Der Jogginghose Sinn

Der Reimzwang.
Der Reimzwang zwingt
oft auch für Stunden,
ob man es mag, oder es hasst,
so lange, bis er das gefunden,
was gut und recht ins Versmaß passt.
Lo Lange
Gestern noch dicht. Heute Dichter.

ballonbuxe

Der Jogginghose Sinn.

Der Nutzen einer Jogginghose?
Sie dämpft den Schall und das Getose
von Winden, den warmen und den leisen,
die müffelnd das Gesäß umkreisen.
Sie hält mit Gasen, frisch vom Darm,
viel länger die Gebeine warm.

Schön dicht umschliesst ihr Gummizug
und schützt den Mann vor kaltem Zug,
die Knochen und auch sein Gemächt:
die Manneskraft bleibt ungeschwächt.

Dank Gummizug steigen auch Gase
nicht gleich hinauf bis in die Nase,
jedoch, zieht man die Hose aus,
haut´s einen um vor lauter Graus.

Doch mancher liebt die eignen Gase,
und wünscht, er hätte noch ´ne Nase,
um seinen Duft sich wegzuschnuppern.
Notfalls hilft auch, ihn einzutuppern.
So´n Furz hält länger in der Dose
als in der besten Jogginghose.

Mit ihr kann man auch unverholen
Kartoffeln aussem Keller holen,
sich auch mit ihr aufs Sofa legen,
man könnt mit ihr sich auch bewegen,
schön joggen – und recht sportlich sein,
doch das tritt sicher selten ein.

So quäl´ ich mich bei Nacht und Tage
mit dieser einen großen Frage:
Was ist der Jogginghose Sinn?

Ich weiss es nicht.
Ich steck´ nicht drin.

Lo


Veröffentlicht unter Allgemein, Gedichtet, Humor, Lächeln | Verschlagwortet mit , , , | 17 Kommentare

Bibel, Brüste, Beischlaf, Burger.

Verdelli!

Ich hab ja mit Kirchens „nix am Kopp“, wie man hier im Ruhrgebiet sagt. Aber ich kann mich noch recht gut daran erinnern, dass wir als Jungs früher im Konfirmationsunterricht gern nach den „erotischen Stellen“ (wir haben damals „geil“ gesagt und gekichert) in der Bibel gesucht haben. Von Brüsten und Beischlaf war einiges zu finden. Jau. Aber auch Gruseliges.

Wie komme ich darauf?

Nun, heute ist ja wieder dieses amerikanische Gruselkommerzfest. Da geht es ja um Blut und andere Abscheulichkeiten.

Und in der Bibel, da findet sich sogar die Anweisung, sich schön kannibalisch zu verhalten, denn dann, so wird versprochen, lebt man ewig. Jawoll!

„Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.“
Johannes 6. 53 ff

Nicht zu glauben, oder?

Tja, und nun frag´ ich mich, warum denn noch niemand von Kirchens auf diese Marktlücke gestoßen ist: Burger von McJesus. Die kleben auch nicht so pappig im Mund wie diese ollen drögen Oblaten!

Header MettNeu! McJesus!

JesusBurger sind gesünder
als McDonalds Viertelpfünder.
Denn im JesusBurger ist
Fleisch vom Herren JesuChrist.

Und statt Cola-Fanta-Spreit
trinkt die ganze Christenheit
Blut vom Herrn aus Plastikbechern,
denn man glaubt ja den Versprechern,
dass, wer dieses trinkt und isst,
ewiglich am Leben ist.

Bald sieht man die Frommen sabbern,
ihren Jesus-Burger knabbern
und die Münder blutverschmiert,
weil McJesus garantiert:

Wer hier futtert, wird nie sterben,
nie den Magen sich verderben.
Wer hier futtert, wird geliebt!
Gut, dass es McJesus gibt.

________________________________

 

So, dann gruselt Euch mal schön weiter.
Bissi Tage!

Veröffentlicht unter Gedichtet, Humor, Lächeln | Verschlagwortet mit , , , , , , | 13 Kommentare

Ist das Kunst? Oder kann das weg?

Jep! Endlich habe ich mein langjähriges Vorhaben, doch einmal das Folkwang-Kunstmuseum in Essen zu besuchen, in die Tat umgesetzt. Allein die Architektur des Museumsgebäudes ist schon beeindruckend: offen, hell, tageslichtdurchflutet..

