Zugetretenen ist der Unfug verboten!

header befugte fliesen

Das Sommerloch gibt meinen oftmals verrückten Gedanken, die so einfach aus dem Nichts erscheinen, die Chance, auch einmal formuliert – und vielleicht auch zuende gedacht zu werden.
Oftmals sind es nur Wörter, die ich gewohnheitsmäßig und selbstverständlich benutze, ohne mir Gedanken darüber zu machen, was sie bedeuten, woher sie stammen.
Der von mir geschätzte Bloggerfreund Herr Heinrich kennt das auch.

Neulich stutzte ich über das in Verbotsschildern zu findende Wort „Unbefugte“.
Unbefugte müssen ganz arme Menschen sein, rechtlos dazu, denn sie dürfen nix. Absolut nix. Und das heute, in einer Gesellschaft, die sich gern als modern bezeichnet, in einem Land, dessen Grundgesetz mit dem Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ beginnt. Und das weiter besagt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich seien.

Und was ist nun mit den armen Unbefugten? Gilt es nicht auch für sie?
Haben wir das Recht, uns über das Kastensystem in Indien zu erheben, wenn wir zulassen, dass hierzulande brave, gesetzestreue Bürger von Jedermann und überall mithilfe eines simplen Verbotsschildes von jetzt auf gleich zu Unbefugten erklärt werden können, denen alles, aber auch alles verboten ist?

unbefugt verboten

Darf es in unserem freien Land soweit kommen, dass Unbefugte weniger Rechte besitzen, als zwei Fliesen?

Eine einzelne Fliese ist unbefugt. Gut. Damit muss die Fliese leben. Aber schon zwei Fliesen haben, wenn sie nebeneinander an die Wand gepappt werden, eine Fuge. Ob verfugt, oder nicht: sie sind befugt, oder anders ausgedrückt: sie sind mit Fug und Recht nicht unbefugt.
Das ergibt sich schon aus der Tatsache, dass es bis dato keinen bekannten Vorgang gibt, bei dem Fliesen etwas veboten worden ist.

Wir sollten nicht länger tatenlos zuschauen. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass niemand mehr, nur weil er vor einem Verbotsschild steht, unschuldig zum Unbefugten wird.

Schluss mit dem Unfug.

zugetretenen

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16 Kommentare zu Zugetretenen ist der Unfug verboten!

  1. rejekblog sagt:

    Ich kann da nur sagen: 🙂 und danke. Viel gelacht.
    Liebe Grüße aus´m Nachbardorf

  2. mit fug und recht sind manche sachen für unbefugte verboten. gucken wir nur mal über den teich, ins land der unbefugten, wo sich jeder unbefugte eine knarre zulegen kann…

  3. Heinrich sagt:

    Lieber Lo,
    dass Sie an mich gedacht haben, freut mich ganz besonders. Denn Sie sind für mich der Meister der Wörter und des Wortes.
    Ihre Betrachtung der Unbefugten ist völlig in meinem Sinne, bestätigt meine Wahrnehmungen, meine Empfindungen und Vermutungen, vervollständigt mein Weltbild und erweitert meinen Horizont in so einem großen Maße, dass auch eine gleichzeitige Mondfinsternis mit Überflug der ISS und deutlich sichbarem Mars das nicht toppen können!
    Ein denkwürdiger Tag, kann ich mit Fug und Recht sagen!
    Gruß Heinrich

    • Lo sagt:

      Lieber Heinrich,
      obwohl es ja heißt:
      „Man glaubt ja gar nicht, wie viel Lob ein Mensch auszuhalten imstande ist.„, so ist es doch des Lobes viel zu viel, mit dem Sie mich bedenken.
      Ich freue mich trotzdem 😉
      Ganz liebe Grüße!
      Lo

  4. Ich lebe, also bin ich befugt ! Sonst müsste man sich ein bisschen mehr Mühe geben mit der
    Formulierung, wer zu den Unbefugten gehört ? So ein Quatsch, keiner denkt darüber nach, aber jeder soll Bescheid wissen ?

  5. iGing sagt:

    Da fällt mir doch auf, dass es meist der Zutritt ist, der Unbefugten verboten ist.
    Zuzutreten erfordert also eine besondere Befugnis?
    Ich wusste gar nicht, dass das überhaupt jemandem erlaubt ist!
    Stammen diese Schilder vielleicht alle aus einem Taek-won-do-Trainingslager?

  6. Ruhrköpfe sagt:

    😂 super. Danke für den Guten-Abend-Lacher 👍

  7. Ich kenne nur Befugte, lieber Lo. … und ich bin nicht glücklich damit.
    … aber Dein Text ist toll!

  8. Herr Ösi sagt:

    Lieber Lo,

    Kaum zu glauben, aber ein gewisser Herr Bach hat der Fuge sogar einige Melodien gewidmet.
    Ob er dazu befugt war, entzieht sich meiner Kenntnis … 😉

    • Lo sagt:

      Herr Bach? Ach ja – der Kluge,
      der ja die Kunst der Fuge
      beherrschte, wie kein Zweiter,
      doch dann wurd er immer breiter
      und ist aus den Fugen geraten.
      Man sagt, er mochte gern Braten.

Nun Du!