Ist das Kunst? Oder kann das weg?

Jep! Endlich habe ich mein langjähriges Vorhaben, doch einmal das Folkwang-Kunstmuseum in Essen zu besuchen, in die Tat umgesetzt. Allein die Architektur des Museumsgebäudes ist schon beeindruckend: offen, hell, tageslichtdurchflutet..

Selbst für Menschen, die sich vielleicht nicht so sehr für moderne Kunst, Malerei, Skulpturen, Grafik und Fotografie interessieren, kann sich der Besuch allein schon zum Schnuppern lohnen, denn der Eintritt in die beachtenswerte Dauerausstellung ist kostenlos

Da steht man plötzlich vor originalen Meisterwerken von Caspar David Friedrich,  Monet,  Cézanne, van Gogh, Gauguin – selbst ein Picasso ist zu bestaunen.

Ein herrlicher Zufall: passend dazu wurde am Montag im WDR-Kulturmagazin WestArt eine tolle Kunstmarkt-App namens „MAGNUS“ vorgestellt, mit der man sich einfach vor das Kunstwerk stellt, auf die Kamera drückt – und sofort alles über das Werk erfährt.  Und nicht nur das, sondern auch den Wert oder den letzten höchsten Auktionsbetrag. Das klappt ganz einfach, macht schlau und lässt staunen.  Probiert es mal.

August Macke. Frau mit Sonnenschirm vor Hutladen.

Marc Chagall. Le Champ de Mars

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gezz aber kommt et:  ich weiss, dass man über Kunst trefflich streiten kann,
dass Kunst nur verstehbar wird, wenn man sich mit dem inhaltlichen Kontext des Werkes befasst hat ( sofern es überhaupt möglich ist, diesen erst mal zu verstehen),
dass mir so manches Kunstwerk ein Rätsel bleibt, weil mein schlichtes Gemüt nicht den Zugang findet, dass mir etwas völlig Abbstraktes durchaus auf Anhieb gefallen kann, oder Kopfschütteln oder Verärgerung in mir auslöst, weil ich mich veralbert fühle.

Im Untergeschoss des Museums findet man dieses Sammelsurium, das mich sofort an Beuys´ Fettecke oder dessen Badewanne erinnerte: die erste von Putzfrauen entfernt, die zweite, wie es sich gehört, saubergeschrubbt.

„Ist das Kunst, oder kann das weg?“

Hier etwas zusammengeschobenes Baumaterial – und einen Raum weiter eine verschmutzte Matratze mit einem kleinen Endlosvideo dazu, auf dem zu sehen ist, dass diese Matratze durch eine Stadt geschleift und mit der U-Bahn irgendwohin transportiert wurde.

Istdaskunstoder (2)

Istdaskunstoder (5)

Istdaskunstoder (3)

Pablo Picasso soll gesagt haben:
„Museen sind nichts weiter als ein Haufen Lügen, und die Leute, die aus der Kunst ein Geschäft machen, sind meistens Betrüger.“

Nö, das wäre ungerecht. Ich hatte einen herrlichen Tag im Essener Folkwang-Museum und kann den Besuch empfehlen.

Bissi Tage!

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6 Kommentare zu Ist das Kunst? Oder kann das weg?

  1. Heinrich sagt:

    Für mich ist Kunst all das, was mir gefällt und ich es selbst so nicht hinkriegen würde. Darüber hinaus ist selbstverständlich alles Kunst, was ich erschaffe.
    NUR, wenn ich mir diesen Raum anschaue, mit ein paar Holzstückchen und ansonsten 1 Million Kubikmeter Luft, dann stimmt da was nicht.
    Mein Schränke, mein Zimmer, mein Keller, Mein Boden, meine Garage, meine Scheune sind RANDVOLL mit meiner „Kunst“ oder Dingen, die man für die Kunst gebrauchen könnte. KEINE Platzverschwendung. Meine Frau nennt das einfach UNORDNUNG – so unterschiedlich sind eben die Betrachtungsweisen. 😉

    • Lo sagt:

      Lieber Heinrich,
      unsere Frauen könnten Schwestern sein.
      Und Ihr Kunstverständnis teile ich gern.
      Herzliche Grüße!

  2. Herr Ösi sagt:

    Also zum ersten Bild: Die Frau von dem August hatte – wie wir deutlich erkennen – eine Macke, nämlich die „Hüte-Shopping-Macke“. Heute würde man die Szene einfach mit dem Smartphone knipsen und gut wär’s. Aber damals …

    Zu Herrn Beuys möchte ich mich nicht negativ äußern. Bei mir zu Hause sieht es ähnlich aus, wenngleich mit einem deutlich verringerten Platzangebot.

    Das ist auch das Schöne an den Museen. Sie sind groß, interessant, luftig (oft lustig) und man muss sie nicht selbst saubermachen … 🙂

    Grüße
    Herr Ösi

  3. Gefallen… ja, vielleicht ist das ein gutes Kriterium. Aber manchmal ist da etwas anderes, etwas, das mich eigentlich mehr interessiert, nämlich so ein Hängenbleiben an einem Kunstwerk. Mir ging das zum Beispiel mit einigen Skulpturen von Henry Moore so. Manchmal auch mit Gemälden, die nicht gefällig sind und doch faszinieren. Aber dafür ist so ein Museum ja da, ausprobieren, manchen funktioniert und anderes eben nicht.

  4. Lieber Lo!

    Also ich bin ehrlich gesagt noch nie gerne in Museen gegangen. Die Gründe hier aufzuführen, würde vermutlich die Serverkapazität von WordPress überlasten. Des Weiteren habe ich das furchtbare Zeugs was sich Kunst nennt auch noch studiert, bin sozusagen ein gnadenloser Betrüger und muss sagen, das was der Picasso da gesagt hat, kommt leider viel häufiger vor als man glaubt. Aber irgendwie sind wir ja alle Künstler und zum Glück bin ich jetzt eine Kuh und lasse lieber andere Betrüger ans Werk. 🙂

    Herzliche Grüße
    MAllybeau

  5. geitelde sagt:

    Ich frage mich schon lange, woher dieser Satz stammt „Ist das Kunst oder kann das weg“ – steht das im Zusammenhang mit der diesjährigen documenta? Ich stehe da völlig auf dem Schlauch.

    Ansonsten haben wir in Kunstwissenschaft gelernt, Kunst ist, was ANDERE für Kunst halten – wenn es viele sind, die das Werk als künstlerisch betrachten und den Schöpfer des Werkes als Künstler sehen, dann IST er ein Künstler. Selbst kann man sich nicht als Künstler ernennen oder berufen, das ist so ähnlich, wie wenn man sich selbst zum Professor ernennen wollte. 😉

Nun Du!