Selbst für Menschen, die sich vielleicht nicht so sehr für moderne Kunst, Malerei, Skulpturen, Grafik und Fotografie interessieren, kann sich der Besuch allein schon zum Schnuppern lohnen, denn der Eintritt in die beachtenswerte Dauerausstellung ist kostenlos

Da steht man plötzlich vor originalen Meisterwerken von Caspar David Friedrich,  Monet,  Cézanne, van Gogh, Gauguin – selbst ein Picasso ist zu bestaunen.

Ein herrlicher Zufall: passend dazu wurde am Montag im WDR-Kulturmagazin WestArt eine tolle Kunstmarkt-App namens „MAGNUS“ vorgestellt, mit der man sich einfach vor das Kunstwerk stellt, auf die Kamera drückt – und sofort alles über das Werk erfährt.  Und nicht nur das, sondern auch den Wert oder den letzten höchsten Auktionsbetrag. Das klappt ganz einfach, macht schlau und lässt staunen.  Probiert es mal.

August Macke. Frau mit Sonnenschirm vor Hutladen.

Marc Chagall. Le Champ de Mars

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gezz aber kommt et:  ich weiss, dass man über Kunst trefflich streiten kann,
dass Kunst nur verstehbar wird, wenn man sich mit dem inhaltlichen Kontext des Werkes befasst hat ( sofern es überhaupt möglich ist, diesen erst mal zu verstehen),
dass mir so manches Kunstwerk ein Rätsel bleibt, weil mein schlichtes Gemüt nicht den Zugang findet, dass mir etwas völlig Abbstraktes durchaus auf Anhieb gefallen kann, oder Kopfschütteln oder Verärgerung in mir auslöst, weil ich mich veralbert fühle.

Im Untergeschoss des Museums findet man dieses Sammelsurium, das mich sofort an Beuys´ Fettecke oder dessen Badewanne erinnerte: die erste von Putzfrauen entfernt, die zweite, wie es sich gehört, saubergeschrubbt.

„Ist das Kunst, oder kann das weg?“

Hier etwas zusammengeschobenes Baumaterial – und einen Raum weiter eine verschmutzte Matratze mit einem kleinen Endlosvideo dazu, auf dem zu sehen ist, dass diese Matratze durch eine Stadt geschleift und mit der U-Bahn irgendwohin transportiert wurde.

Istdaskunstoder (2)

Istdaskunstoder (5)

Istdaskunstoder (3)

Pablo Picasso soll gesagt haben:
„Museen sind nichts weiter als ein Haufen Lügen, und die Leute, die aus der Kunst ein Geschäft machen, sind meistens Betrüger.“

Nö, das wäre ungerecht. Ich hatte einen herrlichen Tag im Essener Folkwang-Museum und kann den Besuch empfehlen.

Bissi Tage!

Veröffentlicht unter Allgemein, Kunst, Watt et nich allet gibt! | Verschlagwortet mit , , | 6 Kommentare

Schulterbruch und Winterkirschen.

Gestern lag wieder dat wöchentliche Verschenkblättchen im Briefkasten. Datt der Inhalt überwiegend aus Anzeigenwerbung und kiloschweren Werbebeilagen besteht, über die sich dat Blatt finanziert, stört auch nicht.  Man muss et ja nicht lesen.  Und wenne mal  wat zu tapezieren hass, dann hasse richtich wat für zum Unterlegen und Abkleben oder auch für zum Einpacken, wenne mal umziehen muss. Früher hättste das ganze Papier auch noch gut für zum Verfeuern gebrauchen können, gezz nich mehr. Wer hat schon ´n Kohleofen?

Apropos Kohle. Irgendwie hasse immer dat Gefühl, datte ewich auf Deubelkommraus verkohlst wirss. Aber auch von dieset harmlose Gratisblättchen. Da musse nich allet glauben, wat da drinsteht.

Hier zum Beispiel – stand gestern drin:

 Schomma vorweg: dat muss man nich glauben. Dat wird immer wieder behauptet. Is aber nix dran.
Na gut, immerhin wurde ich kostenfrei bekrückt. 😉

Aber et gibt ja auch Leute, die kaufen sich ihre tägliche Dosis Bekrücktwerden anne Bude. Für richtiget Geld! Und dann wundern se sich, wenn se sowatt zu lesen kriegen:

Blatt

Ja, und heute gab et vonne BILD wohl wat ganz Besonderet im Angebot:

Schulterbruch Kohlenspott

 Peter Kraus zeigt seinen Schulterbruch?
Gezz ma ährlich: wer will denn sowat gruseliget sehen?

