Das ist ja der Hammer!

Header Hammer Kohlenspott

 

Ich glaube, mein Mobilfunkanbieter will mich veräppeln.
Er bietet mir ein Äppel-EiBrett zu einem „Hammerpreis“ von „nur“ 385 € an.

Hammerpreis Angebot

Nun habe ich ohnehin nix mit elektronischen Äppels wat am Hut: wenn schon Äppel, dann Golden Delicious, Braburn, Cox Orange oder Elstar – oder so´n lecker Appelstrudel mit Vanillesauce.

Das Hammerpreis-Angebot machte mich nachdenklich, denn ich habe schon lange keinen Hammer mehr gekauft. Sollen die Dinger tatsächlich mittlerweile so teuer geworden sein? Habe ich da ungeahnt wertvolle Preziosen in meinem Werkzeugkasten? Sollte ich mich vielleicht bei „Bares für Wahres“ melden, und denen mal meinen Hammer zeigen?  Besser erst mal nicht..-

Und so schaute ich bei Hammazon, dem vermutlich größten Hammer-Fachgeschäft der Welt nach:

Hammerpreise small

Ja, und was sehe ich? So´n Hammer bekommt man schon für sehr wenige Euro.

Eigentlich müsste ich meinen Mobilfunkanbieter wörtlich nehmen und auf Herausgabe eines Eierbretts zum realen Hammerpreis drängen. Aber ich will so´n Dingen gar nicht.

Ich sach nur: selig sind die Bekloppten, die auf so einen Schwindel hereinfallen – die brauchen keinen Hammer. Oder vielleicht doch: um sich dat Hammerpreis-Eierbrett anne Stirn zu nageln..

Bissi Tage!

😉

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Heimat. Heimat?

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„Nach Hause gehen“, dieser Beitrag auf  Manfred Voitas Blog über ein Buch gleichen Titels hat mich ein wenig nachdenklich gemacht.

Nach Hause gehen?

Zugegeben: was haben wir uns früher als kleine „Köttel“ im Chor mit den Erwachsenen immer beömmelt über die vielen älteren Menschen bei uns im Ruhrgebiet, die gefühlt ohne Unterlass wehmütig von ihrer „Hääimat“ sprachen, die sie verlassen mussten.

Und je grauer meine Haare Jahre später wurden, um so grüner wurden auch mir die Erinnerungen an meine Kindheit und den Ort, in dem ich meine ersten 26 Lebensjahre verbrachte.

Und mit den Erinnerungen wuchs auch in mir der Wunsch,
einfach einmal wieder hinzufahren, durch die alten Straßen zu gehen, Klingelschilder auf alten Häusern nach Namen von damals abzusuchen, vielleicht Gerüche und Geräusche, die mir einmal vertraut waren, wiederzufinden, hoffend, alten Weggefährten von damals zu begegnen, deren Gesichter ich vielleicht trotz der vielen Jahre dazwischen noch erkenne.

Was habe ich doch für ein Glück, dass ich jederzeit an meinen Kindheitsort fahren kann, weil er gerade einmal knapp dreißig Kilometer von hier entfernt ist. Und manchmal mache ich das, fahre über die A42 nach Buer-Erle und hole mir etwas von Damals ins Heute.

Für die, die einst aus Masuren oder Ostpreußen oder anderswo her hier im Ruhrgebiet strandeten, wäre das nicht so einfach: zu weit, zu beschwerlich, zu lange her.  Viele davon sind nicht mehr.

Und es tut mir heute aufrichtig Leid, mich damals über sie und ihre Wehmut „beömmelt“ zu haben. Weil ich heute ihre Sehnsucht nach ihren Orten und der Zeit, in der sie das Leben – vielleicht ein ganz anders gedachtes – noch vor sich hatten, gut verstehe.

Podcast: „Von Kartoffeln und dicken Duppas“

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„BOR!“ Das abenteuerliche Leben der Ruhrgebietler. Buchempfehlung.

„BOR!“

„Bor!“ oder auch Boah!“ oder Boah ey!= Ausdrücke des Erstaunens bei uns im Pott.

