Früher hieß dat Badetag.

Wattet nich allet gibt.
Gezz also am 4. September den Welttag der sexuellen Gesundheit!

Verdelli!
Früher hieß dat bei uns im Ruhrgebiet Badetag. Samstags.
Großen Kessel mit Wasser auffen Ofen, Kohle gestochert, bis der Ofen bullert und dat Badewasser heiß genug war für die Zinkwanne mitten in der Wohnküche. Eine Tablette „Echt Fichtennadel-Badesalz“ machte dat Wasser grün, so datt man nicht sehen konnte, wie et sich nach dem letzten Familienmitglied verändert hat.
Nur der Schmand innen am Wannenrand, der war immer irgendwie fettig-grau wie Griebenschmalz.

Zinkwannen
Und wenn Mama dann so schön nach Fichtennadel roch, und die Kinder schliefen….

Tja.
Dann war eben Samstag. 😉

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21 Kommentare zu Früher hieß dat Badetag.

  1. wvs sagt:

    Das kommt mir sehr bekannt vor – und zum Glück sind meine Schwestern 8 & 10 Jahre jünger als ich, da war das Wasser viele Jahre nicht ganz so trübe, meine erste Schwester wurde ’53 geboren ….

    1951 sind wir in eine „Luxus“wohnung gezogen:
    Im Bad stand neben der Badewanne ein großer weißer Zylinder, gefüllt mit Wasser und in der Mitte lief der Kamin durch, unten war eine Feuerstelle, die wurde angeheizt bis das Wasser im Kessel heiß war. Da konnte mit fließendem Wasser (!) gebadet werden ….
    (Fliesen an der Wand gab es noch nicht, es war ein wasserfester Ölfarbenanstrich, nur der Boden war grau-meliert mit kleinen Plättchen gefliest)

  2. nömix sagt:

    Freilich war früher nicht nur im Ruhrgebiet Samstags Badetag 😉

    • Lo sagt:

      Wie sich das deckt, lieber Nömix. 🙂
      Neu für mich ist das Wort „gepritschelt“.
      Es klingt aber schön und genau nach dem, was es bedeuten soll.
      Saubere Grüße! 😉

  3. iGing sagt:

    Klein-Erna schreibt eine Postkarte von ihrer Hochzeitsreise:
    „Wir haben ein wunderschönes Zimmer – mit Bad!
    Freun uns schon auf Samstach!“

  4. Ich bin sogar so alt, dass ich mich noch gut daran erinnern kann, wie wir unter dem Wasserfall duschen.

  5. Wer kennt das nicht genau so.
    Wir hatten das „Glück“, eine zeitlang in Nachbarschaft zu einer Fabrik zu wohnen. Da durften wir in den Duschen der Mitarbeiter Samstags duschen. Wenn nur der Portier da war. Ganz geheuer war mir das aber nicht.
    Allerdings fand ich irgendwann auch das „auf dem Präsentierteller“ in der Küche baden nicht mehr so toll. Wer die Wahl hat .. 😉

  6. Ich durfte erst nach meinem älteren Bruder baden, und wie du daran erinnerst, lieber Lo, da schüttelt es mich gerade. Ich hätte lieber nach meiner Schwester gebadet, denn:
    https://trittenheim.files.wordpress.com/2018/09/reinlichkeit-der-weiber.gif

  7. Nääääää….
    Freitags wurde gebadet..
    jedenfalls im Osten von Deutschland …Zuerst stieg Vaddern in die Zinkwanne und die Familie stand mit 2 Eimer Wasser neben der Wanne, In einem Eimer war kaltes Wasser im zweiten war warmes Wasser. Vaddern stieg als erster in die Wanne und verlangte erst kaltes Wasser.. das Badwasser war noch zu heiß .. als er denn endlich in der Wanne saß, verlangte er nach warmen Wasser.. und anschließend ließ er sich von Muddern den Rücken waschen.. Mann gönnte sich ja sonst nix

    https://www.google.com/search?q=und+freitags+wird+gebadet&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiK-JqqnKbdAhVE-6QKHZmYCywQ_AUICygC&biw=1152&bih=758

    • Lo sagt:

      Das war mir bis dato völlig unbekannt, aber Tante Gugel bestätigt: im Osten wurde freitags gebadet.
      Vermutlich der größte kulturelle Unterschied zwischen Ost und West.
      Sauber!
      Wieder wat gelernt. 🙂

    • Genau.. Das Buch und auch der Film waren beste Familienunterhaltung. 😂😂😁

  8. Der Samstag läutete das Wochenende ein, mit dem Badetag. Auch in unserer Familie war der Ablauf so. An einem anderen Tag war Baden nicht möglich.Kann man sich heute kaum noch vorstellen. Herzliche Grüsse

Nun Du!