Wenn dat Schule macht, dann kann et sein, datt morgen ein anderer Promi seinen Nagelpilz zeigt und übermorgen ein Politiker seine berufsbedingten Winterkirschen* vom vielen Sitzen.
Oder hat dat gezz wat mit Helloween zu tun?

Peter, mir kraust vor dir!

Bissi Tage!

 


*Winterkirschen andere Bezeichnung für Hämorrhoiden

 

 

 

Veröffentlicht unter Lächeln, Watt et nich allet gibt!, Werbung | Verschlagwortet mit , , | 13 Kommentare

Herbstfall.

HEADER HERBST

Gezz is Herbst. Merkt man am Wetter.
Gezz fallen Blätter.
Und unser Omma auch.
Auffen Bauch.
Gezz musse sich berappeln.

Scheiss nasse Blätter vonne Pappeln!


Angesteckt durch einen Blogbeitrag von La-Mamma mit ihrem Sinn für´s Blödeln und den darauf folgenden Reimbeitrag des ebenfalls von mir geschätzten und gern gelesenen Blog-Kollegen Nömix wollte ich auch einfach einmal etwas Dichterisches dahinblödeln.  Muss auch mal sein.

Bissi Tage 😉

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , | 14 Kommentare

Land in Sicht?

Header sommerland

Weit weg im Gesternland lebt ein armer, seltsamer Mann, der ein paar zwielichtige Gesellen um sich schart, mit denen er gemeinsam davon träumt, dass die Welt nicht bunt, sondern lieber braun sei und genau so kleinkariert, wie seine Lieblingsjacke. Er träumt auch, ein König zu sein und ein Land und ein Volk zu besitzen, das ihm aber wohl, wenn es je existierte, irgendwie und irgendwann einmal abhanden gekommen sein muss, vermuten die Menschen, weil er so spricht:

„Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen“

Und die Menschen fragen sich verwundert: „Von welchem Land und von welchem Volk spricht der arme Mann?“ Kann man ein Land irgendwo zurückholen? Ist es untergegangen? Wo liegt dieses Land? Spricht er von Atlantis?  Was ist mit diesen Menschen, diesem Volk? Ist der arme Mann aus dem Gesternland vielleicht doch der Messias, der sein auserwähltes Wahlvolk ins Gauland führt und der Zimmermann aus Nazareth war gar nicht echt?

Sachdienliche Hinweise bitte an Ihre nächste Nervenheilanstalt oder das zuständige Tollhaus in Berlin.

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , | 14 Kommentare

Farbenlehre.

Passend zum Tage.

Braun.jpg (Small)

Gestern gefunden am Rande des historischen Stadtkerns von Langenberg/Velbert im Rheinland.
Veröffentlicht unter Allgemein, Watt et nich allet gibt! | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

Sonntag ist Waltag. Wälen geen!

Liebe Bürger,
am Sonntag ist Waltag.
Die Bürger meiner Stadt (die Stadt, in der die Ober hausen) werden in unserer Fussgängerzone mit diesem Plakat der SPD daran erinnert, wälen zu geen.
Die örtliche SPD ist so arm, dass es selbst nicht mehr für alle Buchstaben reicht.

20170921_172459

Ich spende ein „h“

Bissi Tage!

Veröffentlicht unter Lächeln, Watt et nich allet gibt!, Werbung | Verschlagwortet mit , , | 12 Kommentare

Hilft für gegen alles, oder was?

Wer so recht keinen Spaß an seiner Gesundheit hat, weil ihm etwas zum Jammern fehlt, der hat es ja gottlob sehr einfach, diesen bedauernswerten Zustand ganz rasch durch die Lektüre bunter Klatschmagazine zu beenden, weil sich schon kurz nach dem Durchblättern eines dieser Hefte mindestens 23 Krankheitssymptome bemerkbar machen und der Gang zum Arzt endlich angetreten werden kann.

krank-TV

Bloggerfreund  Trithemius würzt das Ende seines seines aktuellen Beitrags  mit einem wunderbar hierzu passenden Beispiel von verunglückter Werbung, zit.: „aus der Abteilung  >>Texten ohne Denken<<“  🙂

Gezeigt wird ein Päckchen Schnupptücher, eine gern gereichte Gratisgabe an treue Apothekenkunden, hier mit einem Werbeaufdruck, der ein Plus bei Halsschmerzen verspricht. Und wer möchte das nicht?

Und weil es ja auch Patienten gibt, die mit ihren bisherigen Tropfen gegen Gelenk- und Rückschmerzen unzufrieden sind, gibt es ganz aktuell eine Lösung: die Tropfen für Tropfen gegen die genannten Erkrankungen.