Bor Buchtitel

Foto: Verlag Henselowsky & Boschmann

 

Geschichten über das abenteuerliche Leben der Ruhrgebietler

Tote Hose. Viel Arbeit, wenig Brot. Woanders ist auch … ?
Ja, datt hätt’se wohl gerne! Ja, gepfiffen!
Laberköppe, die so etwas behaupten, sollten verknackt werden.
Ruhrgebiet kennt keinen grauen Alltag.
Das Leben ist bunt, abwechslungsreich wie nirgendwo anders.

Dieses Buch erzählt:
– Von Wirt Willi Kupschak, bei dem man keinen Deckel machen durfte.
– Von der Wallfahrt mit Wundern und dem Samstag in der Wanne.
– Von Otto Muskulus im Zirkus und Charlotte im Sommer.
– Von Sprungtürmen und Pissbecken.
– Vom ersten Schultag bei Fräulein Osterfeld und dem ewigen Leben im Stau.
– Und wie man bei uns erfolgreich Abenteuer angelt.

Inhalt:
Abenteuerangeln
Friedhelm Wessel, Die Wallfahrt der Betschwestern
Manfred Hoese, Nich am Bär packen …
Hubertus A. Janssen, Rhein-Herne-Kanal
Friedhelm Wessel, Auf den Deckel
Hans Müller, Malocher
Thomas Althoff, Mein erster Schultag mit Fräulein Osterfeld
Peter Allekotte, Camping und mehr
Lothar Lange, Freibad Grimberg
Werner von Welheim, Bundesland, oh Ruhrgebiet
Friedhelm Wessel, Olympischer Dreikampf obere Goethestraße
Helmut Spiegel, Und alles, was aus Essen kommt, dat süpt, dat süpt
Influencer anne Bude
Friedhelm Wessel, Badetag
Sigi Domke, Autofahren im Ruhrgebiet
Hubertus A. Janssen, Charlotte im Sommer
Klischees und Friedhöfe nicht vergessen
Heinz Georg Schmenk, Reisen bildet

https://www.vonneruhr.de/bor.html 

Amazon: BOR! Das abenteuerliche Leben der Ruhrgebietler

Lesung am 17. Oktober 2018 in der Galerie Schollbrockhaus Herne


GUCK MAL:
Manchmal auch in Unterbuxe! Lesung.

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Doppelte Überraschung im Dromarkt.

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Verdelli!
Ich bin ja normalerweise nicht um Worte verlegen, aber diese beiden Kunden-Hinweise an der Kasse des Drogeriemarktes hier gleich umme Ecke lösten bei mir Sprachlosigkeit, verbunden mit einem leichten Schmunzeln aus.

kondomfehler kohlenspott 4

Ohne Worte.

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Fernsehen 1959: Soweit die Füße tragen.

1959 Gelsenkirchen-Erle


Schade, dass wir keinen Fernsehapparat haben. Mist.
Die Eltern von Klaus und Wolfgang von nebenan, die haben einen. Hermann und Bernd in der Etage unter uns auch.
Es ist aber immer ein bisschen doof, zu fragen, ob man mal mitgucken darf. Klar, die können ja auch sicher nicht immer alle Freunde mit zu sich nach Hause schleppen. Die Fernseh-Kinderstunde fängt meist nachmittags um fünf Uhr an. Doof ist auch, wenn alle anderen einen spannenden Cowboy-Indianer-Film gesehen haben und man selbst dann nicht: „Boh, hasse gesehn, wie die Indianer mit Karacho hinterher sind, und auf einmal dat Rad vonne Kutsche abgebrochen is?“

Hätte ich auch so gern gesehen, damit ich mitreden kann.
So einen eigenen Fernseher zu haben wäre schon klasse. Meine Mutter sagt, dass so ein Apparat unheimlich teuer ist und wir uns den wirklich nicht leisten können, sie ist froh, dass die Raten für das Radio abbezahlt sind, und ihre Putzstelle in der Gastwirtschaft macht uns auch nicht reicher.

