühren, ohne sich dem Verdacht des Grapschens auszusetzen, was ja gerade aktuell in die #MeToo -Diskussion passen würde.

Lockt so ein Schild nicht auch Lustmolche an, die sich einfach so an die Ampel stellen, um sich berühren zu lassen und bei Nichbefolgung gar wegen der Ordnungswidrigkeit mit der Polizei drohen?

Was wäre, wenn nun plötzlich eine ganze Busladung Papiermühlenbesucher neben mir steht? Dürfen wir alle erst auf die andere Straßenseite, nachdem wir uns alle gegenseitig berührt haben? Und: ist das nicht auch irgendwie unhygienisch?

Sachdienliche Hinweise sind herzlich willkommen.

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Mit einer leisen Berührung, kaum spürbar,
einfach so im Vorübergehen…
kann man ein Stück Himmel schenken.


 

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Wer gern im Sturm erobert werden möchte…

… sollte jetzt vor die Türe gehen.

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Maria, die Trümmerfrau aus dem Rama-Karton.

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Seit ungezählten Jahren schlummert in unserem Keller ein uralter Rama-Karton, der nur einmal im Jahr – in der Adventszeit – hervorgeholt und vorsichtig geöffnet wird, denn darin befindet sich ein uralter kleiner Holzstall und in alte Zeitungen eingewickelte bunte Krippenfiguren aus Pappmaché, die schon zwei Kriege überstanden haben.

Nicht Kriegsfolgen, sondern vier Kinder-Generationen sind für den Gesamtzustand der Figuren verantwortlich: dem Hirtenhund fehlen beide Ohren, dem Esel wurde zumindest eines wieder angeklebt, die Beine des Kamels haben schon viele Frakturen erlitten, aber UHU sei dank ist das olle Höckertier immer noch standfest. Maria, die recht gut erhaltene Trümmerfrau, ihr ollen Jupp und der kleine Hosenscheißer in der Krippe sehen trotz ihres hohen Alters immer noch ganz prima aus.

Doch richtig spannend sind die alten Zeitungen, die die heilige Sippschaft umhüllt, um sie vor Bruchschäden zu schützen. Diese sind aus dem Jahr 1982 und 1986.

Das Angebot der 0,7 l-Flasche Mariacron zu DM 11,99 passt zur heiligen Familie wie das Kamel zur Nachricht über den günstigen Benzinpreis (DM 1,21 für den Liter Normalbenzin).  Ja, und die drei Könige entpuppen sich tatsächlich als Orient-Teppichhändler. Mit 50% Rabatt. Selbstverständlich..

Und hätte Maria bei dem Angebot, einen OPEL-Kadett „Silver-Jet“, metallic  1,3 Liter Normalbenzin, 3-türig, Luxus  für nur DM 13.350.- zu erstehen, nicht vielleicht doch auf den Esel verzichten können? Notfalls auf Raten mit einem „Superzins“ von nur 11,5 % effektiv?
Gut, vielleicht aber ahnte die Maria damals schon, dass ihr Sohn später einmal in Jerusalem alle Händler und Geldwechsler aus dem Tempel scheuchen wird. Vielleicht gab es damals aber auch noch keine Autos, oder es waren noch Raten auf dem Esel?
Wer weiß?

Aber, was ist das denn da?

Guck mal: da! Ganz unten im Rama-Karton!
Lametta? Tatsächlich. Lametta-Reste.

Ramakarton Kohlenspott (2)

Dann stimmt es ja doch, was Opa Hoppenstedt bei Loriot zu Weihnachten 1976 ausrief:

„FRÜHER WAR MEHR LAMETTA!“


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