Und nicht nur das: diese Tropfen schenken Betroffenen auch Hoffnung.
Vermutlich auf die Wirkung.

Tropfen gegen für was

Oder handelt es sich um Tropfen, die anderen Tropfen gegen Gelenk- und Rückenschmerzen helfen? Und in welcher Reihenfolge nimmt man nun die Tropfen ein? Erst die Tropfen gegen und dann die Tropfen für….?

Oder bekommt man von den Tropfen für Gelenk- und Rückenschmerzen dann auch die gewünschten Gelenk- und Rückenschmerzen?
Ich armer Tropf verstehe nun überhaupt nix mehr. Zuerst tat mir vor Lachen der Bauch weh, aber nun bekomme ich vom Grübeln leichte Kopfschmerzen.

Ich glaub´ – ich muss zum Arzt.

Veröffentlicht unter Humor, Lächeln, Watt et nich allet gibt!, Werbung | Verschlagwortet mit , , | 14 Kommentare

So, Sommer: gezz hasse Feierabend!

Header Sommerhäuser Loog

So, Sommer: gezz hasse Feierabend!
Dat Fernsehprogramm kommt aussem Winterschlaf zurück. Die wiederholten Wiederholungen werden für den nächsten Sommer wiederholt eingemottet.

Behagliche Textilien legen sich endlich wieder mollig und blickschützend um dat sonnengebräunte Wellfleisch und der Grill kommt in´n Keller.
Dank geschlossener Schuhe kann auch dat lästige Hornhautfeilen bis zum Frühjahr auf ein Minimum reduziert werden. Die Mauken haben Pflegepause.

Gezz wird et wieder muckelig. Pullover- und Kuscheldeckenzeit mit Tee.
Et bleibt wieder länger dunkel, die Laubsauger erwachen und erfreuen uns stimmungvoll von früh bis spät mit kakophonischen Klängen.

Der Wein wechselt von Weiß und kühl auf Rot und wohltemperiert.

Und bei ALDI gibt et pünktlich zum September wieder Spekulatius, Dominosteine und Christstollen.. Wat noch fehlt, ist der Weihnachtsbaumverkäufer anne Ecke, gleich neben dem Glühweinstand. Aber gut Ding will ja Weile haben. Kommt allet noch.

Na?
Wie war der Sommer?

Mein Sommer war recht vielseitig: tolle Radtouren mit einem lieben „rad-erfahrenen“ Nachbarn, der mir meine Heimat, das Ruhrgebiet auf diese Weise so viel näherbrachte. Ich lernte verborgene Wege und schöne Plätze zu entdeckten, die man als Autofahrer niemals zu sehen bekommt. Heimatkunde zum Anfassen. Toll.
Dat Ruhrgebiet ist schön. Wirklich.

Bergwandern in Südtirol an murmelnden Waalwegen entlang, Klettern durch seilgesicherte Scharten,  Genießen der Südtiroler Küche (Kaiserschmarrn!!!), Erleben von gewaltigen Gewittern in den Bergen, Kuhglockengeläut, Seilbahnen und abenteuerlichen Hüttenklos.

Wer mich kennt, weiss, datt ich ´n Tick für unser Nachbarland, die Niederlande habe. Et ist für mich stets sehr verlockend, mal eben rüberzufahren,
Einer der Gründe: heerlijke frietjes! Lekker! Dieset Mal in Maastrich. Diese Stadt ist wunderschön und hat durch seine Lage direkt an Belgien grenzend ein ganz besonderet, eher schon französischet Flair. Na ja, und eben die heerlike frietjes 😉

Ein sehr freudiger familiärer Anlass führte uns dann bis vorgestern nach Ostfriesland auf die wunderschöne, autofreie Nordseeinsel Langeoog, die wir seit über 27 Jahren mindestens einmal im Jahr aufsuchen, und zwar meist zu ganz ruhigen Zeiten, in denen andere schon längst bibbernd hinterm Ofen hocken: im späten Herbst, im Winter oder als Karnevalsflüchtlinge an den dollen Tagen. Dieses Mal also im September: blauer Himmel, steife Brise, ´n Stück Fisch op´n Teller und ein friesisches Bier im Glas: wat mutt – dat mutt. Watt will man Meer? Na, gut: am vergangenen Freitag hat es geschüttet. Na und?

Und nu? Nu ist gut. Et war ein toller, erlebnisreicher Sommer.
Nun kann der Herbst kommen.

Ich freu´mich drauf.

Lo

Veröffentlicht unter Reisen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 7 Kommentare