Wird schon einmal ein besonders schöner Film im Fernsehen angekündigt, freue ich mich, wenn wir zu Onkel Otto und Tante Martha zum Hedwigplatz eingeladen sind. Das ist immer mindestens doppelt klasse: Manfred, der Sohn von Onkel Otto und Tante Martha, also mein „Kuseng“, ist nur etwas älter als ich und hat immer tolles Spielzeug. Wir verstehen uns gut und spielen dann entweder draußen auf der Riesenwiese hinter den Häusern am Hedwigplatz, oder eben drinnen.

Wenn dann endlich Fernsehzeit ist, gucken wir die Kinderstunde und wenn die Erwachsenen dann sogar einen Abendfilm gucken wollen, gibt es bei Tante Martha meist noch ganz leckeren Kartoffelsalat mit Würstchen.

Man kann aber auch im ERLER HOF, der Gastwirtschaft nebenan fernsehgucken.
Wenn man in den Erler Hof hinein will, muss man hinter der Eingangstüre erst noch durch einen dicken grünbraunen, nach Zigarettenqualm und Bier stinkenden Vorhang hindurch, der den Wind und die Kälte von draußen abhalten soll.

Lo ErlerHof

Rechts der Türe geht dann die große Theke ab. Hier steht auf der Ecke immer so ein Riesenglas, in dem jede Menge gekochter Eier in einer Wasserbrühe liegen. Soleier. Wenn jemand so ein Solei bestellt, wird es von ihm aufgekloppt, halb gepellt, die obere Spitze abgebissen, bis das Eigelb zu sehen ist, und mit Essig, Öl, Salz und Senf aufgefüllt und aufgefuttert. Erwachsene essen manchmal Sachen…

Der Fernseher befindet sich hoch oben links auf einem Brett in der Ecke zwischen der Theke und der Wand mit den Automaten. Viele Nachbarn kommen abends zum Fernsehgucken hierher. Meine Mutter und ich nicht so oft, weil man dann ja auch was bestellen muss. Und als Achtjähriger hat man abends in einer Gastwirtschaft auch sowieso nix verloren.

„Hasse gestern Abend den Film gesehen: ´Soweit die Füße tragen?´ Boah, war dat spannend! Und wie dat weitergeht, da bin ich mal gespannt.“  Mein Freund Bernd ist ganz begeistert. Bernd ist ja auch schon etwas älter als ich und seine Eltern haben ja auch einen Fernseher zu Hause. Überall nur noch ein Thema: „Soweit die Füße tragen“. Gestern abend zeigte man den ersten Teil. Auf der sonst sehr belebten Cranger Straße war dann auch alles wie ausgestorben.

Hätte man Fußball drauf spielen können. War nur keiner da. In der Zeitung steht, dass der Film so lang ist, dass man ihn in sechs Teilen zeigen will: jede Woche einen Teil. 

„Nö, erzähl mal!“ Bernd erzählt von dem deutschen Soldaten, der aus einem Gefangenenlager im eisigen Sibirien ausgebrochen ist. „Der heißt Clemens Forell, der da abhauen will. Wat der allet mitmachen muss! Dat glaubsse nich!“  Mist, das hätte ich auch gern geguckt, weil auch in der Schule alle davon sprechen. Das ist richtig doof, wenn man nicht mitreden kann.

Soweit die Füsse tragen Lo TV alt

Wie kriege ich es hin, dass ich wenigstens die nächsten Folgen gucken kann?
Bei Onkel Otto und Tante Martha geht es nicht. Meine Mutter sagt: „Da ist sicher der halbe Hedwigplatz versammelt. Ich muss arbeiten und alleine kannst Du da nicht hin.“

Wochen später.
„Boh, dat wird immer spannender, wat?“  Gestern war der vorletzte Teil.
Und ich kann mitreden. Ich habe vom zweiten bis zum vorletzten Teil alle gesehen! Und wir sind uns alle einig: „Hömma!!! Soooo wat spannendet!“
„Boah, und hasse die Wölfe gesehen?“ Wir lassen alle Abenteuer unseres Helden Clemens Forell an uns vorüberziehen.
Und dat steht fest: den letzten Teil, den sehe ich auch noch.

Noch eine Woche später.
Dass ich mich am frühen Morgen so richtig auf die Schule freue, hat bestimmt nix mit dem Unterricht zu tun, sondern, dass ich gestern Abend auch den letzten Teil von „Soweit die Füße tragen“ gesehen habe und ganz doll darauf bin, endlich mit meinen Freunden das gestrige, gottseidank gut ausgegangene Fernsehereignis an uns vorbeiziehen lassen.

„Sach ma, Lothar, Ihr habt doch keinen Fernsehapparat. Wo hasse dat eigentlich geguckt?“

„Ratet mal.“

Und ich lüfte mein Geheimnis:
Meine Mutter putzt ja tagsüber immer in einer anderen Gaststätte, und abends bedient sie auch noch. Sie hat gar nicht gemerkt, dass ich abends nicht zu Hause war.

Also schlich ich heimlich um die Ecke in den ERLER HOF, stellte mich dann hinter den schweren grünen, nach Rauch und Bier stinkenden Vorhang, der sich als Windfang zur Innenseite der Pendeltüren zum Lokal befand.

Dort erlebte ich, wenn auch stets von kommenden und gehenden Gästen und ihren störenden Kommentaren unterbrochen, die letzten fünf Folgen von „Soweit die Füße tragen.“

Ich konnte mitreden. Denn ich war dabei.
Stickum hinterm Vorhang im ERLER HOF.


Soweit die Füsse tragen Lo

Dieser  sechsteilige Fernsehfilm war damals in aller Munde und es war sicher, dass niemand auch nur einen Teil davon verpassen wollte. Zu den Sendezeiten waren die Straßen wirklich leer und am jeweiligen Tag danach gab es überall nur ein Thema: jeder war berührt vom Schicksal des Wehrmachtssoldaten Clemens Forell, der im Herbst 1945 (!) zusammen mit etwa 3.000 anderen deutschen Kriegsgefangenen nach Sibirien verschickt wurde: zu 25 Jahren Zwangsarbeit.
Nur etwa 1900 Männer davon erreichten den kleinen Eisenbahnhaltepunkt Tschita lebend mit dem Zug. Danach folgte ein monatelanger Fußmarsch, der im Herbst 1946 in einem Lager in Ost-Sibirien endete, und den etwa 1200 Männer überlebten, deren Zukunft es nun war, unter schlimmsten Bedingungen in einem Bleibergwerk schuften zu müssen. Unserem Helden Clemens Forell gelang dann mit Hilfe des deutschen Lagerarztes Dr. Stauffer, der wegen einer Krebserkrankung die Idee zur eigenen Flucht nicht mehr ausführen konnte, auszubrechen.
Forells Flucht dauerte mehrere Jahre, führte ihn über 14.000 km meist zu Fuß durch sämtliche Klimazonen. Er trifft auf Menschen, die ihn verstecken, ihm weiterhelfen: Nomaden, polnische Juden.
Abenteuerlich war auch sein Kampf mit der Natur, mit Wölfen, Flüssen, sibirischem Eis. Niemand bemerkte damals, mit welch einfachen Mitteln diese Schwarzweiß-Folgen gedreht wurden: da gab es gemalte Studio-Landschaften aus Holz- oder Stoffkulissen, und für die reißerischen Wolfsszenen wurden Deutsche Schäferhunde genommen. Für uns jedoch war alles so echt, so spannend. Und jeder war gerührt über die glückliche Heimkehr des Clemens Forell zu Frau und Kindern.
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Lillis Reise zum Mond. Planetarium Bochum

Ich mag Kindergeschichten, das Vorlesen gehörte schon immer zu den täglichen Ritualen bei unseren Kindern und findet bis heute seine Fortsetzung bei unseren Enkeln. Und weil ich es nicht nur schön, sondern auch für ganz wichtig halte, Kindern vorzulesen und ihnen das Lesen schmackhaft zu machen, betätige ich mich nebenher mit Spaß und Herzblut in unserer Stadtbibliothek als Vorlesepate für Kleinkinder und Schulklassen.
Gerade darum war ich sehr neugierig auf ein viel versprechendes Angebot des Bochumer Planetariums für Kinder ab Vier.

2018-09-18 Planetarium Bo Kohlenspott

Und – es passte so schön:

Blognachbarin Annette Mertens berichtete nämlich vor wenigen Tagen auf ihrem Blog RUHRKÖPFE ganz aktuell von einer tollen Veranstaltung im Planetarium Bochum, dessen Mitreise-Möglichkeiten in den Sternenhimmel mich schon als Schüler faszinierten und auch heute immer noch begeistern.

Und weil es dort auch ein verlockendes Kinderprogramm gibt, für das ich für heute mit meinem viereinhalbjährigen Enkel eingeladen war, versprach ich Annette, darüber zu berichten.

Mondfahrt

Auf dem Programm stand „Lillis Reise zum Mond“, ein Mondausflug für Kinder ab etwa vier Jahren.

‚Oh wie wunderschön ist doch der Mond’, denkt sich Lilli. Und Lilli ist nicht irgendwer, sie ist ein nettes Huhn. Aber Lilli macht sich Sorgen um den Mond, denn mal steht er rund und voll am Himmel, mal nur halb und mal nur als schmale Banane oder er ist sogar gar nicht zu sehen. Was ist da nur los? Wird der Mond immer wieder von einem bösen Drachen gefressen und dann wieder ausgespuckt? Das muss ja schrecklich für ihn sein. Lilli muss dem Mond helfen. Zusammen mit ihrem Freund, dem Kater Karlo, fliegt sie zum Mond. Wie sie dahin kommen und was sie dabei alles über den Mond erfahren, erlebt ihr im Planetarium. Ein Mondausflug für Kinder ab etwa 4 Jahren.“

Quelle:  https://www.planetarium-bochum.de/de_DE/program/lillis-reise-zum-mond.593036

Eine schöne Idee, Kindern mit einer lustigbunten Geschichte zu erklären, was es mit dem Mond auf sich hat, erst recht mithilfe solch toller technischen Möglichkeiten, den Sternenhimmel über sich ganz realistisch darzustellen.

Die Story um das Huhn Lilli war schön ausgedacht, doch die Umsetzung hat uns in vielen Punkten enttäuscht. Hübsch begann die Geschichte mit der Darstellung eines Dorfes rundherum und dem Himmel darüber.  Die gezeichneten Figuren waren für kleine Kinder nicht immer als das erkennbar, was sie darstellen sollten und wurden nur statisch ins Bild eingefügt. Die durchaus gut gesprochenen Stimmen des Huhns, des Katers und der Hexe kamen stets aus einer ganz anderen Richtung, als von dort, wo sie sich gerade befanden, was die Kinder irritierte und sie immer wieder zum Umschauen in die Richtung brachte, aus der die Stimmen kamen, ein Fernseher mit wirklich unscharfen Realbildern eines Raketenstarts und Astronauten, auf den man gut hätte verzichten, oder eben besser umsetzen können. Die sehr gewaltige Stimme des Mondes war nicht immer verstehbar. Erst recht nicht nachvollziehbar war eine aus der Geschichte geratene, versuchte Erklärung der Sternbilder mit althergebrachten Symbolen, der selbst Erwachsene nicht immer folgen konnten und wollten.
Die Kinderfrage, wann es wohl vorbei sei, war die Folge.

Als das Huhn Lilli mit ihren Freunden wieder glücklich auf der Erde landete und feststellte, dass es dort doch schön ist, wirbelten, begleitet von lauter mexikanischer Musik, die dort absolut nicht hinpasste, wahllos Tierfotos am Himmel herum.
Eine tolle Idee, die man durchaus kindgerechter hätte umsetzen können.
Schade.

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Bankräuber herzlich willkommen!

Klasse, ich bin begeistert.

Soeben komme ich von einer kleinen Wanderung aus Kaiserswerth, dem ältesten Stadtteil Düsseldorfs, zurück. Ich mag dieses so wunderschön am Rhein gelegene Städtchen mit seiner historischen Altstadt, der Kaiserpfalz und der Rheinpromenade, von der aus man weit blicken kann. Neben der tollen Landschaft und den vielen historischen Sehenswürdigkeiten können auch Freunde guten Essens hier fündig werden: von der einfachen, herzhaften Erbsensuppe am Kiosk bis hin zur Sternenküche ist für jeden Gaumen etwas zu finden.  Und wer in Kaiserswerth nicht die berühmte Currywurst des Berliner Grills probiert hat, der war auch nicht so richtig in Kaiserswerth, sagt man. Auch heute ist es mir wieder nicht gelungen, so ohne „lecker Currywurst“ gehabt zu haben, meinen Weg nach Hause anzutreten.

Huch! Ich schweife ab!
Dabei will ich doch berichten,
was sich ein pfiffiger Mensch oder mehrere pfiffige Menschen in Kaiserswerth ausgedacht und in die Tat umgesetzt haben:

Sie haben einige Bänke an der Rheinpromenade mit Büchern bestückt, und hoffen so auf belesene Bankräuber, die sich nach Lese- und Herzenslust bedienen könnnen, so, wie man es von den öffentlichen Bücherschränken her kennt.

Herrlich: hier an der Rheinpromenade in Kaiserswerth laden einige Bänke nicht nur zum Verweilen und für den Blick auf den Rhein, sondern auch zum Schmökern und zum legalen Bankraub ein!

Tolle Idee! Mir hat es richtig gut gefallen.

Bissi Tage – oder bis neulich!
Lo


Dat passt so schön dazu:
Heinrich Heine, der ja in Düsseldorf lebte, wurde einmal die Frage gestellt, wieso er ein armer Dichter, sein Onkel Salomon aber ein reicher Bankier geworden sei. Die Antwort: „Meine Mutter las immer gern Gedichte, so bekam sie einen Dichter als Sohn. Seine Mutter las immer gern Räubergeschichten, daher wurde ihr Sohn Bankier.“


 

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Es gibt Geheimnisse…

… die behält man besser lieber für sich.

Kohlenspott Glöckel

Heute in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung

 

Bissi Tage!
😉

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Früher hieß dat Badetag.

Wattet nich allet gibt.
Gezz also am 4. September den Welttag der sexuellen Gesundheit!

Verdelli!
Früher hieß dat bei uns im Ruhrgebiet Badetag. Samstags.
Großen Kessel mit Wasser auffen Ofen, Kohle gestochert, bis der Ofen bullert und dat Badewasser heiß genug war für die Zinkwanne mitten in der Wohnküche. Eine Tablette „Echt Fichtennadel-Badesalz“ machte dat Wasser grün, so datt man nicht sehen konnte, wie et sich nach dem letzten Familienmitglied verändert hat.
Nur der Schmand innen am Wannenrand, der war immer irgendwie fettig-grau wie Griebenschmalz.

Zinkwannen
Und wenn Mama dann so schön nach Fichtennadel roch, und die Kinder schliefen….

Tja.
Dann war eben Samstag. 😉

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Mein erstes Auto.

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Das war mein erstes Auto.
Ein Opel P1 – Baujahr 1963.
Gekauft im Winter 1969 für 350 D-Mark inklusive Rost.
Fahren durfte ich ihn aber erst im Mai.
Nach der dritten, aber dafür erfolgreichen Fahrprüfung.

Wenn ich das Bild so betrachte, dann bemerke ich,
wie sich die Zeiten doch ganz schön verändert haben.

Und mit Erschrecken stelle ich fest,
dass ich mich in einigen Dingen persönlich überhaupt nicht weiterentwickelt habe.
Dass ich nicht mit der Zeit gehe.

Zum Beispiel halte ich immer noch brav bei ROT vor einer Ampel an.

Isso! Wat soll ich machen?
Dat war damals eben so.
Dat wurde einem so beigebracht.
Wirklich!
Dat steckt so drin.
Lebenslang.
Dat krich ich nich weg.

Kerl inne Kiste, dat macht mich nachdenklich….

Bissi Tage!

Lo

 

Siehe auch hier: Kellerschätzchen

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